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Stone Cold Steve Austin (l.) und The Rock waren bei WWE große Rivalen
Stone Cold Steve Austin (l.) und The Rock waren bei WWE große Rivalen © WWE
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München - Stone Cold Steve Austin half bei WWE den jungen Dwayne "The Rock" Johnson zu gigantischem Ruhm - obwohl damals nicht alle überzeugt von dem Talent waren.

Vielleicht hat kein anderer Moment alles so gut verkörpert: die erfolgreichste Zeit der Wrestling-Liga WWE, das kongeniale Zusammenspiel zwei ihrer größten Stars aller Zeiten.

Bei der TV-Show RAW is War am 22. März 1999 rauschte Publikumsliebling "Stone Cold" Steve Austin mit einem Lastwagen an den Ring, richtete einen Schlauch auf seinen Erzrivalen The Rock (Dwayne Johnson) und verpasste ihm eine gigantische, laut umjubelte Bierdusche.

Das Segment brachte fast alles auf den Punkt, was an der "Attitude Era" Ende der Neunziger so gut funktionierte bei der damaligen WWF: Austin, der fluchende, Bier trinkende, launige Anarchie versprühenden Antiheld, der auf seine Art ebenso unterhaltsamen Rock und der böse Boss Vince McMahon als wirkungsvolle Gegenpole.

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Der fantastische verbale Schlagabtausch, das Timing des ersten Strahls, der Rock genau in dem Moment trifft, als seine Beleidigungs-Arie kurz vor dem Höhepunkt steht - die komödiantischen Schwimmbewegungen (!), mit denen der mit seinem Verbündeten Rocky abgeduschte WWE-Boss McMahon auf die Biermassen reagiert, als ob er ihnen so entkommen könnte: An dem "Beer Bath" stimmte so vieles, dass es in besserer Erinnerung geblieben ist als das anschließende Match bei WrestleMania XV.

Austin besiegte The Rock dort wenige Tage später und holte sich damit den dritten seiner sechs WWF-Titel - und das war nur eines von vielen Kapiteln dieser legendären Rivalität.

1997: Steve Austin und The Rock läuten die "Attitude Era" ein

Die Austin-Rock-Dauerfehde begann Ende 1997, kurz nach Austins nicht minder legendärer Rivalität gegen Bret "The Hitman" Hart und dessen von Tragik umwehte "Hart Foundation" - die dann nach Brets Abgang Richtung WCW und dem berühmten Skandal um den "Montreal Screwjob" aus dem Spiel war.

Der damals 25 Jahre alte, aufstrebende Rock stahl seinerzeit den von Austin gehaltenen Intercontinental-Gürtel, was die Grundlage für eine erste Titelfehde war, deren berühmtester Moment quasi der offizielle Startschuss der Attitude Era war.

Bei der selben RAW-Show, bei der McMahon seine programmatische Ansage abhielt, den Fans ab sofort erwachsenere Unterhaltung bieten zu wollen, rächte sich ein wütender Austin für die vorangegangene Aberkennung seines Titels - indem er den Gürtel vor Rocks Augen in einen Fluss warf.

1998: Erstes großes Match bei WrestleMania XV

Austin stieg im Jahr darauf mit seinem WrestleMania-Sieg gegen Shawn Michaels (mit Gastringrichter Mike Tyson) zum WWF-Champion, Aushängeschild und absoluten Publikumsliebling auf - Ende 1998 knüpfte die Liga dann an die zuvor auf Eis gelegte Austin-Rock-Fehde an.

Bei den Survivor Series 1998 verhalfen Vince McMahon und dessen Sohn Shane The Rock zum Sieg in einem Turnier um den zuvor in Austins Fehde mit dem Undertaker und Kane vakant gewordenen Gürtel. Es war Rockys Aufstieg zum Oberbösewicht und Anführer des "Team Corporate" um die McMahons und die Grundlage für ihr erstes WrestleMania-Duell 1999 (mit der ebenso denkwürdigen Rivalität von The Rock gegen "Mankind" Mick Foley als Zwischenspiel).

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Am oft kopierten und zitierten "Beer Bath", der dieses Kapitel krönte, war nicht alles so perfekt, wie es aussah: Austin berichtete später in seinem Podcast, dass das Segment ohne jeden Probelauf durchgezogen wurde, einen Feuerwehrschlauch hätte er nie zuvor in Händen gehalten. Auch sei ihm schnell aufgelaufen, dass der Laster eigentlich zu hoch war - bei der Fahrt durch den Einmarschbereich brachte er den "Titan Tron" ins Wanken, den großen Videobildschirm von WWE. Eine weitere Pointe: Die Bierdusche (Marke des Trucks: Coors Light) war ab einem gewissen Zeitpunkt keine mehr: "Die ersten 100 Liter waren Bier, dann kam nur noch Wasser."

Austin gewann das anschließende WrestleMania-Match und ein weiteres bei Backlash, danach pausierte die Fehde einmal mehr - weil The Rock selbst mittlerweile so populär geworden war, dass die WWF ihn mit Team Corporate brechen und zum Publikumsliebling werden ließ.

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2001: Stone Cold mit "Heel Turn" bei WrestleMania X-7

Nach zwei Jahren folgte eine Neuauflage mit einem weiteren großen Titelmatch bei WrestleMania X-7 im Jahr 2001, diesmal mit einem anderen Schlussclou: McMahon half diesmal dem alten Rivalen Austin, sich den Gürtel von The Rock zu holen. "Stone Cold" legte nun selbst einen "Heel Turn" zum Schurken hin - und unterstrich das, indem er The Rock mit einem Stuhlschlag-Trommelfeuer k.o. gehen ließ.

Stone Cold Steve Austin wurde bei WrestleMania X-7 zum "Heel"
Stone Cold Steve Austin wurde bei WrestleMania X-7 zum Heel © WWE

Ein weiteres Rückmatch ging wieder auf unfaire Weise an Austin, als diesem dann auch der langjährige gemeinsame Rivale Triple H zu Hilfe kam. Rock und Austin standen sich dann auch in der Invasionsstory um die "Alliance" aus den untergegangenen Ligen WCW und ECW als Rivalen gegenüber (Austin als Teil der Alliance, Rock als Bannerträger von WWE).

2003: Schlussakt bei WrestleMania XIX

Ein letztes großes Match folgte 2003 bei WrestleMania XIX, wieder mit vertauschten Rollen: The Rock, der nun als Bösewicht inszeniert wurde, dem der erste Erfolg in Hollywood zu Kopf gestiegen war, schickte Austin in den Ring-Ruhestand. Die "Rattlesnake" musste wegen ihrer immer schlimmer werdenden Nackenprobleme zurücktreten, auch The Rock ließ sich bald nur noch sporadisch im Ring blicken.

Das bis dato letzte große Wiedersehen im WWE-Ring gab es 2014 bei WrestleMania XXX, die Rock, Austin und Hulk Hogan, ihr Vorgänger als WWE-Topstar, gemeinsam eröffneten.

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Gute Freunde hinter den Kulissen von WWE

Hinter den Kulissen wurden die Erzrivalen Rock und Austin zu guten Freunden, The Rock würdigte den älteren und erfahreneren Austin vielfach als entscheidenden Helfer seiner Karriere bei WWE, der dann seine Mega-Karriere in Hollywood folgte.

"Austin war ein extrem kluger und scharfsinniger Geschäftsmann und er hatte immer das letzte Wort, mit wem er in den Ring stieg", erinnerte The Rock sich 2016 in einer ausführlichen Würdigung seines alten Rivalen bei Instagram.

Vor ihrem ersten großen WrestleMania-Match hätte es Kollegen gegeben, die sich darüber beschwert hätten, dass The Rock nicht bereit für einen WrestleMania-Hauptkampf gewesen wäre. Austins klare Antwort wäre gewesen: "F*ck those motherf*ckers." Und: "Wir sind hier, um großes Geld zu verdienen, das werden wir tun und alle werden davon profitieren."

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The Rock ist Austin nach eigenen Angaben "für immer dankbar, dass er mich unter seine Fittiche genommen hat und mir die Geschäftsphilosophie beigebracht hat, die ich heute noch anwende". Und dass er "wegen ihm in einer Nacht mehr Bier getrunken hätte als je sonst in meinem Leben".

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