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Nationalmannschaft: Gündogan und Raum als Schlüssel? Die taktischen Kniffe von Hansi Flick vor der WM

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Nationalmannschaft: Gündogan und Raum als Schlüssel? Die taktischen Kniffe von Hansi Flick vor der WM

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Wer von Flicks Taktik-Kniffen profitiert

Wer von Flicks Taktik-Kniffen profitiert

Die Länderspielphase endet nicht nur mit einem hervorragenden Resultat für die DFB-Auswahl, sondern macht auch Hoffnung auf die WM in Katar. Bundestrainer Flick findet so langsam sein taktisches Rezept.
Nach dem 5:2-Sieg gegen Italien lobt der Bundestrainer Hansi Flick seine Mannschaft. Alle haben sowohl im Training als auch in den Spielen alles gegeben und hart gearbeitet.
Constantin Eckner
Constantin Eckner

Mit 1,80 gehört Ilkay Gündogan nun wahrlich nicht zu den Großgewachsenen in der deutschen Nationalmannschaft. Aber in der Partie gegen Italien am Dienstagabend (5:2) wies er Werte auf wie ein Center im Basketball. Denn Gündogan gewann Rebound um Rebound. (REPORT: Die Einzelkritik der DFB-Elf)

Das heißt, er sammelte zweite Bälle ein, unterband Konterangriffe, war eine omnipräsente Gegenpressing-Maschine. Natürlich ist Gündogan nicht der einzige Spieler in der DFB-Elf, der das spielerische Konzept von Hansi Flick mittlerweile verinnerlicht hat.

Nahezu jeder im deutschen Team verstand die taktische Marschrichtung und war gerade im Gegenpressing stets mit 100 Prozent dabei. Gündogan zusammen mit seinem Mittelfeldpartner Joshua Kimmich bildeten dabei das Herzstück dieses Teams, das insbesondere die Italiener phasenweise regelrecht einschnürte und der Squadra Azzurra keine Offensivaktionen erlaubte.

Hansi Flick hat in den vergangenen vier Länderspielen wichtige Erkenntnisse gewonnen. Es zeichnen sich erste Tendenzen ab, wer um die Startelf oder sogar um sein WM-Ticket kämpfen muss.
03:16
Diese Nationalspieler müssen um Startelf oder Ticket für die WM 2022 bangen

Gündogan ist somit ein Gewinner der vier Nations-League-Partien in diesem Monat, die auch wegweisend sind für die Weltmeisterschaft in Katar. (Alle News und Hintergründe zur deutschen Nationalmannschaft)

Raum für die Läufe

Neben dem Mittelfeldmann von Manchester City gibt es noch andere, die sich für die Startelf von Bundestrainer Flick empfohlen haben, weil sie die taktischen Ansätze des Bundestrainers optimal umgesetzt haben. Da wäre beispielsweise David Raum. Der 24-Jährige ist momentan wohl der einzige Deutsche auf der Linksverteidiger-Position, der sowohl die athletischen Qualitäten mitbringt, um über 90 Minuten hohes Tempo über die gesamte Außenbahn gehen zu können, und darüber hinaus auch noch intelligentes Verhalten im Positionsspiel zeigt. (BERICHT: Presse zerpflückt Italien nach Debakel)

Denn wenn Raum einmal nicht im Vollsprint die Linie entlang geht, dann steht er häufig etwas eingerückt zur Mitte hin, um so die deutsche Formation auch bei eigenem Ballbesitz kompakt zu halten – das ist entscheidend fürs Gegenpressing im Falle eines Ballverlusts. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Nations League)

Zugleich steht Raum stellvertretend für die Balance zwischen Ruhe und Tempo im deutschen Angriffsspiel. Die DFB-Elf kann sowohl mit kurzen Pässen kontinuierlich Raumgewinne erzielen, als auch mit langen Anspielen weite Teile des Feldes überbrücken. In dieser Hinsicht kann sich Niklas Süle immer besser in Szene setzen. Spielt er neben Antonio Rüdiger, hat der baldige BVB-Profi den Vorteil, dass er von der halbrechten Seite aus mit seinem starken rechten Fuß die Diagonalbälle spielen kann. Häufig gehen diese sogar zu Raum oder einem der Außenstürmer.

Angriffsreihe rotiert

Ganz vorn setzt Bundestrainer Flick momentan nicht auf bestimmte Akteure, sondern lässt die Rotation weiterlaufen. Ohne klassischen Neuner bleibt die Angriffsreihe ohnehin fluide und lebt von Positionswechseln sowie dem taktischen Verständnis untereinander. (Die Gewinner und Verlierer in der DFB-Elf)

Übrigens ist Timo Werner bei all der berechtigten Kritik, die er zuletzt einstecken musste, einer, der mit Läufen die gegnerische Verteidigung auseinanderziehen und so Lücken für seine Mitspieler reißen kann. Das fällt vielleicht nur bei genauerem Hinsehen auf, dürfte aber vom Bundestrainer honoriert werden.

So wie auch Flick generell honoriert, wie gut sich viele seiner Spieler mittlerweile in sein taktisches System eingefunden haben. Natürlich darf der Blick durch das grandiose 5:2 gegen Italien nicht vernebelt werden. (DATEN: Tabellen der Nations League)

Aber zumindest sind in den meisten Partien eine klare Spielidee und deutliche Rollenprofile für die Spieler zu erkennen. Das ist schon ein erheblicher Fortschritt im Vergleich zu vor zwölf Monaten und macht Hoffnung für die WM in Katar.