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Unfug, dass Fußball-Deutschland überhaupt noch diskutiert?

Experten legen sich bei Karl fest

Selbst die absoluten Top-Nationen dürften Deutschland um Top-Talent Lennart Karl beneiden. Der Youngster wird in Richtung WM immer mehr zum Hoffnungsträger. Doch ist er dafür schon weit genug?
Heiße Diskussion im Doppelpass! Die Experten Jan Åge Fjörtoft und Rudi Völler sprechen über das Thema, das gerade viele Fans bewegt: Soll Youngster Lennart Karl mit zur WM 2026?
Selbst die absoluten Top-Nationen dürften Deutschland um Top-Talent Lennart Karl beneiden. Der Youngster wird in Richtung WM immer mehr zum Hoffnungsträger. Doch ist er dafür schon weit genug?

Lennart Karl hat seit seinem Profi-Debüt am 16. August 2025 keine fünf Monate gebraucht, um in Fußball-Deutschland die Schlagzeilen mitzubestimmen.

Der 17-Jährige hat beim FC Bayern geschafft, was für einen Spieler in diesem Alter fast unmöglich ist. So ist er nicht nur ein fester Bestandteil des Kaders, sondern ein Leistungsträger - und an guten Tagen sogar Unterschiedsspieler.

Wenig verwunderlich also, dass das Offensiv-Juwel immer häufiger mit der Nationalmannschaft in Verbindung gebracht wird. Zwar sind die Experten im Doppelpass auf SPORT1 lediglich in Ausnahmefällen einer Meinung, jedoch war bei Karl der Tenor in der Sendung am Sonntag ganz klar: Dieses Top-Talent muss mit zur WM!

Roter Teppich für Lennart Karl? Experte Feuer und Flamme

Jan Age Fjörtoft geriet beim Gedanken an den Münchner Shootingstar regelrecht ins Schwärmen und lehnte sich weit aus dem Fenster. „Lennart Karl ist sensationell und ich wette alles, dass er bei der WM dabei ist. Die nehmen 26 Spieler mit, da musst du so ein Super-Talent mitbringen“, verdeutlichte der Norweger seinen Standpunkt.

Die potenzielle Gefahr, dass Karl in der Rückrunde angesichts der Rückkehr von Musiala ins Hintertreffen geraten könnte, sieht er vielmehr als Chance. „Dann können sie sich ein wenig abwechseln. Karl wird bei der WM dabei sein, ich bin mir zu 100 Prozent sicher. Er ist ein super Spieler“, legte er sich fest.

Dass in Deutschland überhaupt noch darüber diskutiert werde, könne der 59-Jährige gar nicht verstehen. „Andere Nationen würden ihnen den roten Teppich ausrollen“, erklärte er in Bezug auf Karl und Manuel Neuer.

Erik Meijer sah das nicht anders. „Brasilien hat auch einen 17 Jahre alten Ronaldo mitgenommen zur WM, weil er einfach der Beste war“, sagte der Ex-Profi im Doppelpass.

Völler mit Fingerzeig in Richtung Karl-Nominierung

Mit einem roten Teppich darf der Youngster beim DFB zwar nicht rechnen, jedoch zeigte sich auch Rudi Völler äußerst angetan von Karl. „Wir freuen uns, dass wir solche Talente in Deutschland haben“, machte der DFB-Sportdirektor klar.

Zwar entscheidet am Ende des Tages nicht Völler über eine WM-Nominierung von Karl, sondern Bundestrainer Julian Nagelsmann - aber einen kleinen Fingerzeig lieferte Völler dennoch.

„Ich bin mir sicher, dass Julian Nagelsmann seine Leistungen wohlwollend beobachtet haben wird“, gab er zu verstehen. Es sei schwer an Karl vorbei zu kommen, „wenn er es weiterhin so gut“ mache.

Effenberg überzeugt von Karl: „Ein Unterschiedsspieler“

Bereits im November 2025 rechneten manche mit einer Nominierung des 17-Jährigen. Für Karl ging es aber zunächst zur U21, wo er mit drei Toren in zwei Spielen direkt Taten sprechen ließ.

In den darauffolgenden Wochen spielte Karl in der Bundesliga in vier von fünf Bundesligaspielen von Anfang an und markierte in der Champions League Tore gegen Arsenal und Sporting Lissabon. An der Qualität der Nachwuchshoffnung zweifelt seitdem kaum noch jemand.

„Er bringt unfassbares Potenzial mit und ist ein Unterschiedsspieler“, brachte es SPORT1-Experte Stefan Effenberg auf den Punkt und erhielt Zustimmung von Meijer. „Für solche Spieler gehst du ins Stadion. Er ist klein, schnell und dribbelstark und macht auch seine Tore“, schwärmte der Ex-Stürmer.

Karl macht mit Real-Traum Schlagzeilen: Ein Zeichen seiner Ambitionen

Während es über die Performances von Karl auf dem Platz praktisch keine zwei Meinungen gibt, wurde zuletzt ein Auftritt neben dem Platz kontrovers diskutiert. Anfang des Jahres sorgte das Bayern-Talent im Rahmen eines Fanclub-Treffens für Schlagzahlen, da er in diesem seinen Traum unterstrich, eines Tages für Real Madrid zu spielen. Erboste Fan-Reaktionen auf Social Media waren die Folge.

Zwar entschuldigte sich der geläuterte Karl kurz darauf bei den Bayern-Verantwortlichen. Allerdings gab es auch Reaktionen, die Karls Offenheit begrüßten. „Es wäre ein Problem, wenn er sagen würde, er will nicht bei Real Madrid spielen“, fand FAZ-Reporter Michel Horeni klare Worte.

Es zeichnet Karl eben auch aus, dass er groß denkt und vollstes Vertrauen in seine Fähigkeiten hat. Schon vor Monaten wurde sein öffentliches „Fordern“ von Spielzeit von so manchem Experten als „arrogant“ und „verfrüht“ abgetan, jedoch konnte er die Antwort auf dem Platz liefern.

Karl mit Top-Einstand 2026

Genau so war es auch nach den Real-Schlagzeilen. Karl lieferte eine Top-Leistung im Testspiel gegen RB Salzburg ab, erzielte zwei Treffer und brachte die Kritiker zum Verstummen. „Er macht weiter, wo er aufgehört hat. Bayern kann froh sein, ihn zu haben“, lobte Effenberg.

Zwar blieb Karl beim 8:1-Spektakel am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg ohne Torbeteiligung und wurde in der 57. Minute ausgewechselt. Generelle Zweifel, ob er sein Niveau auch in der Rückrunde aufrecht erhalten kann, gab es in der Doppelpass-Runde zuvor aber nicht.

Schließlich profitieren sowohl Karl als auch der FC Bayern täglich von der Zusammenarbeit. „Wir reden von Bayern München. Mit welchen Spielern er jeden Tag trainiert, das bringt ihn auf ein neues Level“, war sich Effenberg sicher.

Meijer betonte die Vorzüge für den Klub: „Gute Spieler merken, wenn so ein Küken mit guten Füßen und Spielintelligenz kommt, dass dieser sie noch besser macht. Ein Olise merkt, mit dem kann man kombinieren. Das ist ein super Geschenk.“

Karl will hart arbeiten: Signal im März?

Karl ist ein Spieler mit absoluten Ausnahmefähigkeiten und hat bereits angekündigt, für seinen WM-Traum „hart zu arbeiten“. Kommen Talent und Wille zusammen, kann er wohl nur noch von einer Verletzung gestoppt werden.

Völler kündigte an, dass bei den kommenden Länderspielen im März „das Gerüst für die WM stehen“ werde. Wird Karl hier nominiert, rückt die Erfüllung des WM-Traum ein großes Stück näher.