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München - Der Undertaker lieferte sich mit Shawn Michaels und Triple H WWE-Klassiker. "The Last Ride" offenbart, wie unzufrieden das Trio mit der Neuauflage 2018 war.

Es war das Meisterwerk des Undertaker bei WWE, seine beste Matchserie. Viele Fans sehen es so, der Taker selbst sieht es so.

"Worauf ich am meisten stolz bin, was meine Matches und ihre Storylines angeht", berichtet er in der WWE-Doku "Undertaker: The Last Ride", "sind vier Matches: die zwei gegen Shawn Michaels und die zwei gegen Triple H."

Zwischen 2009 und 2012 legten die drei Legenden bei WrestleMania 25 - 28 eine denkwürdige Kampfreihe hin, die auch der qualitive Höhepunkt von "The Streak" war, der einmaligen Mania-Siegesserie des Undertaker.

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Episode 3 der Last-Ride-Serie ("The End of an Era") gibt Einblicke in die Geschichte dahinter und die persönliche Beziehung der drei Weggefährten - und beleuchtet auch, wie ein Versuch, an ihr gemeinsames Glanzstück anzuknüpfen, in einem Fiasko mündete.

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Undertaker lange mit Shawn Michaels, Triple H verbunden

Die Verbindung des heute 55 Jahre alten Undertaker zu den beiden Gründern der D-Generation X reicht weit zurück, schon in den Neunzigern stand er beiden in der damaligen WWF gegenüber.

Ein früher Klassiker war das allererste Hell in a Cell Match, das der Taker und Michaels 1997 bestritten - und das damals die Bühne für das Debüt des dritten großen Undertaker-Weggefährten war, seines Story-Bruders Kane (Glenn Jacobs). Triple H wiederum war schon 2001 WrestleMania-Gegner des Undertaker, damals mit dessen Biker-Charakter.

Hinter den Kulissen hegte der Undertaker großen Respekt für die Ringleistungen beider Rivalen, das persönliche Verhältnis war aber unterschiedlich, wie in der Doku deutlich wird: Triple H sah er als Bruder im Geiste, in dem er seine eigene Berufsauffassung und Arbeitsmoral wiederfand. Mit dessen gutem Freund Michaels, der früher als "Bad Boy", Feierbiest und schwieriger Charakter galt, war es komplizierter: "Er ist bei mir angeeckt", erinnert sich der Taker, der lange Zeit als "Locker Room Leader" bei WWE galt, als höchste Autorität unter Kollegen.

Wissenswertes zum Thema Wrestling

2010: "HBK" macht Schluss - Taker beneidet ihn

Das Verhältnis besserte sich, als Michaels zum christlichen Glauben fand, die wilden Jahre hinter sich ließ und in seiner zweiten Karriere-Phase nur noch durch seine Exzellenz im Ring auffiel.

Als die Karriere des "Heartbreak Kid" sich dem Ende zuneigte, waren die beiden großen, emotionalen Matches gegen den Taker sein letztes Hurra. Bei WrestleMania 26 setzte er im Rückmatch seine Karriere aufs Spiel - und verlor das hochklassige "Streak vs. Career Match".

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In der Realität war die Niederlage ein Sieg: Anders als viele Wrestling-Weggefährten fand "HBK" einen Karriere-Schlusspunkt, mit dem er zufrieden sein konnte.

Der Taker, der bis heute vergeblich nach diesem Schlusspunkt sucht, bekennt: "Ich war neidisch auf Shawn. Er ist gegangen und hat seinen Frieden gemacht. Er hatte die Klarheit, die ich mir wünschen würde."

2012: Ikonisches Bild bei WrestleMania

Der damals auch schon 45 Jahre alte Taker machte weiter, damals auch noch auf höchstem Niveau, wie seine ähnlich meisterhaften Duelle mit Triple H 2011 und 2012 zeigten - die atmosphärisch fast noch stärker waren, so gekonnt spielten beide mit der Fan-Furcht, dass die liebgewonnene Taker-Serie darin enden könnte (was dann tatsächlich 2014 gegen Brock Lesnar geschah).

2012 war Michaels auch noch Gastringrichter in dem Hell in a Cell Match - ein bewusster Rückgriff auf das Taker-Michaels-Duell 1997 - und sorgte mit Andeutungen, dass er seinen Bezwinger aus Rache betrügen könnte, für zusätzliche Spannung.

Stattdessen siegte der "Dead Man", half dem abgekämpften Triple H zusammen mit Michaels auf, Arm in Arm schauten alle drei dann von der Einmarschrampe aus ins Stadionrund in Miami. Das Bild der drei müden Showkampfkrieger wurde zu einem ikonischen Moment - beim Undertaker hängt es eingerahmt im Allerheiligsten, an der Tür seines Fitness-Raums in der texanischen Heimat.

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2018: Fiasko in Saudi-Arabien

2018 versuchten alle drei, den magischen Moment wieder einzufangen: Für ein nostalgisches Legenden-Match in Saudi-Arabien - für das alle Beteiligten eine Millionengage bekommen haben sollen - kehrte sogar Michaels mit 53 doch nochmal aus dem Ruhestand zurück, um mit Triple H gegen den Undertaker und Kane anzutreten.

In der Doku verrät der Taker, dass er seine Karriere womöglich beendet hätte, wenn er und seine Kumpanen das Ziel eines würdigen Revivals alter Zeiten erreicht hätten. Das Gegenteil jedoch ist eingetreten.

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Vom politisch fragwürdigen Schauplatz des Matches kurz nach dem Mord am saudischen Regimekritiker Jamal Khashoggi abgesehen: Das Match misslang völlig. Triple H riss sich bei einer missglückten Aktion den Brustmuskel, auch sonst prägten Pannen das Match.

"Es war totaler Mist", bekennt Michaels in der Doku, Triple H nennt das Match eine "Katastrophe", die "nicht schlimmer hätte laufen können". Der Taker, der in dem Jahr nach einer Hüft-OP eigentlich wieder zu besserer Form gefunden hatte, nahm einen Großteil der Schuld auf sich: "Ich war im Kopf nicht da", hält er fest, auch wegen familiärer Probleme, die ihn damals beschäftigt hätten.

Die Sehnsucht nach einem Karriere-Schlusspunkt, mit dem er zufrieden sein konnte, blieb einmal mehr unerfüllt. Für immer?

Die Last-Ride-Episode endet mit nachdenklichen Statements von Michaels, Triple H und anderen, dass der Taker in einem Teufelskreis gefangen sein könnte. Tenor: Der große Wunsch des Takers, dass sein letztes Match ein würdiges sein sollte, führt womöglich dazu, dass er genau deshalb immer und immer weiter macht - und damit erst recht den Absprung verpasst.

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