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Bundesliga, FC Bayern: Kimmichs Erklärung nach Bochum-Klatsche greift zu kurz - Kommentar von Kerry Hau

Kimmichs Erklärung greift zu kurz

Kurz vor dem CL-Achtelfinale geht der FC Bayern beim VfL Bochum unter. Ein Totalausfall mit Ansage, der sich aber nicht nur auf fehlende Einstellung zurückführen lässt, findet SPORT1-Chefreporter Kerry Hau.
SPORT1-Chefreporter Kerry Hau kritisiert Bayerns Defensive
SPORT1-Chefreporter Kerry Hau kritisiert Bayerns Defensive
© SPORT1-Grafik/Imago
Kerry Hau
Kurz vor dem CL-Achtelfinale geht der FC Bayern beim VfL Bochum unter. Ein Totalausfall mit Ansage, der sich aber nicht nur auf fehlende Einstellung zurückführen lässt, findet SPORT1-Chefreporter Kerry Hau.

Bochum 4, Bayern 2.

Es war ein denkwürdiger Samstagnachmittag an der Castroper Straße – begünstigt auf der einen Seite durch eine mutige Mannschaftsleistung des Aufsteigers, auf der anderen Seite aber auch durch einen kollektiven Blackout des Rekordmeisters.

Nach der 0:5-Klatsche im Pokal gegen Borussia Mönchengladbach legte die Elf von Julian Nagelsmann den zweiten völlig desolaten Auftritt in dieser Saison hin.

Joshua Kimmich sprach hinterher von einem Einstellungsproblem, stellte die Mentalitätsfrage.

Bayern-Ausfall kam nicht völlig überraschend

Zu Recht. Wer sich – bei allem Respekt vor der erstklassigen Bochumer Darbietung – so von einem Aufsteiger düpieren lässt wie Kimmich und seine Mitspieler, ist nicht mit 100 Prozent bei der Sache. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Umso schlimmer aus Bayern-Sicht, dass der Totalausfall nicht überraschend zustande kam. „Das Abschlusstraining war schon sehr, sehr schlecht“, gestand Nagelsmann. „Da war keine Spannung drin, genauso wie heute.“

Es wäre jedoch zu einfach, diese Leistung einzig und allein auf fehlende Einstellung zurückzuführen. Wenn diese mit so vielen Weltklasse-Spielern bestückte Mannschaft schon länger ein Problem hat, dann in puncto Abwehrarbeit.

Nagelsmann nahm sich dabei selbst in die Pflicht, indem er Kritik an seiner taktischen Ausrichtung mit einer Viererkette und nur einem Sechser davor (Kimmich) übte.

Nach dem 15. Bundesliga-Spiel in dieser Saison mit mindestens einem Gegentor muss sich allmählich aber auch die Frage nach der Qualität im Defensivbereich stellen. (News: Hamann kritisiert Bayern)

Bayern: Verunsicherung ist spürbar

Die vor der Saison gewechselten David Alaba und Jérôme Boateng haben eine große Lücke im Abwehrzentrum hinterlassen, die 42-Millionen-Neuzugang Dayot Upamecano bei all seinen spannenden Voraussetzungen ebenso wenig zu füllen vermag wie Lucas Hernández, der ab Sommer in Dortmund spielende Niklas Süle und Ab-und-zu-Innenverteidiger Benjamin Pavard.

Das unter Hansi Flick bewährte Duo Alaba-Boateng ergänzte sich nicht nur sportlich hervorragend, sie waren auch klare Kommunikatoren und damit selbst an fußballerisch nicht fehlerfreien Tagen wichtige Stützen.

Bei ihren Nachfolgern ist Verunsicherung wie in Bochum geradezu spürbar – weil wenig gesprochen wird und so oft der Eindruck entsteht, der eine verlasse sich auf den anderen.

Wenn das schon Cristian Gamboa und Gerrit Holtmann ausnutzen, was machen dann internationale Top-Spieler in der Champions League? (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Bochum hat Bayerns Schwächen aufgedeckt

Das Pariser Starensemble um Kylian Mbappé oder der englische Tabellenführer Manchester City mit Ex-Bayern-Coach Pep Guardiola hätte sicher Spaß, dieser instabilen Defensive entgegenzutreten. (Die Stimmen zu Bayerns Pleite)

Gut für die Münchner, dass es gegen solche Kaliber frühestens im Viertelfinale der Königsklasse geht. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Sollte nicht schon vorher gegen Red Bull Salzburg Schluss sein. Die Bochumer haben Karim Adeyemi und Co. eindrucksvoll vorgemacht, wie die Bayern zu knacken sind.

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