Bundestrainer Alfred Gislason hatte vor dem Spiel der Handball-EM gegen Dänemark gleich für eine doppelte Überraschung gesorgt.
Handball-EM: "Das will ich nochmal klar sagen"
Zwangspause? Mertens wird deutlich
Weder Lukas Zerbe noch Lukas Mertens hatte der Isländer in den Kader gegen den Weltmeister und Olympiasieger berufen.
Am Tag nach der 26:31-Niederlage im vorletzten Hauptrundenspiel äußerte Linksaußen Mertens bei einer Pressekonferenz zwar Verständnis für die Entscheidung von Gislason, betonte aber zugleich: „Ich hätte auch spielen können, ich wäre auch bereit gewesen, dass will ich nochmal klar sagen. Das wäre auch ein Spiel gewesen, in dem ich hätte spielen können.“
Handball-EM: Mertens musste gegen Dänemark zuschauen
Hinter der Bank sitzen zu müssen, statt auf dem Feld zu stehen, sei „kein schönes Gefühl“ gewesen, sagte der 30-Jährige vom SC Magdeburg. „Du willst als Sportler immer spielen, willst als Handballprofi immer auf der Platte stehen.“
Gislason hatte seine Entscheidung nach der Niederlage gegen Dänemark mit dem Kräfteverschleiß der beiden Außenspieler begründet. Mertens und Rechtsaußen Zerbe hätten in den Partien zuvor quasi durchgespielt.
„Man merkte den beiden an, dass sie aus den letzten Spielen mit Muskelverhärtungen gekommen sind“, sagte Gislason bei SPORT1. „Natürlich hätte ich sie aufstellen können, aber dann hätten sie jetzt womöglich Zerrungen erlitten und wären ausgefallen.“
Handball-EM: Mertens nutzte Tag Pause
Mertens war zwar enttäuscht, nicht spielen zu können, wütend sei er aber nicht gewesen. „Ich habe den Tag für mich so genutzt, dass ich nochmal die eine oder andere physiotherapeutische Behandlung bekommen habe“, sagte er: „In so einem Turnier ist jeder Tag Gold wert, an dem man ein bisschen regenerieren kann. Klar nutzt man gerne den Tag, an dem die Jungs gespielt haben.“
Dass der Tag Pause seinem Rhythmus schaden könnte, glaubt Mertens nicht. „Dafür sind wir zu eng getaktet, es ist ja nicht so, dass ich erst wieder in einer Woche spielen würde“, sagte er.
Mertens heiß auf Duell mit Frankreich
Die Entscheidung des Bundestrainers habe er akzeptiert, beteuerte Mertens. Er richtete seinen Fokus aber auch schon auf das alles entscheidende Spiel gegen Frankreich (Mi., ab 18 Uhr im LIVETCKER).
„Das war in Ordnung für mich, sodass ich jetzt hoffentlich volle Power habe für die Franzosen, denn da geht es um alles.“
Recht hat er. War die Niederlage gegen Dänemark noch zu verschmerzen, wäre eine Pleite gegen Frankreich gleichbedeutend mit dem Aus im Kampf um das Halbfinale.