Deutschland-Star hebt ab: Ist Bischof jetzt Klopps „Major Tom“?

Bischof will noch keine Glückwünsche von Klopp
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Bischof will noch keine Glückwünsche von Klopp

Tom Bischof liefert gegen Serbien einen bemerkenswerten Auftritt ab. Der Bayern-Profi trifft, dirigiert und harmoniert prächtig mit den Kollegen. Und plötzlich bekommt ein bekannter DFB-Song eine ganz neue Bedeutung.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft ein Tor erzielt, hebt im Stadion traditionell „Major Tom“ ab. Gegen Serbien passte dieser Song besser als sonst. Denn ausgerechnet Tom Bischof war einer der Spieler, die der deutschen Mannschaft an diesem Abend jene Leichtigkeit verliehen, die zuletzt so häufig gefehlt hatte.

Der Bayern-Profi gehörte beim 2:0 gemeinsam mit Florian Wirtz zu den besten Spielern auf dem Platz, erzielte nach dessen Pfostenschuss das 1:0 und verdiente sich SPORT1-Note 1,5. Mindestens genauso bemerkenswert wie sein Treffer war allerdings die Selbstverständlichkeit, mit der Bischof auftrat.

Tom Bischof feiert seinen Treffer
Tom Bischof feiert seinen TrefferTom Bischof feiert seinen Treffer© IMAGO/pepphoto

Er forderte Bälle, gab Kommandos, übernahm Verantwortung und bewegte sich im deutschen Mittelfeld, als hätte er bereits deutlich mehr Erfahrung auf diesem Niveau. Vor allem das Zusammenspiel mit Aleksandar Pavlovic und Wirtz funktionierte auffällig gut.

Das Klopp-System gefällt Bischof gut

Bischof war dabei weder der klassische Spielmacher noch ein reiner Arbeiter. Er verband beides. Pavlovic hielt dem Mittelfeld den Rücken frei, Wirtz durfte seine Kreativität ausleben – und Bischof sorgte dafür, dass Deutschlands Spiel Struktur und Dynamik bekam. Vielleicht ist genau das die Rolle, die Jürgen Klopp für ihn vorgesehen hat.

Auf SPORT1-Nachfrage, ob ihm das 4-3-3 des Bundestrainers besonders entgegenkomme, sagte Bischof: „Kann man schon sagen.“ Die Anforderungen kenne er schließlich aus München: Gegenpressing, anlaufen, „einfach Vollgas“. Genau das wolle Klopp sehen, „und das probiere ich auf dem Platz zu zeigen“. Gegen Serbien gelang ihm das eindrucksvoll.

DEINE MEINUNG

Und trotzdem wollte Bischof anschließend nichts von einem besonderen Abend wissen. Ob Klopp ihm schon gratuliert habe? „Nee, hat er noch nicht. Das soll er auch nicht. Das war nur ein Spiel“, so Bischof.

Ein Satz, der ziemlich gut zu seinem Auftritt passte. Selbstbewusst, aber nicht überdreht. Der Youngster wirkte wie ein Spieler, der durchaus weiß, was er kann – und gerade deshalb nicht das Bedürfnis verspürt, daraus besonders viel zu machen. Interessant war deshalb auch, wie Klopp anschließend mit dem Thema umging.

Kimmich? Bischof scheut die Konkurrenz nicht

Ein überschwängliches Sonderlob für Bischof bekam der Bundestrainer auf der Pressekonferenz nur über die Lippen, als er gleichzeitig auf andere starke Spieler hinweisen durfte. Es fiel auf, wie vorsichtig er gerade beim Thema Mittelfeld wurde. Als es um die dortige Konkurrenzsituation ging, witterte Klopp sogar eine möglicherweise aufkommende Negativgeschichte rund um Joshua Kimmich.

Dass sich für den Bundestrainer durch Auftritte wie den von Bischof neue Möglichkeiten ergeben, lässt sich kaum bestreiten. Vor allem deshalb, weil der Münchner nicht nur Talent mitbringt, sondern bereits jetzt erstaunlich komplett wirkt. Bischof selbst scheut die Konkurrenz ohnehin nicht. „Genau das brauchen wir auch, diesen Konkurrenzkampf“, sagte er auf SPORT1-Nachfrage. Den kenne er bereits vom FC Bayern.

Wer dabei am Ende welchen Platz im deutschen Mittelfeld bekommt, ist eine Frage für später. Für Bischof zählt zunächst etwas anderes: Er hat sich gezeigt. Und sollte Jürgen Klopp in den kommenden Monaten im Mittelfeld nach Lösungen suchen, kennt er jetzt zumindest einen Mann, der aktuell sein „Major Tom“ ist.

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