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Barcelona sendet Lebenszeichen

Barcelona sendet Lebenszeichen

Der FC Barcelona muss sich zwar im Halbfinale der spanischen Supercopa Real Madrid knapp geschlagen geben, meldet sich aber eindrucksvoll zurück.
In einem furiosen Supercopa-Halbfinale zwischen Barcelona und Real Madrid hatten die Königlichen das bessere Ende für sich und gewannen mit 3:2. Die Trainer waren sich uneins über die Dominanz.
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von Alexandra Müller

„Das ist der Weg. Diese Barca-Mannschaft kann mit jedem mithalten.“

Die Worte von Barcelonas Coach Xavi nach dem verlorenen Halbfinale in der spanischen Supercopa gegen Real Madrid brachten es auf den Punkt: Die Katalanen mussten sich zwar mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben, doch diese Niederlage macht Mut. (DATEN: Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

Xavis Schützlinge gaben sich trotz zweifachen Rückstands bei der in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ausgetragenen Neuauflage des Clásicos zu keinem Zeitpunkt auf. Ganz im Gegenteil: Nach dem Treffer von Reals Vinicius Junior in der 25. Minute zum 1:0 zeigte Barcelona sein ganzes Potenzial und war sogar in mehreren Phasen des Spiels die überlegene Mannschaft.

Presse bekräftigt Barcelonas Leistung

Entsprechend positiv fielen auch die Pressestimmen aus. „Barca ist nicht ganz zurück, aber fast“, schrieb Mundo Deportivo und sprach von einem „überzeugenden Comeback“ der Blaugranas.

Und weiter: „Die Marke Azulgrana hat sich durchgesetzt, sie ist zu ihrer ursprünglichen Version zurückgekehrt, die in der Lage ist, die gewünschte Revolution durchzuführen und mehr Gift zu versprühen. Dieses Barca ist ein anderes.“

In der AS hieß es: „Madrid kommt weiter, Barca wächst. Es war Reals Konter, der das Spiel entschied, und das gegen eine großartige Version der Blaugranas. Xavi hat die Geschichte gewonnen. Jetzt muss er die Spiele noch gewinnen. Er ist nah dran.“ (SERVICE: Tabelle von La Liga)

Fati feiert starkes Comeback

Vor allem dank Ansu Fati hatte Barcelona gegen den Erzrivalen ein Happy End vor Augen. Der Jungstar kam nach zweimonatiger Verletzungspause in der 66. Minute und erzielte in der 83. per Kopf das zwischenzeitliche 2:2.

„Dieser Junge ist ein Torjäger. In 17 Minuten gelang ihm weit mehr als anderen Spielern wie Dembélé oder Ferran Torres, die fast 90 Minuten Zeit hatten, Madrids Abwehr zu knacken. Der junge lässt sich von seiner Nummer nicht aus der Ruhe bringen“, lobte die Marca.

Der Stürmer läuft in Lionel Messis ehemaliger Rückennummer 10 auf. „Das ist eine Herausforderung, weil die Nummer 10 für Barca sehr viel bedeutet. Darunter spielten Leo Messi, Ronaldinho und andere große Spieler. Die Nummer 10 macht Druck, aber bei Barça zu sein bedeutet schon, unter Druck zu sein“, sagte der Jungstar nach dem Abgang des Argentiniers.

Fati bei Barcelona auch nach Verletzung „eine Waffe“

Fati brachte die Abwehr Madrids nach seiner Einwechslung zunehmend in Bedrängnis und stellte den Clásico mit seinem Treffer auf den Kopf. Mit seinen 19 Jahren hat er keine Mühe, die Mannschaft in wichtigen Spielen mitzuziehen.

Im Rahmen seiner Vertragsverlängerung beim FC Barcelona sprach Ansu Fati über sich selbst als neue Nummer Zehn des Vereins. Als Messis Nachfolger sieht sich der 18-Jährige jedoch nicht.
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Kein Kontakt zu Messi? Fati weicht Frage aus

„Das Team wird noch viele Jahre lang von seinen Toren leben. Selbst in der Rekonvaleszenz ist er eine Waffe“, hieß es in der AS und die Marca stellte den Youngster sogar auf eine Stufe mit Reals Stürmerstar Karim Benzema: „Zwei Spieler regierten die Welt. Benzema und Ansu Fati.“

Auch Pedri feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback und ersetzte Frenkie de Jong schon nach der ersten Halbzeit. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan La Liga)

Barcelona mit Pedri „eine andere Mannschaft“

Er kam voller Tatendrang aus der Kabine und tat Barcelonas Spiel sichtlich gut. Um ein Haar hätte der 19-Jährige sogar die Führung markiert, als er einen starken Schuss nur Zentimeter neben das Tor setzte.

„In der zweiten Halbzeit, mit Pedri, war Barca eine andere Mannschaft“, adelte Mundo Deportivo. „Er hat ein Talent mit dem Ball am Fuß, das ihm niemand nehmen kann. Gestern entdeckte Xavi, dass mit dem Golden Boy alles einfacher ist.“

Real Madrid gewinnt bereits das fünfte Mal in Folge den Clásico gegen den FC Barcelona. Beim Supercup-Halbfinale in Saudi-Arabien wirkt der Mythos 'el clásico' nicht nur wegen des Austragungsortes beschädigt.
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"Clásico in Saudi-Arabien ist ein Marketing-Gag"

Pedri selbst zeigte sich nach der Partie optimistisch gestimmt: „Es ist eine Niederlage, die schwer zu verdauen ist. Wenn du die Chancen nicht nutzt, gewinnst du nicht. Es ist schade, aber die Mannschaft macht viel Hoffnung. Die Fans müssen stolz auf uns sein“, erklärte der Spanier.

Xavi machte noch vor dem Spiel deutlich, das Halbfinale sei eine „gute Gelegenheit für uns, um zu sehen, wo wir stehen“, und dass es „ein Wendepunkt sein“ könnte.

Dieser Wendepunkt gelang zwar nicht in Form eines Sieges, dennoch hat der Auftritt gezeigt: Barcelona lebt.