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WM 2022: Joshua Kimmich besser Rechtsverteidiger statt Abräumer? Debatte um Bayern-Star

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WM 2022: Joshua Kimmich besser Rechtsverteidiger statt Abräumer? Debatte um Bayern-Star

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Wohin nur mit Kimmich?

Nach dem seltenen Auftritt von Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger wird einmal mehr über die Position des Bayern-Stars diskutiert. Dabei ist für Bundestrainer Flick mit Blick auf die WM alles klar.
Der FC Bayern verabschiedet sich mit einem Sieg in die Winterpause. Auf Schalke zaubert mal wieder das Duo Gnabry und Musiala.
Christian Paschwitz
Christian Paschwitz

Joshua Kimmich dürfte zufrieden gewesen sein. Nicht nur, weil der Nationalspieler des FC Bayern im letzten Bundesligaspiel vor der anstehenden Weltmeisterschaft einen souveränen 2:0-Auswärtsssieg gegen den FC Schalke 04 feierte und als Tabellenführer nach Katar reist.

Kimmich zeigte dabei auf der von ihm eher selten besetzen Rechtsverteidiger-Position eine über weite Strecken tadellose Leistung.

Abgesehen von wenigen Defensiv-Defiziten im Duell mit Gegenspieler Marius Bülter kurbelte der 27-Jährige wie gewohnt das Spiel nach vorn an, initiierte als Taktgeber mit großen Freiheiten aus dem Halbfeld oder über den Flügel viele Chancen.

FC Bayern: Kimmich als ungewohnter Rechtsverteidiger

Kurzum: Kimmich kann‘s auch anders anstatt wie sonst im Mittelfeld - und so flammt kurz vor der WM öffentlich mal wieder eine Debatte auf, die schon längst keine wirkliche mehr ist. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Konkret: Nach dem Auftritt auf Schalke diskutieren Experten, Medien und Fans einmal mehr, ob Kimmich auf die rechte Abwehrseite zurückkehren sollte - dorthin, wo ihm einst sowohl bei den Bayern als auch in der deutschen Nationalmannschaft der Durchbruch gelungen war.

Dabei sieht sich nicht nur der Routinier selbst vorrangig auf der Position im Zentrum, sondern auch Hansi Flick.

Hansi Flick nominierte gestern seinen WM-Kader. Besonders die Abwehr des DFB-Teams für die WM sorgt für Diskussionen, denn unter anderem fehlt Mats Hummels im 26-Mann-Kader.
06:42
WM in Katar: Defensivprobleme in dem Kader des DFB-Teams | 2 nach 10

Der Bundestrainer plant Kimmich nach SPORT1-Informationen in Katar klar für das defensive Mittelfeld ein, als Flicks verlängerter Arm auf dem Feld und Kommandogeber. (HINTERGRUND: Flicks riskantes Spiel mit Kimmich)

Zumal Flick für hinten rechts Thilo Kehrer (West Ham United) und Lukas Klostermann (RB Leipzig) nominiert hat, als Alternative zudem Niklas Süle bleibt, der einst unter Flick bei den Bayern spielte und diese Rolle aktuell bei Borussia Dortmund gut ausfüllt.

Und selbst Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach) erscheint für die Problemzone im DFB-Team denkbar.

Flick weiß, dass auf Kimmich in der Not Verlass ist

Allerdings: Sollte tatsächlich große Not am Mann sein, weiß der Bundestrainer, dass auf Kimmich dann Verlass wäre. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM)

Wie am 23. August 2020, als die Bayern die Champions League gewannen - mit dem 1,77 Meter großen Kämpfer als Rechtsverteidiger.

Beim Endspiel-Triumph gegen Paris Saint-Germain hatte es auf Kimmichs gelernter Mittelfeld-Position allerdings auch andere gute Optionen gegeben, waren Leon Goretzka und Thiago (heute FC Liverpool) zum Zug gekommen. (NEWS: Neuer reagiert auf Schmähgesänge)

Und nun bei der WM - wohin also nur mit Kimmich? Mancher warf nach dem Schalke-Spiel die Frage auf, ob denn in Katar nicht ebenso vielmehr Goretzka an der Seite von Ilkay Gündogan agieren sollte.

Doch der Star in Diensten von Manchester City ist ebenso wenig wie Goretzka ein echter Abräumer, sondern ein Achter, streitet sich mit Letzterem somit vielmehr um den Platz neben Kimmich.

Kimmich: „Mir ist die Position egal, aber...“

Was so oder so keine Rolle spielt, ist Kimmichs vermeintliche Aversion gegen die Position hinten rechts. Selbst wenn sich der Routinier woanders insgeheim wohler fühlen mag - in den Dienst der Mannschaft würde sich Kimmich immer stellen.

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann zieht ein Fazit nach dem Spiel gegen Schalke und äußert seinen Wunsch fürs nächste Jahr.
01:49
FC Bayern München: Das ist Julian Nagelsmanns Wunsch fürs nächste Jahr

So hatte er auch 2020 während des Trainingslagers seines Klubs in Doha erklärt: „Es ist die Entscheidung des Trainers, auf welcher Position ich spielen werde. Mir ist die Position egal, aber mir ist wichtig, dass eine gewisse Konstanz gegeben ist. Wenn man auf Top-Niveau immer wieder seine Leistung abrufen möchte, ist es schwierig, alle ein bis zwei Wochen die Position zu wechseln.“

Aktuell ebenso erwähnenswert: FCB-Trainer Julian Nagelsmann wurde dazu im Zuge des Spiels auf Schalke in der Bild zitiert: „Es stimmt nicht, dass Joshua ungern hinten rechts spielt. Ich habe ihn am Samstag beim Frühstück gefragt und er sagte: ‚Sag bitte einmal den Journalisten, dass das ein völliger Schwachsinn ist.‘ Das hat er nie so gesagt.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Nagelsmann stellt Kimmich-Position klar

Kimmich habe ihn (Nagelsmann) denn auch gefragt, „wer das denn immer erzähle. Er meinte, er habe das noch nie gesagt. Das stimmt einfach nicht. Er spielt auch links vorne oder hinten, das ist ihm relativ egal. Natürlich hat er eine Lieblingsposition, aber er spielt auch genauso gerne Rechtsverteidiger.“

Joshua Kimmich ist für seine bissige und teils aggressive Art auf dem Platz bekannt. Ex-Nationalspieler Sami Khedira fordert den Leader nun allerdings auf, sich auf dem Spielfeld "etwas zurückzunehmen".
05:30
2nach10: Nach Khedira-Kritik: Wie gut ist Joshua Kimmich wirklich?

So wie gegen Königsblau, weil Nagelsmann durch den Ausfall von Noussair Mazraoui „keine andere Option“ hatte - wenngleich der 35 Jahre alte Coach - wie Flick - ebenso „lieber auf der Sechs“ sieht.

Alles zur WM 2022: