Juri Knorr ist auch nach dem umjubelten Einzug der deutschen Handball-Nationalmannschaft ins EM-Finale mit sich selbst ins Gericht gegangen. Diesmal monierte er einen Makel, der ihn schon seit der eigenen Jugend verfolgt.
Handball-EM: Nächste erstaunliche Beichte von Juri Knorr
Knorrs erstaunliches Bekenntnis
Der Spielmacher des DHB-Teams gab an, dass er sich während der Halbfinal-Partie gegen Kroatien schon zu früh mit einem möglichen Sprung ins Endspiel befasst habe.
„Ich habe zumindest zu viel über einen möglichen Finaleinzug nachgedacht“, gab Knorr zu. Sein Blick sei immer wieder zum Videowürfel gegangen, während Deutschlands zwischenzeitlich recht klarer Vorsprung in der Schlussphase wieder zusammenschrumpfte.
Knorr: „Das mache ich leider, seitdem ich Kind bin“
„Ich mache das jedes Mal und jedes Mal denke ich mir: Warum?“, schilderte der DHB-Star: „Es ist nur ein Handballspiel, es geht 60 Minuten, so dumm wie sich das anhört. Spiel das jetzt zu Ende und gucke nicht andauernd hoch. Das mache ich leider schon, seitdem ich ein kleines Kind bin. Das musst du lernen.“
Ehrliche und auch öffentliche Selbstkritik stellt bei Knorr keine Seltenheit dar. Im laufenden Wettbewerb hinterfragte er unter anderem seine Zehn-Tore-Leistung im Spiel gegen Frankreich. Davor hatte er auch angegeben, dass sein interner Konkurrent auf der Spielmacherposition mehr Einsatzminuten verdient gehabt hätte.
Vor dem Spiel gegen Kroatien hatte sich daher die deutsche Handball-Legende Henning Fritz im Interview mit SPORT1 mit leiser Sorge geäußert: „Sich kritisch zu hinterfragen, ist eine gute Eigenschaft, aber man darf sich emotional nicht zu sehr davon runterziehen lassen. Das sagt sich so leicht, aber das ist ein Prozess, den man annehmen muss, wenn man sich weiterentwickeln möchte.“