Zeitweise wirkte es am Sonntagabend so, als würden Arjen Robben und Franck Ribéry wieder in der Münchner Arena spielen.
Genau die Zutat, nach der der FC Bayern lange gesucht hat
Die lang vermisste Bayern-Zutat
Beim 8:1 gegen den VfL Wolfsburg wirbelten Luis Díaz und Michael Olise die Verteidigung der Gäste so gekonnt durcheinander, dass sich dieser Vergleich einfach aufdrängen musste - auch weil die beiden aktuellen Bayern-Stars gewisse Attribute der Legenden von einst mitbringen.
Olise erinnert an Robben, Díaz an Ribéry
„Wenn ich seine Position und seine Moves nehme, dann ähnelt er Arjen Robben“, sagte Bayerns Sportvorstand Max Eberl nach der Partie über Olise und erklärte weiter: „Mit ‚Lucho‘ (Luis Díaz – Anm. d. Red.) haben wir den Typ Ribéry. Wir haben den filigranen, den eleganten, kreativen Typen mit Michael und wir haben ein bisschen den kreativen Chaos-Macher mit ‚Lucho‘.“ Der FC Bayern habe derzeit eine außergewöhnliche Flügelzange. Harry Kane äußerte sich ähnlich. Er lobte die Verbindung und die Zusammenarbeit der beiden. Es wirkt, als ob der FC Bayern genau die Zutat gefunden hat, nach der er lange gesucht hat.
Der Gedanke an Rib und Rob drängte sich den Fans im Stadion auch deswegen auf, weil der Franzose und der Niederländer kurioserweise regelmäßig auf den Werbebanden auftauchten: Dort warb der FC Bayern mit den Gesichtern der beiden für den anstehenden „Legends Cup“ am kommenden Sonntag. Dort werden Robben und Ribéry auflaufen.
Ein gefährliches Unterfangen
Seit Jahren ist der Vergleich mit Robben und Ribéry allerdings ein gefährliches Unterfangen in München: Nicht wenige sind daran gescheitert, die Nachfolge der beiden Ikonen erfolgreich anzutreten.
Der prominenteste Name, der an diesem Auftrag scheiterte, ist vermutlich Leroy Sané. Ihm überließ Robben im Jahr 2020 sogar gönnerhaft seine Rückennummer 10 – eine Bayern-Legende wurde der jetzige Galatasaray-Star allerdings nicht.
Dass solche Vergleiche gerne Probleme mit sich bringen, scheint auch Vincent Kompany zu wittern. Jedenfalls versuchte der Bayern-Trainer, den Hype um sein Traumduo zu bremsen. „Ich würde sie noch nicht mit Robben und Ribéry vergleichen - dafür habe ich zu viel Respekt vor diesen beiden Flügelstürmern, gegen die ich selbst gespielt habe“, so der Belgier. Und der Coach machte auch sofort klar, was seinen Schützlingen noch fehlt: Trophäen!
Können Díaz und Olise konstant abliefern?
„Sie müssen ihren eigenen Weg gehen. Denn es kommt nicht auf die individuelle Klasse an, sondern auf das, was die Mannschaft gewinnt. Wenn am Ende die großen Titel da sind, können wir über dieses Thema sprechen“, sagte Kompany. Er halte aktuell überhaupt nichts von der Diskussion - auch wenn er schätze, was seine Spieler leisten. Kane sieht es ähnlich: „Robben und Ribéry haben diese Leistungen über Jahre gebracht.“
Interessant ist es derweil zu beobachten, dass Díaz und Olise eindeutig die Lieblingskombination des Trainers auf den Flügeln darstellen. Erfolgreich sind die Bayern seit Saisonbeginn eigentlich immer, aber spektakulär wird es vor allem, wenn die beiden gemeinsam auf dem Platz stehen.
In der Spielzeit davor war lediglich Olise ein verlässlicher Fixstern, während auf dem anderen Flügel das Personal rotierte. Eine Entwicklung, die vor allem Serge Gnabry genau beobachten dürfte. Der Nationalspieler überzeugte bislang größtenteils, aber sein gut dotierter Vertrag läuft im Sommer aus.
Gut möglich also, dass die Bayern-Bosse mit Blick auf Díaz und Olise -aber auch auf Lennart Karl - Gnabry deutliche Einbußen beim Gehalt abverlangen. Durch die baldige Rückkehr von Jamal Musiala wird es sogar noch enger in der Offensive.