Frankreich hat in der Hauptrunde der Handball-EM die Muskeln spielen lassen und Gegner Portugal beim 46:38-Erfolg die Grenzen aufgezeigt.
Rekord bei Handball-EM! Historisches Debakel für Portugal
EM-Rekord nach unfassbarer Halbzeit!
Bereits in der ersten Halbzeit überrollten die Franzosen ihren Gegner förmlich. Mit 28 erzielten Treffern stellte der Titelanwärter sogar einen neuen Rekord auf – nie hatte eine Mannschaft in der EM-Historie mehr als 26 Tore erzielt.
Einen neuen Torrekord für ein gesamtes Spiel verpassten sie um eine Sekunde: Der Ball zum möglichen 47. Tor schlug zwar im Netz ein, allerdings ganz knapp nach der Schluss-Sirene.
Mit ihren 47 Treffer egalisierten die Franzosen aber ihren eigenen Rekord aus der Vorrunde. Dort hatten sie beim 46:26-Erfolg gegen Außenseiter Ukraine sogar den deutlichsten Sieg der EM-Geschichte gefeiert.
Frankreich sorgt mit Gala gegen Portugal für EM-Rekord
In Halbzeit zwei nahmen Frankreich nach der Gala in Halbzeit eins mindestens einen Gang heraus. Im ersten Durchgang hatten sie überforderte Portugiesen vorgeführt.
Nicolas Tournat egalisierte in der 27. Minute die alte Bestmarke aus dem Jahr 2014, die damals Polen in Aarhus gegen Weißrussland aufgestellt hatte.
Eine Minute später machte der zweite Treffer von Melvyn Richardson den neuen Rekord perfekt. Am Ende der ersten Halbzeit hieß es 28:15 vor 11.807 Zuschauern in Herning.
„Das waren die ersten 30 Minuten, die wir so schnell niemals vergessen werden. Speziell im portugiesischen Handball wird man diese 30 Minuten niemals vergessen. Portugal liegt zurück mit 15:28. Das ist ein Debakel, von historischem Ausmaß“, war ZDF-Kommentator Gari Paubandt fassungslos. „Es kann nur noch um Ergebniskosmetik gehen und darum, ein wenig Würde zurückzugewinnen. Bislang war das schlicht und ergreifend gar nichts.“
Handball-EM: Portugal betreibt Schadensbegrenzung
In Halbzeit zwei betrieben die Portugiesen dann zumindest etwas Schadensbegrenzung und konnten den zweiten Durchgang mit 20:18 für sich entscheiden.
Allerdings agierten die Franzosen nach der Pause auch nicht mehr so zwingend, wie im ersten Durchgang. Gemeinsam stellten beide Teams einen neuen EM-Rekord auf.
Nie fielen in einem Spiel mehr Treffer als die 84 in diesem Spiel. Zuvor lag die Bestmarke bei 81 Toren aus der Begegnung zwischen Slowenien und Montenegro bei dieser WM als Slowenien mit 41:40 gewann.
Mem mit überragendem Spiel
Herausragend auf französischer Seite präsentierte sich der künftige Füchse-Berlin-Spieler Dika Mem, der alle seine acht Würfe im gegnerischen Tor versenkte.
„Wir haben wirklich gut gespielt, waren heute sehr fokussiert. Wir wussten, dass die zwei Punkte sehr wichtig sind, das war unser Ziel“, freute sich Mem nach dem Spiel bei SPORT1 über den Sieg.
Der französische Superstar steigerte sich nach seinem durchwachsenen Spiel gegen Dänemark enorm.
„Wir haben beide Spiele sehr gut vorbereitet. Wir haben gegen Dänemark kein schlechtes Spiel gemacht, aber heute haben wir natürlich besser gespielt“, erklärte Mem.
Nur eine Parade in 30 Minuten!
Portugals bemitleidenswerte Torhüter parierten in der ersten Halbzeit nur einen einzigen der 29 Wurfversuche der Franzosen – Pedro Tonicher stand bei 1/17, Gustavo Capdeville bei 0/12.
Mit dem Sieg gegen Weltmeister und Topfavorit Dänemark hatte Portugal in der Vorrunde noch für Aufsehen gesorgt. Im Auftaktmatch in der Hauptrunde gegen Deutschland gab es eine knappe Niederlage.