Joshua Kimmich zögerte nicht lange, fasste sich ein Herz und knallte den Ball mit dem mutmaßlich schwächeren linken Fuß per Volley-Direktabnahme in den linken oberen Winkel - Gregor Kobel im Tor der Dortmunder war chancenlos.
FC Bayern: Kimmich zeigt es seinen Kritikern
Konkurrenz schwärmt von Kimmich
Der Kapitän des FC Bayern hatte gerade das Topspiel gegen den BVB (3:2) mit einem durchaus sehenswerten Treffer in der Schlussphase entschieden (87.) und dürfte damit wohl auch seine ärgsten Kritiker verstummen lassen.
Effenberg lobt Kimmich: „Brillant“
Nach Kopfballabwehr von Jobe Bellingham war der Ball an der Sechzehnerkante gelandet. Kimmich stand da, wo er stehen musste, und sicherte den Münchenern in überaus abgezockter Manier den Sieg.
„Brillant. Wir wissen ja, Kimmich ist ein Rechtsfuß. Den trifft er, der kann dir wirklich auch mal abrutschen. Er geht da schon extrem hohes Risiko. Er will ihn da reinmachen und trifft ihn perfekt“, sagte Stefan Effenberg am Sonntag im SPORT1-Doppelpass.
Der SPORT1-Experte fuhr fort: „Vor allem Dingen mit dem falschen Fuß - den kannst du auch mal nur wischen und dann fliegt der auf die Tribüne. Ein tolles Tor. Und dass Kimmich ein Spiel entscheidet, kommt ja auch nicht so oft vor.“
Eberl übt „Harakiri“-Kritik an Kimmich
Worauf Effenberg anspielte: Anstatt Spiele zugunsten der Bayern zu entscheiden, sah sich der 31-Jährige jüngst vermehrt Kritik ausgesetzt - auch aus den eigenen Reihen. Beim zittrigen Erfolg gegen Eintracht Frankfurt (3:2) hatte Kimmich mit einem kapitalen Bock einen Gegentreffer eingeleitet - und der eigentlich sicher geglaubte Sieg stand in der Schlussphase plötzlich wieder auf der Kippe.
Sportvorstand Max Eberl nahm Kimmich anschließend in die Pflicht: „Dann heißt es irgendwann, wenn die Gefahr zu groß wird, auch mal löschen. Dann musst du dich gar nicht in die Not bringen“, sagte der 52-Jährige und bezeichnete den gesamten Vorgang als „Harakiri“.
Doch am Samstagabend in Dortmund war alles anders. Kimmich entschied nicht nur das Spiel, sondern war auch am ersten Bayern-Treffer (Harry Kane in der 54. Minute) entscheidend beteiligt. Der Mittelfeldregisseur spielte einen perfekten Chipball auf Serge Gnabry, der wiederum mustergültig für Kane auflegte.
Kovac schwärmt vom Matchwinner: „Weltklasse“
BVB-Trainer Niko Kovac fand nach dem Spiel anerkennende Worte für Kimmich. Der Chipball sei außergewöhnlich gewesen.
„Er war der kleine, aber feine Unterschied“, lobte der Kroate den deutschen Nationalspieler. „Das ist schon Weltklasse. Andere hauen das Ding aufs Dach. Das muss man auch mal als gegnerischer Trainer anerkennen.“
Der Vorsprung des deutschen Rekordmeisters auf den BVB beträgt nunmehr elf Punkte. Hat Kimmich den Bayern vorzeitig die Meisterschaft gesichert?
„Das werden wir nicht mehr abgeben“, sagte Kimmich bei Sky.