Ein Champions-League-Abend zum Vergessen und haufenweise Kritik am BVB, auch aus den eigenen Reihen! Einige Experten sind nach der 0:2-Niederlage von Borussia Dortmund bei Tottenham Hotspur hart mit den Schwarz-Gelben ins Gericht gegangen.
Experten schockiert: "So schlecht habe ich den BVB lange nicht gesehen"
Experten schockiert vom BVB-Auftritt
„Ich wüsste nicht, wann ich den BVB mal so schwach erlebt habe“, wurde Benedikt Höwedes unmittelbar nach Abpfiff bei Amazon Prime deutlich.
Hummels: „Beinahe Totalausfall“
Besonders in der ersten Halbzeit lief überhaupt nichts zusammen. Cristian Gabriel Romero (14.) und Dominic Solanke (37.) trafen für die Spurs - die Mannschaft von Niko Kovac fand dabei phasenweise gar nicht statt.
„Die erste Halbzeit war leider beinahe ein Totalausfall - und ohne BVB-Vergangenheit würde ich das ‚beinahe‘ weglassen", sagte Mats Hummels.
Der langjährige BVB-Profi befand: „Das war natürlich eines Champions-League-Spiels, bei dem es um richtig was geht, nicht würdig.“ So kritisch äußerte sich der 37-Jährige selten über seinen Ex-Verein.
Sebastian Kehl erklärte in der Mixed Zone: „Diesen Vorwurf müssen wir uns heute gefallen lassen. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, das werden wir mit der Mannschaft sicherlich auch kritisch besprechen. Die erste Halbzeit war schlecht.“
Besonders die Zweikampfführung und Intensität stellten den Sportdirektor nicht zufrieden. „Die Chance, die wir heute hatten, haben wir damit fahrlässig in der ersten Halbzeit verspielt.“
Kramer fand die Leistung „erschreckend“
„Hier wäre mehr drin gewesen. Tottenham war jetzt nicht gut“, erklärte Christoph Kramer. Und der BVB? „Das war heute wirklich erschreckend“, sagte der Weltmeister von 2014.
Ex-Nationalspielerin Josephine Henning resümierte: „Sie haben sich heute eigentlich fast selber geschlagen und es sich selber schwer gemacht. Sie haben dieses Spiel in den ersten 25 Minuten verloren. Du musst doch damit rechnen, dass die angreifen, vorne draufgehen, versuchen dich zu überrumpeln.“
Abwehrchef Nico Schlotterbeck hob den ersten Gegentreffer hervor. „Schlecht verteidigt“, meinte Schlotterbeck. Besonders Julian Brandt machte dabei keine gute Figur und duckte sich im entscheidenden Moment weg, was Schlotterbeck noch auf dem Rasen kritisch anmerkte. Höwedes nannte das Verhalten von Brandt „halbherzig“. In der SPORT1-Einzelkritik bekam Brandt die Note 6!
Franz redet sich wegen Brandt in Rage
Maik Franz analysierte im Fantalk auf SPORT1 das erste Gegentor wie folgt: „Was macht Brandt denn da? Er dreht sich weg, was ist das denn?! Wenn du Trainer bist, da würde ich ja fast sagen: ‚Den nehme ich jetzt runter.‘ Tue mir einen Gefallen. Du spielst in London, so dilettantisch kannst du nicht verteidigen."
Zu allem Überfluss wurde auch noch Daniel Svensson (Note 5) nach einem harten Einsteigen vom Platz gestellt (24.). Nach der umstrittenen Roten Karte mussten die Dortmunder mehr als eine Stunde in Unterzahl spielen.
„In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, was möglich gewesen wäre, wenn sie mit elf Mann von Anfang an mutig gewesen wären. Da hat man gesehen, Tottenham hat was zu verlieren“, erklärte Hummels. Zumindest die Moral sei gut gewesen. Höwedes sprach von einer „respektablen zweiten Halbzeit“.
Doch besonders die Leistung im ersten Durchgang ließ Höwedes fassungslos zurück. „Da waren die Grundtugenden einfach überhaupt nicht gegeben. Ganz schlechte Zweikampfführung“, sagte der Ex-Schalker.
Höwedes moniert „Lustlosigkeit“
„Eine Lethargie, fast Lustlosigkeit bei Konzentrationsschwierigkeiten. So schlecht habe ich den BVB tatsächlich ganz lange nicht gesehen“, meinte Höwedes.
Das Fazit des ehemaligen Bundesliga-Profis lautete: „Richtig, richtig schlecht. Die erste Halbzeit war definitiv nicht Champions-League-reif.“ Hummels pflichtete seinem Kollegen bei.
Auch Torwart Gregor Kobel (Note 2) musste eingestehen: „Die erste Halbzeit war wirklich nix.“