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Wurde FC Bayern hier um einen Elfmeter betrogen?

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Wurde FC Bayern hier um einen Elfmeter betrogen?

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Wurde Bayern um Elfmeter betrogen?

Eine Szene erregt nach dem Drama gegen Arsenal die Gemüter besonders! Nicht nur die Bayern wollen im CL-Viertelfinale einen klaren Elfmeter - aber ein Schiedsrichter-Experte ist anderer Meinung.
Eine Szene erregt nach dem Drama gegen Arsenal die Gemüter besonders! Thomas Müller wütet nach dem Spiel über die Schiedsrichter-Entscheidung.
Raphael Weber
Raphael Weber
Maximilian Lotz
Maximilian Lotz
Eine Szene erregt nach dem Drama gegen Arsenal die Gemüter besonders! Nicht nur die Bayern wollen im CL-Viertelfinale einen klaren Elfmeter - aber ein Schiedsrichter-Experte ist anderer Meinung.

Riesen-Aufregung beim FC Bayern nach dem dramatischen 2:2 gegen den FC Arsenal! Wurde der Rekordmeister um einen Strafstoß betrogen?

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„Das ist der klarste Elfmeter, den ich je gesehen habe“, meinte ein völlig fassungsloser Harry Kane bei Prime, sein Trainer Thomas Tuchel redete sich rund um die Szene regelrecht in Rage.

„Das war ein glasklarer Handelfmeter“, beharrte der Coach auf seiner Ansicht und ärgerte sich über Schiedsrichter Glenn Nyberg: „Er sagt zu unseren Spielern: Das ist ein Kid‘s Mistake (zu deutsch: ein Kinderfehler), das pfeife ich nicht im Champions-League-Viertelfinale. Das ist eine ganz neue Form der Regelauslegung. Das ist einfach unglaublich.“

Wurde Bayern hier um einen Elfmeter betrogen?

Aber was war passiert? Die Szene, die Bayern um die Fassung brachte, ereignete sich in der 67. Minute: Arsenals Torhüter David Raya führte einen Abstoß aus, passt aus dem Fünfmeterraum hinaus - und Verteidiger Gabriel nahm den Ball im Sechzehner mit der Hand auf!

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Die Pfeife von Referee Nyberg ertönte zwar, aber der Schwede pfiff nicht zum fälligen Strafstoß, sondern ließ den Abstoß erneut ausführen. Gabriel legte sich den Ball noch einmal zurecht, passte zu Raya in den Fünfer und weiter ging das Spiel - trotz Protest der Bayern.

Das sagt der Schiedsrichter-Experte zu Arsenal-Handspiel

DFB-Schiedsrichterlehrwart Lutz Wagner nahm den Referee trotz der heftigen Reaktionen von FCB-Seite in Schutz.

„Das ist eine sehr eigentümliche Szene“, räumte der Experte ein: „In dieser Situation hat der Schiedsrichter einen Pfiff getätigt, in die Ausführung hinein. Das hat natürlich auch die Abwehrspieler etwas verunsichert und er hat selbst gemerkt, dass er damit zu einer Verunsicherung beigetragen hat.“

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter erklärte das folgende Vorgehen dann so: „Er hat gesagt, die erste Ausführung war nicht die Ausführung.“ Darum habe Nyberg den Abstoß einfach wiederholen lassen.

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„So einen Strafstoß will der Fußball nicht“

Aus Wagners Sicht hat der Schwede damit auch richtig gehandelt. „Punkt eins: Ein Schiedsrichter muss einen Abstoß nicht anpfeifen. Er hat in die Ausführung hinein gepfiffen. Damit hat er die Spieler auch etwas verunsichert“, erklärte der Ex-Referee: „Damit hat er gesagt, ich habe zu dieser Verunsicherung beigetragen und ich denke, so einen Strafstoß will der Fußball auch nicht. Deswegen hat er gesagt, wenn ich etwas dazu beitrage, dann rechne ich ihm die zweite Ausführung als korrekte Ausführung an.“

Harry Kane hätte sich für die erste Saison bei den Bayern einen anderen Saisonverlauf für die Bundesliga und den Pokal gewünscht. Deshalb gelte nun der volle Fokus auf das Rückspiel gegen Arsenal.
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Harry Kane: "Nicht die Saison, die ich mir gewünscht habe" | FC Bayern München

Wagner räumte zwar ein, man könne „wenn man das analysiert, zu einer anderen Meinung kommen“, stellte aber klar: „Ich finde, im Sinne des Fußballs war es, so wie er es gelöst hat, die bessere Lösung.“

Dem stimmte auch Prime-Experte Matthias Sammer zu: „Ich bin komplett bei Lutz: Diese Situation ist regeltechnisch diskutierbar, aber im Sinne des Fußballs, da, wo gar nichts passiert, gebe ich sowas nicht! Auf dem Niveau gebe ich das nicht. Ich bin immer mit einer deutschen Brille unterwegs und setze mich dafür ein - aber in der Situation bin ich eher froh, dass es keinen Elfmeter gegeben hat.“

Weltmeister und Ex-Arsenal-Profi Shkodran Mustafi „hätte den Elfmeter auch nicht gegeben“, wie er erklärte: „Wir können uns darüber streiten, wann kam der Pfiff, wann ging die Bewegung los. In so einem Spiel so einen Elfmeter zu pfeifen, wäre schon hart. Das ist dem Spiel nicht würdig.“

Bayern sauer: „Der klarste Elfmeter, den ich je gesehen habe“

Bei Bayern war man da allerdings anderer Meinung. „Wir hätten hier einen klaren Elfmeter bekommen müssen. Das ist verrückt, es ist ein Kinderfehler, es ist ein dummer Fehler - aber der klarste Elfmeter, den ich je gesehen habe“, beharrte Kane.

„Das habe ich so noch nie gesehen“, rang auch Joshua Kimmich um Fassung: „Wir machen den Schiri darauf aufmerksam und er sagt uns, er pfeift jetzt nicht so einen Kinderfehler im Champions-League-Viertelfinale. Für mich ist es kein Kinderfehler - am Ende ist es spielentscheidend. Bitter, dass wir den nicht bekommen haben.“

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Thomas Müller sah es ähnlich. „Der Schiri war auch in jedem Fall involviert. Das haben wir auch noch nie gesehen, dass ein Spieler einen Abstoß mit der Hand stoppt im eigenen Strafraum, obwohl schon freigegeben war. An sich ein glasklarer Handelfmeter im Sinne der Regel“, echauffierte sich der Offensivspieler in der Mixed Zone.

In einer spannenden Partie trennten sich Arsenal und Bayern München mit einem 2:2-Remis. Trainer Thomas Tuchel weist daraufhin, dass solche Abende für jede Mannschaft ein Privileg ist.
00:44
Tuchel über das Champions-League-Viertelfinale: "Pflichttermin am Fernseher"

Müller: „Können wir uns eigentlich nicht gefallen lassen“

„Ich weiß schon, was der Schiri will, wenn er den weiterlaufen lässt. Aber ich glaube nicht, dass er sich da über die Gesetze hinwegsetzen darf. Man muss festhalten, dass das spielentscheidend sein kann. Das können wir uns eigentlich nicht gefallen lassen“, meinte Müller.

Auch Prime-Experte Patrick Owomoyela widersprach Schiri-Experte Wagner. „Wenn der Schiedsrichter zu seinem Linienrichter oder Vierten Offiziellen Kontakt aufnimmt, sich vergewissert, ob es weitergehen kann, sich dann zum Torwart umdreht und ihm anzeigt mit einem Pfiff, dass wir weitermachen - und der spielt den Ball danach los, dann ist das Spiel eröffnet.“

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Somit sei es dann auch zwingend ein Strafstoß: „Danach nimmt sein Spieler den Ball in die Hand. Das ist für mich kein Kinderfehler. Das ist für mich auch ein Elfmeter. Die Szene hintenraus ist für mich die Wiedergutmachung des Fehlers vorher.“

Tuchel schimpft: „Unterdurchschnittlicher Schiedsrichter“

Was Owomoyela damit meinte: In der letzten Szene des Spiels hatte Arsenal nach einem Kontakt zwischen Bukayo Saka und Manuel Neuer einen Elfmeter gefordert, Referee Nyberg gab ihn aber nicht und pfiff stattdessen ab.

Bei Tuchel hatte der Schwede ohnehin keinen guten Eindruck hinterlassen - nicht nur durch seinen Nicht-Pfiff bei Gabriels Handspiel. „Unterdurchschnittlicher Schiedsrichter“ lautete das Urteil des Bayern-Trainers, deswegen sei „das Ergebnis okay“.

Was nicht okay war aus Tuchels Sicht: „Die ganzen Kleinigkeiten gingen alle in eine Richtung, jeder Körperkontakt wurde weggepfiffen, das erste Foul an Saka war gleich eine Gelbe Karte, jeder Körperkontakt ging in eine Richtung, Spieler von Arsenal konnten reklamieren wie sie wollten. Wir haben letztes Mal sofort beim Abwinken eine Gelbe Karte bekommen.“ Und dann kam noch die Szene mit Raya und Gabriel.