Nach der überraschenden, aber verdienten Niederlage der deutschen Handball-Nationalmannschaft im zweiten EM-Spiel gegen Serbien haben sich drei DHB-Legenden auf Bundestrainer Alfred Gislason eingeschossen.
Handball-EM: "Scheiße gecoacht" - Legenden attackieren Gislason
Legenden schießen gegen Gislason
Stefan Kretzschmar, Pascal Hens und Michael Kraus fällten nach dem 27:30 in ihrem Podcast „Harzblut“ ein eindeutiges Urteil.
„Alfred: Scheiße gecoacht. Vercoacht. Das kannst du dir auf den Zettel schreiben“, machte Kraus unmissverständlich klar. Hens wiederum zeigte gar Mitleid mit den aktuellen deutschen Spielern - die in seinen Augen von ihrem Coach im Stich gelassen wurden.
Mitleid mit deutschen Handballern
„Da hat, finde ich, den Jungs auf dem Feld auch die führende Hand von draußen so ein bisschen gefehlt. Das ist mein Eindruck gewesen. Da haben sie mir fast ein bisschen leid getan“, befand der einstige Topspieler unter Verweis auf die fehlende Struktur im deutschen-Spiel.
Man habe den Spielern angemerkt, „dass sie sich nicht so wohlfühlen“. Kraus sprach von einem „heillosen Durcheinander“ und fehlender Kreativität im Angriff. Gerade der Fokus auf die eigene Defensive - der im ersten Spiel gegen Österreich noch Früchte getragen hatte - überzeugt die drei Ex-Handballer nicht.
„Das kann es doch nicht sein. Für eine Medaille reicht das nicht, wenn man so unkreativ spielt im Angriff“, sagte Kraus und bekam Zuspruch von Kretzschmar: „Mir macht Angst, wie wir angreifen.“ Er habe keine Idee hinter den Offensivbemühungen des deutschen Teams erkennen können.
Hens wiederum klagte: „Wenn es mal vorne im Angriff nicht läuft, dann haben wir keinen Plan B. Wenn du auf andere Nationen guckst, da gibt es schon seit Ewigkeiten Sieben-gegen-Sechs. Das findet bei uns nicht statt. Die haben wir nicht, diese Alternative, wenn es vorne nicht läuft.“
Deutschland-Legenden flüchten sich in Sarkasmus
Ein besonderes Augenmerk legte das Experten-Trio dann noch auf die Außenpositionen, die im Spiel gegen Serbien kaum eine Rolle spielten. Hens flüchtete sich gar in Sarkasmus: „Es war wichtig, dass wir vier Außen dabei hatten, weil die haben super mitgespielt heute.“
Kretzschmar sagte dazu: „Auf Außen hätten heute auch der Busfahrer und der Physiotherapeut stehen können, muss man ganz ehrlich sagen. Da kam ja gar kein Ball hin.“
Auch die geringe Zahl der Wechsel im eigentlich so breit aufgestellten Kader irritierte Kretzschmar und Co. Und als ob das alles nicht genug wäre: Auch die letzte Aktion des Spiels stellten sie infrage.
Gislason hatte in einer finalen Auszeit, als das Spiel bereits verloren war, eine hohe Verteidigung angeordnet. Was zu einem weiteren Gegentor führte, das im Kampf um die nächste Runde durchaus noch von Bedeutung sein könnte.
„Allein diese letzte Aktion. Wir gewinnen das Spiel nicht mehr und decken offensiv nach der Auszeit”, schimpfte Hens: „Das ist so unnötig und dumm. Jetzt ist die Situation noch deutlich komplizierter.“