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Pleas steiniger Weg zum Top-Stürmer

Pleas steiniger Weg zum Top-Stürmer

Gut, besser, Alassane Plea. Der 25-Jährige entzückt Borussia Mönchengladbach mit Toren am Fließband. Hinter dem Top-Stürmer liegt ein steiniger Weg.
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© Getty Images
Janosch Franke
von Filip Knopp
13.11.2018 | 07:58 Uhr

"Ich bin hier bei einem perfekten Klub gelandet."

Wenn sich ein Neuzugang nach gerade einmal vier Monaten schon so schwärmerisch äußert, dann muss eine Menge gut laufen. Speziell für ihn persönlich.

Bei Alassane Plea ist das im Trikot von Borussia Mönchengladbach zweifellos der Fall. Mit seinem Dreierpack beim 3:1-Erfolg gegen Werder Bremen hat er das einmal mehr eindrucksvoll bestätigt.

Gladbachs Rekordtransfer trifft am Fließband

Die Fohlen hatten den Franzosen im Juli vom OGC Nizza an den Niederrhein gelotst. Für kolportierte 23 Millionen Euro.

Eine stolze Summe für die Gladbacher, mit der sie zugleich ein hohes finanzielles Risiko eingingen. Nie zuvor hatte der Verein schließlich so viel für nur einen Akteur auf den Tisch gelegt.

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Und: Bislang gingen Max Eberls Versuche, einen klassischen Mittelstürmer für viel Geld an den Niederrhein zu lotsen schief. Luuk de Jong, Peniel Mlapa oder zuletzt Josip Drmic hielten nicht, was sie versprachen.  

Umso mehr macht sich die Investition mit Plea bezahlt: Elf Tore in zwölf Einsätzen - so spektakulär liest sich die Zwischenbilanz des 25-Jährigen.

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Acht davon markierte er in der Bundesliga. Mit neun Treffern ist bislang nur Luka Jovic von Eintracht Frankfurt erfolgreicher.

Vor allem Plea ist es also zu verdanken, dass Dieter Heckings Mannschaft nach dem zwölften Spieltag hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund auf dem zweiten Tabellenplatz liegt. 

Eberl feiert Scouts für Plea-Entdeckung

"Unsere Scoutingabteilung hat einen großartigen Job gemacht", bejubelte Sportdirektor Max Eberl im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 den mit Plea gelandeten Transfer-Coup.

Alassane Plea ist einer der Shootingstars der Saison. Im CHECK24 Doppelpass erklärt Gladbach-Sportdirektor Max Eberl, wie der Stürmer ins Visier der Borussia-Scouts geriet.
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Mit 16 Treffern für Nizza machte er Gladbach in der Saison 2017/18 auf sich aufmerksam. Insgesamt brachte Plea es für den Ligue-1-Klub auf 44 Tore.

An der französischen Riviera teilte sich Plea eine Kabine mit Mario Balotelli. "Er ist ein super Spieler. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu spielen", sagte der 1,81 Meter große Angreifer bei seiner Vorstellung bei der Borussia.

Gecoacht wurde er in Nizza von: Lucien Favre. Einst Trainer in Gladbach und jetzt Erfolgscoach beim BVB. 

"Er hat mir technisch und taktisch viel beigebracht. Er hat mir gezeigt, wie ich den Ball fordern muss, wie ich mitspielen muss, wie ich meinen Abschluss verbessere. Favre ist ein sehr, sehr guter Trainer", lobte Plea den Fußball-Lehrer in einem Interview mit der Westfalenpost.

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Weil das Sturmzentrum für das italienische Enfant terrible reserviert war, setzte Favre Plea als linken Flügelspieler ein. Das hielt ihn aber keinesfalls davon ab, in Nizza zu einem Top-Stürmer zu reifen.

Die Frage, warum Favre seinen Schützling nicht einfach von Nizza nach Dortmund mitbrachte, beantwortete Hans-Joachim Watzke bei Sky: "Wir haben uns einfach anders entschieden", sagte der BVB-Chef. "Wir haben Plea bewertet und danach andere Pläne gehabt."

Plea kämpft sich nach Verletzungen eindrucksvoll zurück

Die Westfalen tätigten mit Paco Alcacer ebenfalls einen Top-Transfer - und durchkreuzten Gladbachs Pläne nicht. 

Den aktuellen Überflieger stoppten selbst schwere Verletzungen nicht. Bei seinen vorherigen Stationen Olympique Lyon und AJ Auxerre hatte er sich das Kreuzband und ein Jahr später den Meniskus gerissen.

Der Durchbruch im Profibereich blieb ihm deshalb lange verwehrt. Umso erstaunlicher, dass Plea nach diesen Rückschlägen durchstartete und von seiner Leistungsfähigkeit nichts einbüßte.

Gladbach wird es freuen, dass Plea augenscheinlich eine Ausnahme ist. "Eine Torchance ist bei ihm im Normalfall ein Treffer", zeigte sich Offensiv-Partner Thorgan Hazard im SPORT1-Interview beeindruckt.

Ex-Kölner machte Plea die Bundesliga schmackhaft

Übrigens: In gewisser Weise half Gladbach mit Anthony Modeste ausgerechnet ein ehemaliger Profi des Rivalen 1. FC Köln, den Wechsel einzutüten. Der Stürmer, der sich aktuell in der zweiten Mannschaft des Geißbock-Klubs fit hält, machte seinem Landsmann ein Engagement in der Bundesliga in mehreren Gesprächen schmackhaft.

"Tony hat mir von der Bundesliga vorgeschwärmt, von den vollen Stadien", zitiert die Bild Plea. 

Nun schwärmen sie am linken Niederrhein von ihrem Vollblutstürmer - und nicht nur dort. Auch in seinem Heimatland sind Pleas Leistungen nicht verborgen geblieben. Die Belohnung: Am Montag nominierte ihn Nationaltrainer Didier Deschamps erstmals für die Equipe Tricolore.