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Silverstone - Beim Qualifying in Silverstone bleibt Sebastian Vettel weit hinter Teamkollege Leclerc zurück. Der Deutsche muss Kritik einstecken, Ferrari pokert mit den Reifen.

Sebastian Vettel war nach dem Qualifying von Silverstone ratlos.

"Ich glaube, vom ersten Qualifying bis zum letzten war ich nicht in der Lage, mich zu steigern. Ich habe mich nicht so im Auto wohlgefühlt und den Rhythmus nicht gefunden", sagte er am Samstagnachmittag.

Vettels Abwärtstrend hält auch im dritten Rennen in Folge an. Nach Startplatz sieben in Frankreich und Startplatz neun in Österreich wird er als Sechster in den Großen Preis von Großbritannien (Formel 1: Großer Preis von Großbritannien, So. ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) starten.

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Ferrari-Teamchef kritisiert Vettel

Den Vergleich zum Qualifying in Österreich, als er von technischen Problemen gestoppt wurde, wollte Vettel aber nicht gelten lassen. "Es war eine ganz andere Situation. Dieses Mal konnten wir die ganze Zeit an der Qualifikation teilnehmen", erklärte er.

Doch auch wenn die Gründe unterschiedlich sind, ist das Ergebnis dasselbe. Vettel steht nicht dort, wo er stehen will.

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Es ist aber nicht nur der Startplatz, der Fragen aufwirft. Auch der große Rückstand von mehr als 0,6 Sekunden auf seinen Teamkollegen Charles Leclerc entspricht nicht den Vorstellungen des vierfachen Champions.

"Ich bin mir sehr sicher, er hätte heute besser abschneiden können. Da müssen wir uns jetzt einige Dinge anschauen", kritisierte Teamchef Mattia Binotto.

Vettel in Silverstone häufig schwach

Vettel konnte auf dem britischen Traditionskurs zwar bereits zwei Mal gewinnen, so richtig angefreundet hat er sich mit der Strecke aber nie. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass seine Teamkollegen gerade in Silverstone häufig besser abgeschnitten haben als er.

Wie schwierig es für den 31-Jährigen in der Qualifikation werden würde, deutete sich bereits in Q2 an. Vettel war in der Anfangsphase der einzige Top-Fahrer, der auf den schnellen weichen Reifen unterwegs war.

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Trotz des Vorteils war er zu diesem Zeitpunkt knapp 0,9 Sekunden langsamer als Leclerc. Als der Monegasse später ebenfalls mit der weichsten Reifenmischung über die Strecke raste, überflügelte er Vettel um Längen.

Aufgrund der Vorgaben im Regelwerk müssen beide Ferrari-Piloten auch beim Rennen am Sonntag mit eben jener Reifenmischung an den Start gehen. Bei Ferrari hält man das für die richtige Strategie, bei Mercedes, die mit Medium-Reifen starten, ist die Meinung eine andere.

Mercedes versteht Ferrari nicht

"Das verstehen wir nicht. Denn wenn du zweimal stoppst, musst du Soft-Soft laufen. Und das ist nicht ideal", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. 

Reifenhersteller Pirelli gibt mit seiner Rennprognose allerdings der Scuderia Recht. Um den Sieg mitkämpfen wird Vettel in seinem Ferrari aber wohl dennoch nicht, er erwartet ein Duell mit Red Bull.

Leclerc dagegen, der hinter Hamilton von der dritten Position ins Rennen geht, könnten die weichen Reifen in der Anfangsphase den nötigen Vorteil geben, um die Mercedes-Fahrer zu überholen.

Rosberg lobt Leclerc

Dem Monegassen fehlte in der Qualifikation nicht einmal eine Zehntelsekunde auf Pole-Setter Valtteri Bottas. Der geringe Abstand überraschte nicht nur ihn.

Nico Rosberg, Weltmeister des Jahres 2016, sagte in einer Video-Botschaft, die er über Social Media verbreitete: "Der Ferrari ist definitiv langsamer. Vor allem dann, wenn Mercedes zusätzliche Leistung freigibt. Er hat eine unglaubliche Qualifikation gezeigt."

Vettel klammerte sich unterdessen an die Hoffnung auf Besserung im Rennen. "Unsere Rennpace ist in der Regel sehr gut. Nach ein paar Runden wird es normalerweise besser."

Normalerweise...

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