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Die Probleme bei Bayerns Trainersuche

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Die Probleme bei Bayerns Trainersuche

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Die Probleme bei Bayerns Trainersuche

Wunschlösung Xabi Alonso steht nicht zur Verfügung, dazu sorgt der blutleere Auftritt der Mannschaft gegen den BVB für neue Probleme beim FC Bayern. Das macht die Trainersuche für Sportvorstand Max Eberl besonders kompliziert.
Julian Nagelsmann gilt als heißer Kandidat für die Nachfolge von Thomas Tuchel als Trainer des FC Bayern. Max Eberl äußert sich zum Kandidatenkreis.
Maximilian Lotz
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Stefan Kumberger
Stefan Kumberger

Trotz der Herausforderungen bei der Trainersuche des FC Bayern hat der neue Sportvorstand Max Eberl seinen Humor nicht verloren. „Ich habe tatsächlich Freunden von mir geschrieben: ‚Ihr sucht am Sonntag Eier, und ich suche den Trainer‘“, sagte Eberl im ZDF-Sportstudio.

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Während die Ostereiersuche für gewöhnlich ein kurzes Vergnügen darstellt, entwickelt sich die Suche nach einem Nachfolger für den zum Saisonende scheidenden Coach Thomas Tuchel bei den Bayern zu einer länger andauernden Angelegenheit.

Und die treibt immer seltsamere Blüten. „Ich habe auch gehört, dass Antonio Conte mir schon Listen schickt von Spielern. Da sieht man, wie pervers und wie kurios unsere Trainersuche ist, wer alles schon zu- und abgesagt hat“, sagte Eberl auf SPORT1-Nachfrage nach der 0:2-Niederlage gegen den BVB.

Borussia Dortmund beendet seine schwarze Serie in München. Der FC Bayern muss die letzten leisen Titelhoffnungen in der Bundesliga nach einer schwachen Leistung wohl endgültig begraben.
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Eberl an mehreren Fronten gefordert

Die offene Trainerfrage ist das eine, der blutleere Auftritt der Mannschaft gegen Dortmund das andere. Der Rückfall in überwunden geglaubte Phasen dieser Saison sorgt wieder für mehr Unruhe an der Säbener Straße. Eberl ist als neuer starker Mann damit gleich an mehreren Fronten gefordert.

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Zuletzt hatte er betont, im April Klarheit in der Trainerfrage schaffen zu wollen. Jetzt gilt es aber auch, intern den Auftritt der Bayern entsprechend aufzuarbeiten, damit die schon jetzt recht enttäuschende Bayern-Saison nicht komplett in die Binsen geht. Denn: In der Champions League geht es gegen Arsenal ja noch um den Halbfinal-Einzug.

„Da muss man ja auch mal ein Stück weit die Akteure auf dem Platz fragen“, kommentierte Eberl das fragwürdige Bild, das das Bayern-Team am Samstag abgegeben hatte. „Man kann natürlich den nächsten Trainer rauswerfen und sagen: wieder der nächste Trainer. Und wieder der nächste Trainer. Es sind schon auch noch die Jungs auf dem Platz, die ihre Leistung bringen müssen.“

Eberl von Alonso-Entscheidung nicht überrascht

Die zuletzt hohe Fluktuation an der Seitenlinie des Rekordmeisters soll der Vergangenheit angehören. Doch das erleichtert das Finden eines neuen Trainers, der im besten Fall eine neue Ära prägen soll, nicht unbedingt. Die verfügbaren Optionen sind auf den ersten Blick überschaubar.

Der lange als Wunschkandidat gehandelte Xabi Alonso steht nach seinem Bekenntnis zu Bayer Leverkusen seit Freitag auch offiziell nicht mehr zur Verfügung. Die Entscheidung sei für Eberl nicht überraschend gekommen, wie der 50-Jährige betonte: „Wir arbeiten schon lange in eine andere Richtung und versuchen, das dann zu realisieren.“

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Auf zuletzt gehandelte Namen wie Julian Nagelsmann oder Ralf Rangnick - nach SPORT1-Informationen zwar kein Top-Kandidat, aber noch nicht vom Tisch - wollte Eberl am Samstag nicht näher eingehen. „Ich habe noch nie einen Namen irgendwie kommentiert oder besprochen“, sagte er.

Brisanz bei Nagelsmann und Rangnick

Beide Kandidaten würden eine gewisse Brisanz mit sich bringen. Für Nagelsmann wäre es nach der Trennung vor knapp einem Jahr ein überraschend schnelles Comeback. Und Alphatier Rangnick eilt wegen seiner Machtansprüche auch ein gewisser Ruf voraus.

„Mit der Nagelsmann-Idee habe ich ein bisschen Probleme. Es gab Gründe, warum man ihn rausgeschmissen hat. Und man muss ja auch Nagelsmann erst mal fragen, ob er überhaupt noch mal bereit wäre, dorthin zugehen, wo er vor einem Jahr gekickt wurde“, sagte SPORT1-Experte Stefan Effenberg im STAHLWERK Doppelpass.

Wer wird Nachfolger von Thomas Tuchel als Trainer der Bayern? Diese Frage wird im STAHLWERK Doppelpass hitzig diskutiert. Stefan Effenberg hat vor allem zu Julian Nagelsmann eine klare Meinung.
04:48
STAHLWERK Doppelpass: Nagelsmann-Comeback als Bayern-Trainer? Effe mit Klartext

Für den früheren Bundesliga-Trainer Robin Dutt sei Rangnick zwar ein unglaublicher Trainer, aber er benötige für die Umsetzung seiner Ideen auch Zeit. „Und wenn wir eines wissen, dann ist es, dass du bei Bayern diese Zeit nicht bekommst“, meinte Dutt im Doppelpass.

Zudem sind sowohl Nagelsmann als auch Rangnick im Sommer als Trainer noch bei der EM gebunden. Während die Bayern voraussichtlich Anfang Juli die Saisonvorbereitung aufnehmen werden, geht die EM zu dem Zeitpunkt in die heiße Phase, das Finale steigt am 14. Juli.

De Zerbi heizt Spekulationen an

Daher rückt ein weiterer Kandidat verstärkt in den Fokus: Roberto De Zerbi. Nach SPORT1-Informationen steht der Italiener sowohl beim FC Bayern als auch beim FC Liverpool auf der Liste. Dass er seinen bis 2026 laufenden Vertrag bei Brighton & Hove Albion „im Moment nicht“ verlängern wolle, heizte die Gerüchte um seine Person weiter an.

Am Sonntagabend brachte Michael Reschke unterdessen einen Coach ins Spiel, dessen Name gerüchteweise schon vor einigen Wochen in den Gazetten herumgeisterte. „Mourinho ist ein Motivationskünstler und hat Strahlkraft. Ohne zu sagen, dass er die Lösung ist. Das ist ein Gedankenansatz, den man verfolgen muss. Man muss Mourinho bei den Bayern seriös diskutieren“, sagte der frühere Technische Direktor der Bayern.

Die offene Trainerfrage spielt auch bei der Kaderplanung eine nicht unerhebliche Rolle. Ex-Bayern-Star Effenberg fand es allerdings „schräg“, dass Spieler ihre Zukunftsplanung vom Trainer abhängig machen.

„Das hat in meiner Karriere nie eine Rolle gespielt. Ich entscheide mich doch für den Verein und nicht für den Trainer. Wenn ich ein Angebot von Bayern kriege, möchte ich dieses Trikot tragen, aber es ist doch nicht entscheidend, wer Trainer ist. Wenn ich das frage, dann ist doch schon irgendwas falsch“, sagte Effenberg im Doppelpass.

Eberl gab am Samstag noch die Devise aus: „Wir versuchen, unseren Job zu machen und für die neue Saison den richtigen Trainer zu finden und dann anders in die Meisterschaft zu gehen.“ Dann bliebe nächstes Jahr an Ostern vielleicht auch wieder mehr Zeit für die vergnügliche Eiersuche.