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Nur 13 Spieler? Quarantäne setzt Bayern zu

Nur 13 Spieler? Quarantäne setzt Bayern zu

Auch bedingt durch die Quarantäne von fünf Spielern reist der FC Bayern arg ersatzgeschwächt zum Champions-League-Spiel nach Kiew. Doch Trainer Nagelsmann gewinnt dem Thema viel Positives ab.
Beim FC Bayern bestimmt derzeit nicht das Sportliche die Schlagzeilen. Die Debatte rund um die ungeimpften Spieler des Rekordmeisters könnte zu einem Imageschaden des Vereins führen.
Martin van de Flierdt
Martin van de Flierdt
von Martin van de Flierdt

Es wird personell eng beim FC Bayern vor dem sportlich nicht mehr relevanten Champions-League-Auftritt bei Dynamo Kiew (Champions League: Dynamo Kiew – FC Bayern München, Di., ab 18.45 Uhr im LIVETICKER).

„Wir haben mit King und Sabi (Kingsley Coman und Marcel Sabitzer, d. Red.) noch zwei angeschlagene Spieler, bei denen wir nicht sicher sind, ob sie spielen können“, erklärte Trainer Julian Nagelsmann am Montag auf der Pressekonferenz. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Sabitzer plage sich mit Achillessehnen- und Wadenproblemen herum. Beim zuletzt von muskulären Beschwerden beeinträchtigten Coman sei abzuwarten, „wie er über Nacht reagiert: „Wir haben am Samstag ein wichtiges Spiel und müssen gucken, dass er dann nicht ausfällt.“

Wenn beide in Kiew nicht einsatzfähig seien, rechnete der Münchner Trainer vor, habe er noch 13 Spieler zur Verfügung. Und das nicht zuletzt deswegen, weil ihm die nicht gegen Corona geimpften Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Serge Gnabry, Michael Cuisance und Eric Maxim Choupo-Moting nicht zur Verfügung stehen.

Nagelsmann mit beschränktem Handlungsspielraum

Bei den Ukrainern wird also noch einmal deutlicher als zuletzt bei der Münchner 1:2-Niederlage in Augsburg auffallen, dass die Haltung der fünf Spieler den sportlichen Handlungsspielraum Nagelsmanns deutlich einschränkt.

Kein Wunder, dass die Münchner Vereinsführung den Ungeimpften nach Informationen den Bild für die Zeit der Quarantäne den Lohn strich. Der BR berichtete, dass sich die Spieler damit befassen, dagegen Rechtsmittel einzulegen.

Der FC Bayern streicht seinen ungeimpften Spielern nun offenbar Teile des Gehalts. Diese erwägen einem Medienbericht zufolge rechtliche Schritte.
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Bayern-Stars erwägen wohl rechtliche Schritte

Rummenigge: „Thema nervt ganzen Verein“

Und das die Mannschaft in zwei Lager zu spalten droht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)

„Es ist ein schmaler Grat, eine ethische, eine moralische Diskussion. Ich bin Impf-Freund!“, erklärte Thomas Müller nach Kimmichs Bekenntnis, die Impfung aktuell nicht durchführen lassen zu wollen: „Und ich hoffe, dass sich die Spieler, die jetzt noch nicht geimpft sind, das noch anders überlegen und sich ein Herz fassen.“

Bayern-Star Sané: Personalnot beeinflusst uns nicht

Dazu ist es bislang nicht gekommen. Dass die nun wesentlich dadurch entstandene Personalnot das interne Klima verschärfe, streitet Leroy Sané allerdings ab.

„Ich bin auch selbst geimpft. Ich habe mit Serge (Gnabry, .d.Red.) kurz drüber gesprochen. Ich will, dass sie mit uns auf dem Platz stehen, sie sind wichtige Spieler für uns. Aber ich respektiere ihre Entscheidung“, erklärte der Offensivmann am Montag.

„Beeinflussen tut uns das aber nicht. Wir wollen uns auf die Spiele konzentrieren und Vollgas geben. Wir sind der FC Bayern, haben einen sehr guten Kader. Wenn dann mal der eine oder andere fehlt, sollten wir das auch so über die Bühne bringen.“

Nagelsmann: Laufen nicht mit Thekentruppe auf

Das sieht sein Trainer ganz genauso.

„Trotz acht Ausfällen haben wir noch eine sehr gute Mannschaft und laufen nicht mit irgendeiner Thekentruppe auf“, meinte Nagelsmann. Dass unter seinen Spielern keine einhellige Ansicht zum Thema Impfen vorherrsche, findet er auch keineswegs verwerflich. Im Gegenteil:

„Es ist eine Auszeichnung eines Teams, dass man nicht immer einer Meinung sein muss und Themen kontrovers diskutieren darf. Das machen unsere Spieler garantiert“, führte er aus.

FCB-Coach Nagelsmann mit kuriosem Vergleich

„Eine Gruppe muss nicht extrem homogen sein. Da darf ruhig einmal eine andere Meinung herrschen. Eine Diskussion befruchtet auch. Ich denke nicht, dass die Mannschaft daran zerbricht. Man muss daran wachsen und füreinander da sein.“

Letzteres gilt besonders für das Rumpfaufgebot, das nun nach Kiew reist. Aber auch der Arbeit mit der vermeintlichen Kleingruppe gewinnt Nagelsmann etwas Positives ab:

„Wenn man eine Erzieherin fragen würde, ist ein Betreuungsschlüssel 1:15 besser als 1:22. Ich würde aber lieber 1:22 unterschreiben. Aber für eine gewisse Zeit ist es auch so okay.“

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