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München - Luke Harper kehrt bei Clash of Champions zu WWE zurück. Dabei schien seine Karriere dort nach einer folgenschweren Ansage von Vince McMahon vorbei.

Luke Harper ist zurück bei WWE, mit einem bemerkenswert großen Auftritt.

Bei der Großveranstaltung Clash of Champions durfte sich der 39-Jährige mit einer Attacke auf keinen Geringeren als Topstar Roman Reigns wieder einführen.

Zuvor war der Partner von Erick Rowan und langjährige Weggefährte von Bray Wyatt über ein Jahr lang kaum zu sehen gewesen und hatte allen Grund anzunehmen, dass er keine Zukunft mehr in der weltgrößten Wrestling-Liga hat. WWE-Boss Vince McMahon persönlich soll ihn faktisch ausgebootet haben - weswegen Harper auch öffentlich um seine Entlassung gebeten hatte.

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Was war passiert?

Harper seit WrestleMania nicht im WWE-TV

Harper und Rowan bildeten bei WWE zuletzt das Tag Team The Bludgeon Brothers, das im vergangenen Jahr durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auseinander gebrochen war. Im Sommer erlitt zunächst Rowan einen Bizepsriss, zwischen Oktober und März musste dann Harper wegen einer Hand-OP pausieren.

Seitdem ist er eigentlich wieder fit, war in den relevanten TV-Shows aber trotzdem zum Zuschauen verdammt.

Der 1,96-Meter-Mann hatte seine letzten, von den WWE-Kameras eingefangenen Matches im April am WrestleMania-Wochenende in New York bestritten, zuletzt als nicht groß in Szene gesetzter Teil der Andre The Giant Memorial Battle Royal.

Vince McMahon senkte den Daumen

Wie der Wrestling Observer berichtete, sollte Harper in den zwischenzeitlichen Planungen nach Mania zurückkehren und eine Fehde gegen Sami Zayn bestreiten, die dann aber wieder verworfen worden seien.

Stattdessen wurde Harper in Brooklyn noch zu einem so genannten "Dark Match" beordert, einem Kampf, der nicht ausgestrahlt wird, sondern eine Art Trainingskampf vor Publikum ist, in dem die WWE-Verantwortlichen oft neue Wrestler oder Charaktere auf ihre Fernseh-Tauglichkeit hin prüfen.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

Harper trat gegen EC3 an, der von Drake Maverick als Manager begleitet wurde. McMahon soll danach über beide ein vernichtendes Urteil gefällt haben - was plausibel ist, denn sowohl Harper als auch EC3 fielen in den Monaten danach völlig durchs Raster. Auch die EC3-Maverick-Paarung, die McMahon angeblich besonders misslungen fand, wurde beerdigt.

Kein Platz bei RAW, kein Platz bei SmackDown

In Bezug auf Harper soll McMahon dann eine folgenschwere Ansage gemacht haben. Auf Nachfrage seines Kreativteams, ob Harper im "Superstar Shake-up" bei RAW oder SmackDown einsortiert werden sollte, hätte McMahons Antwort gelautet: weder noch.

McMahon hätte auf das für ihn misslungene Match verwiesen, darauf, dass er seinen Charakter nicht verstehe und hielt ihm noch eine vier Jahre alte Episode vor: McMahon hatte sich damals von Harper gewünscht, fortan mit einem Südstaaten-Akzent zu sprechen, was Harper anscheinend auch nicht zu seiner Zufriedenheit hinbekommen hatte.

Dass Harper vor diesem Hintergrund eine Woche später öffentlich um seine Entlassung bat, war kaum verwunderlich - zumal sein Vertrag ursprünglich ohnehin im November ausgelaufen wäre.

Entlassung verweigert - wegen AEW

WWE wollte Harper ironischerweise aber auch die Entlassung nicht gewähren, aus offensichtlichen politischen Gründen. Die Liga wollte zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr ziehen lassen, der dann potenziell beim neuen Rivalen AEW gelandet wäre. Stattdessen soll WWE Harpers Vertrag aufgrund einer Standardklausel noch einseitig um ein halbes Jahr verlängert haben - die Zeit, in der er verletzt ausgefallen war.

Ob WWE nun doch wieder längerfristige Pläne mit Harper hat - der unter Kollegen ein allseits respektierter, solider Ringarbeiter ist: unklar. Laut Observer steckt hinter der Zurückbeförderung ins TV-Programm erstmal nur ein kurzfristiger Storyline-Plan: Bei der nächsten Großveranstaltung Hell in a Cell sei ein Tag-Team-Match zwischen Harper und Rowan gegen Reigns und Daniel Bryan angedacht.

Die allgemeine Erwartung lautet, dass Bryan sich darin gegen Reigns wenden und als Drahtzieher hinter der aktuellen Attentats-Story um Reigns enthüllt wird. Was sich daraus langfristig für Harper ergibt: ungewiss.

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