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"Messi aus Glasgow": Ex-Wunderkind zurück im Rampenlicht

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"Messi aus Glasgow": Ex-Wunderkind zurück im Rampenlicht

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Ex-Wunderkind zurück im Rampenlicht

13 Jahre ist Karamoko Dembélé alt, als er die ersten Vergleiche mit Lionel Messi über sich ergehen lassen muss. Danach verschwindet er über Jahre von der Bildfläche, nun hat er sich mit 21 Jahren zurück ins Rampenlicht geschossen.
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Alexander Kortan
Alexander Kortan
13 Jahre ist Karamoko Dembélé alt, als er die ersten Vergleiche mit Lionel Messi über sich ergehen lassen muss. Danach verschwindet er über Jahre von der Bildfläche, nun hat er sich mit 21 Jahren zurück ins Rampenlicht geschossen.

Gerade einmal 13 Jahre war Karamoko Dembélé alt, da wurde er schon als der „nächste Lionel Messi“ oder der „Messi aus Glasgow“ gefeiert. Schnell ging seine Geschichte um die Welt - und zunächst lief auch alles nach Plan.

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Nach seinem Debüt für Celtic Glasgows U20 im Alter von 13 Jahren unterzeichnete er mit 15 seinen ersten Profi-Vertrag - um dann mit 16 sein Debüt für die erste Mannschaft von Celtic zu geben. In der Folge ging es jedoch bergab - bis jetzt!

Karamoko Dembélé 2019 bei seinem Debüt für die erste Mannschaft von Celtic Glasgow
Karamoko Dembélé 2019 bei seinem Debüt für die erste Mannschaft von Celtic Glasgow

Denn während es in den vergangenen fünf Jahren still um das einstige Wunderkind blieb, wird es jetzt umso lauter. Der inzwischen 21-Jährige hat nämlich während einer Leihe in der englischen League One so beeindruckend auf sich aufmerksam gemacht, dass er jetzt mit einem Wechsel in die Premier League in Verbindung gebracht wird. Doch der Reihe nach ...

Entwicklung stagniert auch in Frankreich

Dembélé, der als kleiner Junge mit seiner Familie aus London in den Glasgow-Stadtteil Govan zog, lernte nach seinen frühen Erfolgen und seinem Celtic-Debüt in der Saison 2018/19 auch die dunkleren Seiten des Fußballs kennen. Zwar schwärmten seine Trainer wie Brendan Rodgers oder Ange Postecoglou von seinem Talent, gaben ihm aber fast keine Chance, das auf der großen Bühne zu zeigen.

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Während der ganze Klub im Sommer 2022 die Meisterschaft unter Postecoglou feierte, schienen es viele gar nicht zu bemerken, dass der einst in den Himmel gelobte Dembélé seinen Ausbildungsverein verließ, nach lediglich zehn Kurzeinsätzen für den Klub.

Ablösefrei ging es für den damals 19-Jährigen, der in den U-Nationalmannschaften für England und Schottland spielte, in Richtung Frankreich, wo er es bei Brest in der Saison 22/23 allerdings nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausschaffte. Nach knapp 240 Minuten Einsatzzeit in seiner Debüt-Saison, in der Brest auf Platz 14 der Ligue 1 landete, wurde klar, dass Dembélé für seine Entwicklung dringend mehr Spielpraxis braucht: Eine Leihe musste her.

Dembélé blüht während Leihe in England auf

So landete Dembélé Ende August 2023 schließlich beim englischen Drittligisten Blackpool, deren Trainer sich besonders um ihn bemüht hatte. „Ich kannte ihn schon aus seiner Jugendzeit bei Celtic und aus seiner Zeit in der schottischen und englischen Junioren-Nationalmannschaft“, erklärte Neil Critchley der Daily Mail die Beweggründe für die Leihe, die sich als Karriere-Restart für das einstige Wunderkind herausstellen sollte.

Acht Tore und 13 Vorlagen gelangen ihm in 39 Liga-Einsätzen, doch es waren es nicht nur seine Scorerpunkte, mit denen er beeindruckte, sondern sein Pressing, seine Zweikampfhärte und sein Verhalten gegen den Ball.

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„Er hat eine andere Seite seines Spiels gezeigt und das zeigt wiederum, was für ein Mensch er ist: Er will einfach ein guter Teamspieler sein“, lobte ihn Critchley, der unter Steven Gerrard in Aston Villa und Brendan Rodgers in Liverpool gearbeitet hatte.

„Kaddy“ widerlegt Kritikpunkte an seinem Spiel

Generell hat Kaddy, wie sein Spitzname lauet, viele Kritikpunkte an seinem Spiel eindrucksvoll widerlegt. Verletzungsanfälligkeit und mangelnde Belastbarkeit wurden ihm angekreidet, in den wettbewerbsübergreifend 50 Einsätzen belehrte er die Kritiker jedoch eines Besseren, zumal er laut seines Trainers keine einzige Trainingseinheit verletzt gefehlt habe.

Mangelnde Vielseitigkeit ist inzwischen ebenfalls ein Kritikpunkt aus der Vergangenheit, spielte der einstige Flügelspieler im 3-5-2-System des Klubs doch hauptsächlich in zentralen Mittelfeld - und das in verschiedenen Rollen.

Entscheidend für diese Veränderung war jedoch ein weiterer Punkt, der ihm lange als Schwachpunkt nachgesagt wurde - sein Körper, insbesondere seine Körpergröße. Denn mit gerade einmal 1,67 Metern ist er nicht der Größte, zumal er zu Anfang seiner Karriere noch ziemlich schmächtig war.

Inzwischen fällt das jedoch gar nicht mehr auf - ganz im Gegenteil: „Er hat einen niedrigen Körperschwerpunkt und kann Verteidiger so in Sekundenbruchteilen aus dem Spiel nehmen“, betonte Trainer Critchley.

„Er war der herausragende Spieler bei uns“

Für den großen Teamerfolg konnte der Ausnahmekönner jedoch nicht sorgen. Durch eine Niederlage am letzten Spieltag verpasste Blackpool die Aufstiegs-Playoffs für die zweite Liga, aus der Dembélés Bruder Siriki mit Birmingham abstieg. „Ohne ihn wären die Playoffs wohl ganz außer Reichweite gewesen“, erklärt Blackpool-Gazette-Journalist Amos Wynn, den das einstige Wunderkind über die Saison hinweg begeisterte.

„Die Art und Weise, wie er sich an die körperliche Härte der ersten Liga angepasst hat, war wirklich beeindruckend. Er wurde zwar immer noch häufiger gefoult als andere Spieler auf dem Platz, aber er konnte gut dagegenhalten und seine Größe zu seinem Vorteil nutzen“, schwärmte der Journalist. Es gebe eine Reihe guter Spieler im Kader von Blackpool, „aber niemand kann das, was Dembélé kann“.

„Er war der herausragende Spieler bei uns, er hat so ziemlich alle unsere Preise gewonnen“, schwärmte auch sein Trainer von ihm, der ihm eine große Zukunft zutraut. Ein Verbleib in Blackpool schließt Critchley aus, schließlich habe Dembélé sich für größere Aufgaben empfohlen.

Premier League - oder Champions League in Frankreich?

„Natürlich würden wir ihn gerne behalten, aber wir sind nicht dumm“, meinte er abschließend. „Ich bin mir sicher, dass er viele Optionen und viele Interessenten hat.“ Laut englischer Medienberichte sind Everton, West Ham, Southampton, Leeds und Leicester City interessiert, Dembélé könnte also vielleicht schon in der nächsten Saison in der Premier League spielen.

Unklar ist allerdings, wie Brest mit ihm plant: Eine beträchtliche Ablösesumme einstreichen - oder gemeinsam mit für die kommende Champions-League-Saison planen?

Dort ist Brest nämlich vertreten - und bietet Dembélé somit vielleicht die nächste große Bühne.