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FC Bayern: Die Kimmich-Trennung wäre fatal

Diese Trennung wäre fatal

Der Poker zwischen dem FC Bayern und Joshua Kimmich spitzt sich weiter zu. Alle Beteiligten fühlen sich stark, doch gibt es auch eine andere Lesart. Der SPORT1-Kommentar.
Die Zukunft von Joshua Kimmich beim FC Bayern ist weiter offen
Die Zukunft von Joshua Kimmich beim FC Bayern ist weiter offen
© SPORT1-Grafik: Imago
Der Poker zwischen dem FC Bayern und Joshua Kimmich spitzt sich weiter zu. Alle Beteiligten fühlen sich stark, doch gibt es auch eine andere Lesart. Der SPORT1-Kommentar.

Joshua Kimmich hatte am Freitagabend Glück – sofern man das über einen verletzungsbedingten Ausfall sagen kann. Immerhin blieb es ihm so erspart, in Stuttgart vor die Presse zu treten und die aktuellen Entwicklungen um seine Person erklären und einordnen zu müssen.

Das musste Max Eberl übernehmen. Zwar versuchte der Sportvorstand des FC Bayern in seinen Aussagen möglichst vage zu bleiben, doch Fakt ist: Der Rekordmeister hat sein Vertragsangebot an Kimmich zurückgezogen.

Es bleibt die Frage: Wie soll es jetzt weitergehen? Wie soll das nur enden?

Bayern-Poker: Beide Seiten haben gute Argumente

Ja, aktuell können beide Seiten ihre durchaus guten Argumente vorbringen und jeweils Stärke demonstrieren. Kimmich ist der klug abwägende Profi, der nicht leichtfertig einen Vertrag unterschreibt und lässt bei seinen Überlegungen auch das Thema Wertschätzung einfließen.

Auf der anderen Seite steht der FC Bayern als seriös wirtschaftender Klub da, der das Wohl des Vereins über eine einzelne Personalie stellt und lieber einen Star abgibt, als sich auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Oder wie Eberl es am späten Freitagabend ausdrückte: „Keiner steht über dem Verein!“

Auch ein anderer Blickwinkel ist möglich

Doch die verzwickte Lage lässt auch eine andere Lesart zu: Eine, in der die Beteiligten in den Augen der Öffentlichkeit nicht so gut wegkommen. Kimmich wirkt aktuell zaudernd bis bockig.

Er zeigt sich seit Wochen seltsam unentschlossen und muss sich neuerdings sogar den Vorwurf gefallen lassen, ihm gehe es nur um ein paar Millionen Handgeld mehr.

Währenddessen leidet Eberls Image. Zum wiederholten Male kassierte der mächtige Aufsichtsrat eine Entscheidung von ihm ein.

Seine Politik der ruhigen Hand und der unendlichen Geduld kann als vorerst gescheitert angesehen werden. Sie brachte nicht den gewünschten Erfolg, die Taktik wurde per Order von oben geändert.

Und der Aufsichtsrat um Herbert Hainer, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge?

Das Gremium bestätigt mit dem Kimmich-Knall all jene Beobachter, die die wahre Macht im Verein schon lange dort verorten. Statt lediglich zu beaufsichtigen und Ratschläge zu erteilen, vollzieht die hochkarätig besetzte neunköpfige Männerriege knallharte Machtpolitik.

Trennung von Kimmich wäre fatales Zeichen

Von außen möchte man allen Seiten daher fast zurufen: Einigt euch endlich! Denn Fakt ist: Der Verein und Kimmich passen grundsätzlich perfekt zusammen.

Der beste Klub Deutschlands muss schließlich den Anspruch haben, einen Leitwolf wie Kimmich in seinen Reihen zu halten. Obendrein ist der 30-Jährige der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft.

Und Kimmich muss doch sehen, dass er nur in München die Chance hat, eine echte Klublegende zu werden. In Paris, London oder sonst wo wäre er erst einmal nur ein Neuling, der sich beweisen muss. Die Gefahr eines Scheiterns ist real.

Immerhin befinden sich die Klubführung und Kimmich weiterhin im Austausch. Es wäre beiden Seiten zu wünschen, dass man sich möglichst schnell einig wird.

Alles andere wäre ein fatales Zeichen.