Home>Fußball>Bundesliga>

Warum Nagelsmann von seiner Kündigung beim FC Bayern aus den Medien erfuhr

Bundesliga>

Warum Nagelsmann von seiner Kündigung beim FC Bayern aus den Medien erfuhr

{}
{ "placement": "banner", "placementId": "banner" }
{ "placeholderType": "BANNER" }

Salihamidzic: Freistellung „geleakt“

Salihamidzic erläutert die zeitliche Abfolge von Nagelsmanns Freistellung. Über das Telefonat mit dem neuen Bayern-Coach muss er schmunzeln. Für Tuchel stand eine Bundesliga-Rückkehr eigentlich nicht auf der Agenda.
Der Sportvorstand der Bayern Hasan Salihamidzic spricht über das erste Gespräch mit Thomas Tuchel am Telefon.
Johannes Fischer
Johannes Fischer

Wie und wann gingen die Freistellung von Julian Nagelsmann und die Gespräche mit Thomas Tuchel über die Bühne? Auf der Pressekonferenz am Samstag verriet Hasan Salihamidzic die genauen Umstände sowie die zeitliche Abfolge.

{ "placeholderType": "MREC" }

„Es war eine emotional schwere Entscheidung, besonders für mich, der jeden Tag mit Julian in der Kabine saß“, schob der Sportvorstand des FC Bayern vorweg. „Wenn es so vertrauensvoll ist und wenn man so eine Bindung hat, dann ist es sehr schwer, solch eine Entscheidung zu treffen.“

Der Prozess habe erst am Montag begonnen, „als wir alles analysiert haben“, erklärte Salihamidzic, der am Sonntag ab 11 Uhr im STAHLWERK Doppelpass LIVE im Free-TV auf SPORT1 Rede und Antwort stehen wird. Vor allem die 1:2-Pleite in Leverkusen habe die Bayern-Bosse zu der radikalen Entscheidung geführt.

Kurz vor der Vorstellung von dem neuen Trainer Thomas Tuchel beim FC Bayern - begründet Hasan Salihamidzic den Zeitpunkt der Freistellung von Julian Nagelsmann.
03:32
Hasan Salihamidzic begründet Zeitpunkt der Freistellung von Julian Nagelsmann

Salihamidzic „Dann hat er gesagt: ‚Was willst du?‘“

Dass es schon vor dem vergangenen Wochenende derlei Überlegungen gegeben habe, dementierte der Bayern-Manager entschieden.

{ "placeholderType": "MREC" }

„Nicht in einer Sekunde war vorher ein Gedanke, jemand anderes zu kontaktieren. Wir wollten immer bis zur letzten Sekunde hinter Julian stehen. Dann, als wir es analysiert haben, hat man gemerkt, dass der Trend einfach nicht mehr nach oben geht – und erst dann haben wir Thomas Tuchel kontaktiert. Wir haben uns am Dienstag das erste Mal getroffen – und dann ging der Prozess ganz schnell.“

Dass Nagelsmann seine Beurlaubung aus den Medien erfahren habe, bedauert Salihamidzic sehr. „Es war schwer für Julian, als er davon mitbekommen hat“, sagte der Sportchef: „Wir konnten nichts dafür, dass es von einer dritten Person geleakt wurde, ehe wir die Zusage von Thomas Tuchel hatten.“

Den ersten Kontakt zum neuen Bayern-Coach habe es tags darauf gegeben. „Am Dienstagmittag habe ich ihn angerufen“, verriet Salihamidzic schmunzelnd. „Dann hat er gesagt: ‚Was willst du?‘ Ich habe geantwortet: ‚Wenn du keinen Bock hast, dann leg auf‘.“

Bereits am Dienstagabend habe man sich zu einem persönlichen Meeting getroffen. „Wir hatten ein sehr gutes Gespräch. Am Mittwoch, Donnerstag haben Marco (Neppe, Anm. d. R.) und ich verhandelt, wir haben versucht, schnell eine Lösung zu finden.“

{ "placeholderType": "MREC" }

Tuchel: „Größe der Herausforderung hat den Ausschlag gegeben“

Salihamidzic: „Wir kennen uns von früher, hatten vor vier Jahren schon mal gesprochen, das hat damals leider nicht geklappt. Dieses Mal haben wir es hingekriegt, weil wir beide es unbedingt wollten.“

Auch Tuchel selbst gab Einblicke in seine Gedankengänge, als ihn der Salihamidzic kontaktierte: „Der Zeitpunkt war überraschend, ich habe nicht damit gerechnet und es gab vorher auch keinen Kontakt.“

Das Interesse der Bayern sei für ihn „total überraschend“ gekommen, meinte Tuchel. In das erste Gespräch mit Salihamidzic am Dienstag sei er „sehr naiv“ gegangen, berichtete der Nachfolger von Nagelsmann, der einen Vertrag bis 2025 unterschrieb.

Dass der frühere Chelsea-Coach in die Bundesliga zurückkehren würde, stand offenbar nicht auf seiner Agenda.

„Ich bin davon ausgegangen, dass ich meine Karriere im Ausland fortsetze“, erklärte er. „Das erste Gespräch war am Dienstagabend. Die Größe der Herausforderung hat dann den Ausschlag gegeben, dass ich es machen möchte. Ich war schon einmal sehr eng mit Bayern in Kontakt. Damals konnte ich nicht warten. Es wäre niemals angemessen, jemanden unter Druck zu setzen. Es ging sehr schnell, es ist ein Top-Lösung für mich.“