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Brooklyn - Dash Wilder half Bret Hart beim Hall-of-Fame-Eklat - und beschäftigt die Fans nicht nur deshalb. SPORT1 fühlte ihm am WrestleMania-Wochenende auf den Zahn.

Dash Wilder hat einige neue Fans gewonnen an diesem WrestleMania-Wochenende - wenn auch nicht auf die Weise, auf die er es sich vorgestellt hatte.

Der WWE-Kämpfer - eine Hälfte des Tag Teams The Revival - war unter denjenigen, die zur Stelle waren, als Ringlegende Bret Hart bei der Hall-of-Fame-Zeremonie vor der Megashow von einem Zuschauer real attackiert wurde. Der 31-Jährige verpasste dem Angreifer, der sich später als regional aktiver MMA-Kämpfer entpuppte, einen Fausthieb und half somit dabei, die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Viele Fans zollten Wilder (eigentlich: Daniel Wheeler) in den sozialen Medien Anerkennung dafür, auch Hart war seinem Nothelfer dankbar, schoss später ein gemeinsames Foto mit Wilder und dessen Partner Scott Dawson. Wilder verbreitete das Foto mit dem schlicht-lakonischen Kommentar "Hitman" - was sich in dem Fall nicht nur auf Brets alten Spitznamen bezog.

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Es wirkt ein wenig wie Fügung, dass gerade Wilder half, Bret den großen Abend zu retten: Er und sein verstorbener Schwager Jim Neidhart zogen für die gemeinsame Zeit als Hart Foundation in die Ruhmeshalle ein, in der sie eine goldene Ära des Tag-Team-Wrestling prägten. An genau die wollen Dash und Dawson anknüpfen, wie sie kurz zuvor auf SPORT1-Nachfrage überdeutlich machten.

Will The Revival WWE verlassen und zu AEW?

Am Medientag vor WrestleMania standen die beiden guten Freunde aus North Carolina nämlich für ein vielsagendes Gespräch zur Verfügung - über ein paar andere pikante Schlagzeilen, die sie in den vergangenen Monaten geschrieben hatten.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Anfang des Jahres soll das Duo - das sich im Entwicklungskader NXT einen Ruf als Ausnahme-Team erarbeitet hatte - WWE um seine Entlassung gebeten haben, aus Unzufriedenheit darüber, dass sie im Hauptkader keinesfalls eine Ausnahmestellung genossen.

Es wurde spekuliert, dass die beiden zur neuen Konkurrenzliga AEW wechseln wollen, wo das Tag-Team-Wrestling stärker im Vordergrund stehen soll - und die beiden heizten die Spekulationen kräftig an. Mehrfach kokettierten sie in den sozialen Medien und angeblich auch in Fangesprächen bei Live-Shows von WWE mit Abwanderungsgedanken.

Dieses Spielchen setzen Wilder und Dawson auf SPORT1-Nachfrage zu dem Thema munter fort.

Dash Wilder: "Viele Fans denken, sie seien smart"

"Es ist uns schon recht, dass die Leute gerade über uns rätseln", hält Wilder fest: "Viele Fans denken, sie seien smart und wüssten, was hinter den Kulissen los ist. Wir haben es aber gerne, wenn sie das nicht wissen."

Martin Hoffmann berichtet für SPORT1 vor Ort vom WrestleMania-Wochenende in New York
Martin Hoffmann berichtet für SPORT1 vor Ort vom WrestleMania-Wochenende in New York © SPORT1-Montage/Getty Images

Alles also nur ein großer Bluff? "Ein paar Körner Wahrheit sind schon drin", ergänzt Dawson: "Aber wie viele, das wisst ihr nicht - und dafür sorgen wir. Wir haben hier die Hosen an."

Wilder und Dawson sind smarte Geschäftsleute in eigener Sache. "Wir mögen es schon, Schlagzeilen zu schreiben, für Diskussionen zu sorgen", sagt Dawson: "Wenn du nicht auch mal für ein paar Irritationen sorgst, dann tut sich nichts."

"Tag-Team-Wrestling wird wieder groß"

Der Lauf der Dinge seit der Irritation im Januar gibt ihm Recht: Kurz nach der angeblichen Entlassungsbitte gewannen Revival erstmals die Tag-Team-Titel bei RAW - was als Versuch von WWE gedeutet wurde, sie von den Abschiedsgedanken abzubringen.

Bei WrestleMania verloren sie die Titel an Zack Ryder und Curt Hawkins, womöglich deshalb, um sie im "Superstar Shake-up" kommende Woche zur Dienstagsshow SmackDown wechseln zu lassen.

Wilder und Dawson geht es aber um mehr als nur ihr persönliches Fortkommen, es geht ihnen um ein größeres Ganzes.

"Tag-Team-Wrestling war groß und wird wieder groß werden", sagt Wilder, der wie Dawson die legendären Old-School-Duos wie Arn Anderson und Tully Blanchard und den Midnight Express bewundert und ihrem schnörkellosen Stil nacheifert: "Und wir tun alles in unserer Macht stehende, um das Tag-Team-Wrestling wieder größer zu machen." Erwiesenermaßen sind das nicht nur hohle Worte.

Revival beeindruckten die Fans zuletzt bei zahlreichen House Shows - WWE-Events, die nicht fürs TV aufgezeichnet werden - mit als herausragend beschriebenen Matches von 30- bis 40-minütiger Länge. Ein Aufwand, den nicht viele auf sich nehmen, wenn die Kameras nicht mitlaufen.

Die Women's Revolution als Vorbild

"Wir verbiegen uns die Knochen, um das Tag-Team-Wrestling Aufmerksamkeit zu bescheren", sagt Dawson. Auf die "Women's Revolution" würden sie nur zu gern eine "Tag Team Revolution" folgen lassen, in der die Duos aus der Neben- in die Hauptrolle drängen.

"Alles durchläuft Höhen und Tiefen", sagt Wilder mit Blick auf dieses Thema: "Ich bin gerade sehr stolz auf das Hoch der Frauen, mir ist wichtig, dass meine Tochter erlebt, dass die Frauen bei WWE sich den Hintern abarbeiten und dafür belohnt werden - und davon inspiriert wird."

Auch den Wert des Tag-Team-Wrestling sehen Dash und Dawson erklärtermaßen in einer größeren gesellschaftlichen Dimension: als Weg zur Vermittlung von Werten wie Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft in der Not.

Dass er diese Werte lebt, hat Dash Wilder in der Hall-of-Fame-Nacht bewiesen.

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