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Neue Wendung in Posse um BVB-Abgang Anselmino: Kehl hatte es geahnt

Kehl reagiert auf Anselmino-Posse

Der Fall Aarón Anselmino ist einer der kuriosesten dieses Winter-Transferfensters. Ohne Vorwarnung holt der FC Chelsea den Abwehrspieler vorzeitig vom BVB zurück – nur um ihn kurz darauf wieder verleihen zu wollen. BVB- Sportdirektor Sebastian Kehl bezieht Stellung.
Felix Nmecha und Sebastian Kehl sprechen über den Abschied von Aron Anselmino, der auf Geheiß des FC Chelsea dem BVB schon in der Winterpause den Rücken kehren musste.
Der Fall Aarón Anselmino ist einer der kuriosesten dieses Winter-Transferfensters. Ohne Vorwarnung holt der FC Chelsea den Abwehrspieler vorzeitig vom BVB zurück – nur um ihn kurz darauf wieder verleihen zu wollen. BVB- Sportdirektor Sebastian Kehl bezieht Stellung.

Sebastian Kehl, Sportdirektor von Borussia Dortmund, hat auf die nächste Wende um Aarón Anselmino reagiert. „Es war klar, dass er nicht mehr zum BVB kommt. Mir war ehrlicherweise aber auch bewusst, dass Aarón nicht bei Chelsea bleiben wird, weil ich mir dieses Konstrukt, das am Ende wahrscheinlich eintreten würde, schon ein Stück weit ausmalen konnte“, sagte er am Sonntag nach dem 3:2-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim auf SPORT1-Nachfrage.

Hintergrund der Aussagen ist eine kuriose Transferposse. Der FC Chelsea beorderte Anselmino in der vergangenen Woche kurzfristig – und offenbar ohne Vorwarnung – von seiner Leihe zurück. Ursprünglich sollte der Innenverteidiger bis zum Saisonende in Dortmund bleiben. Doch die Londoner zogen eine vertraglich fixierte Option, obwohl ein akuter sportlicher Bedarf kaum zu erkennen war. Stattdessen soll der 20-Jährige nun erneut verliehen werden, diesmal zu Racing Straßburg.

Wurde der BVB verschaukelt? Das sagt Kehl

Für den BVB ist das ein herber Schlag, der vor allem bei den Fans Kopfschütteln auslöste. Zumal Chelsea und Racing zum gleichen Eigentümerkonstrukt gehören: Beide Klubs sind Teil des BlueCo-Konsortiums um Todd Boehly und pflegen seit Jahren einen regen Spielertausch. Allein in den vergangenen drei Saisons wechselten zehn Profis aus der englischen Hauptstadt nach Straßburg. Bei der Borussia hätte man also durchaus einen guten Grund, sich ein wenig an der Nase herumgeführt zu fühlen.

Kehl jedoch blieb betont sachlich und wischte die Frage, ob er sich verschaukelt fühle, kühl beiseite. „Das ist nicht mehr unser Thema. Das müssen Chelsea und der Spieler unter sich klären. Wir hätten Aaron gerne behalten, aber letztlich war es nicht anders möglich. Als Chelsea entschieden hat, ihn zurückzuholen, war die Sache für uns erledigt“, sagte der 45-Jährige. Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch – ebenso wie eine gewisse Ratlosigkeit. Den Argentinier hätte man in der Rückrunde gut gebrauchen können.

Schließlich wusste Anselmino beim BVB zu überzeugen, wenn er denn spielte und nicht verletzt zuschauen musste. Seine Auftritte in der Hinrunde waren stabil, abgeklärt, erstaunlich reif. Auch der Spieler selbst hätte seine Entwicklung gerne in Dortmund fortgesetzt, heißt es aus seinem Umfeld. Leise Hoffnungen, ihn doch noch zurückzuholen, die zuletzt noch einmal aufgekeimt waren, zerschlugen sich jedoch rasch. Chelsea verfolgt nun einmal eigene Ideen.