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Es gibt gute Gründe, warum der FC Bayern Interesse haben soll

RB-Youngster mit Bestwerten

Yan Diomande ist bei RB Leipzig einer der Senkrechtstarter der Bundesliga und überragt auch beim Afrika-Cup. Seine Saisonstatistiken zeigen, warum auch der FC Bayern ein Auge auf den Ivorer geworfen haben soll.
SPORT1-Reporter Dennis Trolldenier spricht über die Qualitäten von Bundesliga-Juwel Yan Diomande. Auch Mitspieler und Trainer sprechen in höchsten Tönen von ihm.
Yan Diomande ist bei RB Leipzig einer der Senkrechtstarter der Bundesliga und überragt auch beim Afrika-Cup. Seine Saisonstatistiken zeigen, warum auch der FC Bayern ein Auge auf den Ivorer geworfen haben soll.

Yan Diomande ist einer der Senkrechtstarter der laufenden Bundesligasaison. Der 19-Jährige war erst im Sommer zu RB Leipzig gewechselt und überzeugte dort mit sechs Toren und zwei Vorlagen in 14 Ligaspielen.

Besonders beachtlich ist dabei, dass Diomande alle Torbeteiligungen erst nach dem achten Spieltag erzielte, nachdem er zuvor nur vereinzelt in der Startelf gestanden hatte. In diesem Zeitraum wurde der Youngster nur von Bayern-Star Michael Olise (9 Torbeteiligungen) übertroffen.

Die starken zweieinhalb Monate vor der Winterpause haben Diomande nun offenbar auch in den Fokus des FC Bayern gerückt. Wie Sky und Bild berichteten, ist der Leipziger in München einer der Top-Kandidaten für die linke Außenbahn und soll die Führung um Sportvorstand Max Eberl von seinen Qualitäten überzeugt haben. Im kommenden Sommer könnte Diomande somit zu einem ernsthaften Thema werden, um Superstar Luis Díaz herauszufordern.

Afrika-Cup: Diomande zaubert! Die Elfenbeinküste auf dem Weg zur Titelverteidigung?

Seine Leistungen aus der Bundesliga unterstreicht der Nationalspieler der Elfenbeinküste aktuell auch beim Afrika-Cup in Marokko. Der Titelverteidiger blieb in der Gruppenphase ungeschlagen und setzte sich im Achtelfinale mit 3:0 (2:0) gegen Burkina Faso durch. Durch seinen ersten Turniertreffer erhöhte Diomande noch vor der Pause die Führung.

Auch wenn sein erstes Tor bis zum vierten Spiel auf sich warten ließ, überzeugte Diomande durch seine temporeichen Dribblings. Opta-Daten von Stats Perform zeigen, dass der Ivorer unter allen Spielern im Turnier die meisten erfolgreichen 1-gegen-1-Situationen für sich entschied (16 von 27).

Im Achtelfinale am Dienstag kam Diomande sogar auf sechs erfolgreiche Dribblings in einem Spiel. Ein Wert, den nur Manchester-City-Star Omar Marmoush (7) gegen Simbabwe übertreffen konnte. Bevor der Ball endlich auch im Netz zappelte, war Diomande im Turnierverlauf zudem der Spieler mit den drittmeisten Torschussbeteiligungen seiner Mannschaft (10).

Matthäus rät Diomande von Bayern-Wechsel ab

TV-Experte Lothar Matthäus zeigte sich bei Sky zuletzt ebenfalls begeistert von den Turnierleistungen des Youngsters und sagte: „Diomande ist ein Riesenspieler. Das zeigt er jetzt auch mit der Elfenbeinküste beim Afrika-Cup.“ Folgerichtig sei er „wie viele andere auch“ ein Kandidat für den FC Bayern. Allerdings schied Diomande am Samstagabend mit der Elfenbeinküste im Viertelfinale durch ein 2:3 gegen Ägypten aus dem Turnier aus.

Mit Blick auf die Bayern hätte Diomande dort mit Michael Olise, Luis Díaz, Lennart Karl und Serge Gnabry, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, riesige Konkurrenz auf dem Flügel. „Eigentlich herrscht gar kein Bedarf, da vorne noch eine Position mit viel Geld zu besetzen“, stellte auch Matthäus fest, der Diomande zudem noch nicht zum nächsten Schritt raten wollte. „So weit ist er meiner Meinung nach noch nicht.“

Ein Blick auf seine Statistiken in der Bundesliga verrät jedoch, wo Diomande den Bayern schon jetzt helfen könnte. Die Saison des Ivorers strotzt bislang quasi von Ligabestwerten oder Zahlen, die die Spitze nur knapp verfehlen.

Pro 90 Minuten kommt Diomande auf 14 progressive Ballführungen, also vertikale Läufe über mindestens fünf Meter in Richtung des gegnerischen Tors - Ligabestwert unter allen Offensivspielern.

Durch seinen Dreierpack als zweitjüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte gegen Eintracht Frankfurt (6:0) wurde er zudem zum torgefährlichsten Teenager der Liga. Auch im Vergleich der europäischen Top-Fünf-Ligen wird Diomande in dieser Hinsicht nur von Superstar Lamine Yamal (sieben Tore, sieben Vorlagen) übertroffen.

Effektivität: Diomande übertrifft Bayern-Trio

Besonders seine Effektivität zeichnete Diomande in dieser Saison aus. Zwar kommt er pro 90 Minuten auf deutlich weniger Abschlüsse (2,3) als das Bayern-Trio (Olise 3,9/ Karl 3,8/ Diaz 3,3), übertrifft sie aber allesamt mit einer Chancenverwertung von 26 Prozent. Zum Vergleich: Díaz kommt als Bester des Bayern-Ensembles nur auf 18,6 Prozent.

Mit einem Top-Speed von 35,98 km/h war Diomande in diesem Jahr zudem der zweitschnellste Spieler und erzielte dabei mit 4,3 erfolgreichen Dribblings pro Spiel einen weiteren Bestwert in der Bundesliga. Auch hier muss sich der Leipziger im europäischen Vergleich nur Yamal (5,9) und Jeremy Doku (4,9, Manchester City) geschlagen geben. Insgesamt waren von 79 Dribblings in diesem Jahr 42 erfolgreich. Beides sind Bestwerte der Bundesliga.

Auf der anderen Seite zeigen die Saisonstatistiken von Diomande auch Defizite auf. In der Arbeit gegen den Ball kommt der RB-Star pro Spiel nur auf halb so viele Ballgewinne im Angriffsdrittel (0,6) wie Olise und Karl (1,2). Insgesamt weist er mit 5,8 Ballgewinnen pro 90 Minuten aber den im Vergleich besten Wert auf.

Auch im Passspiel fällt Diomande hinter dem Bayern-Trio zurück. Der Ivorer spielt mit nur 37 Pässen pro 90 Minuten die wenigsten Bälle und kommt dabei auch auf die schwächste Passquote (83 Prozent), die wenigsten Schussvorlagen (1,4) und Flanken im offenen Spiel (0,9).

Leipzig hofft auf weiteres Jahr von Diomande

Zu beachten ist in dieser Hinsicht aber auch die Ballbesitzstatistik der beiden Teams. Während Leipzig über die Saison auf nur 49,9 Prozent kommt, dominiert Bayern mit 68,4 Prozent und verschafft seinen Offensivspielern somit mehr Möglichkeiten.

Trotz der überragenden Saison und dem internationalen Interesse dürfte Leipzig ohnehin alles daran setzen, den Flügelspieler auch in der kommenden Saison zu halten. „Es ist unser Bestreben, Spieler länger als ein Jahr bei uns zu haben, denn sonst kriegst du keine Beständigkeit rein“, sagte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer im kicker.

Diomande war im vergangenen Sommer für 20 Millionen Euro von CD Leganés nach Deutschland gewechselt. Zuvor spielte er in den USA in der High School und am College Fußball. Erst im Januar 2025 erfolgte der Schritt in den europäischen Fußball. Die Entwicklung setzte sich steil nach oben fort.