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Julian Nagelsmann zum FC Bayern? So wahrscheinlich ist eine Rückkehr

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Julian Nagelsmann zum FC Bayern? So wahrscheinlich ist eine Rückkehr

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Nagelsmann zu Bayern: Ergibt das Sinn?

Julian Nagelsmann ist im Sommer frei, die Bayern suchen ab Sommer einen neuen Trainer. Eigentlich ein perfektes Match. So realistisch ist eine Rückkehr des 36-Jährigen.
Die Trennung von Thomas Tuchel im Sommer ist beschlossene Sache. Als Nachfolger wird aktuell über mehrere Namen spekuliert, auch Bundestrainer Julian Nagelsmann gilt als Option.
Stefan Kumberger
Stefan Kumberger

Es ist jetzt nicht einmal ein Jahr her, da war Julian Nagelsmann in München der Buhmann. Seine Arbeit gefährde den Erfolg des FC Bayern, außerdem habe er die Kabine verloren. Obendrein sei er verbal zu offensiv und sein Kleidungsstil sei auch zu extravagant.

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Die damaligen Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic – und auch ihre Spindoktoren im Hintergrund – leisteten im März 2023 ganze Arbeit. Nagelsmann sollte in den Augen der Öffentlichkeit als nicht mehr tragbar für den Rekordmeister dargestellt werden.

Doch diese Erzählungen bekamen schon damals Risse. Joshua Kimmich und Leon Goretzka ließen eindeutig durchblicken, dass sie die Entlassung des Trainers nicht verstanden – und die das Verhältnis zwischen Coach und Profis beschrieben sie als vollkommen intakt. Im Fußballgeschäft herrsche „wenig Liebe“ und „wenig Herz“, so Kimmich damals über die Umstände der Entlassung.

Julian Nagelsmann wird als möglicher neuer Trainer des FC Liverpool gehandelt. Der Bundestrainer erinnert bei den Reds offenbar an Jürgen Klopp.
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Nagelsmann als Klopp-Erbe beim FC Liverpool gehandelt

Spätestens als Klub-Patron Uli Hoeneß verkündete, er hätte nicht wie Kahn und Salihamidzic agiert, war klar: Die beiden hatten eigenmächtig und überstürzt gehandelt.

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Nagelsmann wieder eine Option?

Mittlerweile liegen die Karten anders. Nagelsmann ist Bundestrainer und die Bayern sind auf Trainersuche. Doch ist eine Rückkehr des 36-Jährigen wirklich eine Option?

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Fakt ist: Nagelsmann ist – Stand jetzt – nach der Europameisterschaft frei. Sein Vertrag läuft nur bis Turnierende. Und Fakt ist auch: Ein erneutes Engagement in München würde zu Nagelsmann passen. Er ist ehrgeizig und natürlich dürfte er den Eindruck haben, von Kahn und Salihamidzic um seinen Traumberuf gebracht worden zu sein.

Dass er mutig und selbstbewusst ist, bewies er auch, als er den Bundestrainer-Job annahm. „Selbstzweifel kenne ich eigentlich nicht“, sagte Nagelsmann in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel.

Besonderes Verhältnis zu Kimmich

Auf der anderen Seite schätzt man beim FC Bayern weiterhin die Arbeit des Ex – vereins-, aber auch teamintern. „Ich finde, dass Julian ein super Trainer ist. Wenn er das am Ende wird, haben wir, glaube ich, da einen großartigen Trainer“, sagte Goretzka bereits vor Nagelsmanns Engagement beim DFB über den Coach.

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Zudem gilt das Verhältnis zwischen Nagelsmann und Kimmich als besonders. Der Nationalspieler fungierte bei Bayern als verlängerter Arm des Trainers.

Auch das Verhältnis zu Manuel Neuer, das bei Bayern als belastet galt, ist intakt. Der Torwart weiß es sehr zu schätzen, dass Nagelsmann ihn nach der schweren Verletzung nicht fallenließ. Im Gegenteil: Der Keeper darf sich berechtigte Hoffnungen machen, im Sommer bei der EM zwischen den Pfosten zu stehen.

Nagelsmann-Rückkehr: Finanziell fragwürdig

Die Probleme einer erneuten Verpflichtung von Nagelsmann wären bei den Bayern eher Probleme der Außenwirkung. Der Rekordmeister würde damit endgültig einen großen Fehler eingestehen müssen. Auch finanziell wäre eine Rückholaktion fast schon ein Desaster.

Erst überwies der FC Bayern für Nagelsmann die Weltrekordablöse von über 20 Millionen Euro an RB Leipzig, dann bezahlte man ihn marktgerecht und gut, um nach der Entlassung sein Gehalt weiter zu entlohnen und schließlich vom DFB keine Ablösesumme zu verlangen.

Planvoll und finanziell sinnvoll erscheint da ein Comeback Nagelsmanns auch Sicht der Bayern nicht gerade …

Terminliche Probleme wegen der EM

Hinzu kommen terminliche Probleme. Die EM dauert für die DFB-Elf im besten Falle bis 14. Juli, dem Tag des Endspiels in Berlin. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die Vorbereitung des Rekordmeisters bereits zwei Wochen lang laufen. Auch wenn viele Bayern-Spieler ohnehin beim DFB weilen, wäre das eine Kröte, die die Münchner Führungsriege nur sehr unwahrscheinlich schlucken würde.

Nagelsmann würde zudem parallel arbeiten müssen. Während er die Nationalmannschaft trainiert, wäre er gleichzeitig als Ansprechpartner für die Kaderplanung des FC Bayern gefragt – anstrengender geht es kaum. Auch wenn der 36-Jährige selbst im Spiegel sagt: „Ich habe mal mein Burn-out-Risiko testen lassen. Es liegt bei null Prozent. Das haben offenbar nicht so viele.“

Die Tendenz beim FC Bayern geht aber ohnehin Richtung Xabi Alonso. Auch Sebastian Hoeneß vom VfB Stuttgart darf sich SPORT1-Infos zufolge berechtigte Hoffnungen auf den Trainerjob bei den Münchnern machen.

Trotzdem: Ausschließen kann man derzeit in München nichts. Selbst ein Comeback von Julian Nagelsmann nicht.