In der französischen Ligue 1, die mit dem Triumph von Paris Saint-Germain endete, verdienten in der vergangenen Saison sechs deutsche Profis ihr Gehalt. SPORT1 beurteilt die Leistung des Sextetts.
Ligue 1: So lief die Saison für Nübel, Volland, Draxler, Boateng und Co. in Frankreich
Ligue-1-Zeugnisse: Nübel unantastbar
Alexander Nübel hat seine erste Saison in der französischen Meisterschaft erfolgreich abgeschlossen. Mit sechs starken Paraden sorgte die Bayern-Leihgabe am letzten Spieltag in Lens (2:2) dafür, dass die AS Monaco zumindest auf Platz drei landete und im August zwei Quali-Runden in der Champions League bestreiten darf.
Der ehemalige Schalker Torwart bestätigte noch einmal seine bestechende Form, die er über die gesamte Rückrunde zeigen konnte, nachdem ihm bis Weihnachten zu wenig Konstanz attestiert wurde und er von Kritik kaum verschont blieb.
Nun bekommt Nübel aber in den französischen Gazetten eine gute Note nach der anderen und ist am Fürstentum unantastbar. Genug, um im Herbst doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen? (DATEN: Die Tabelle der Ligue 1)
Das Gleiche gilt für Kevin Volland. Nach der EM 2021, bei der er kaum zum Einsatz kam, konnte der Stürmer in der Hinrunde aufgrund körperlicher Defizite an seine starke Saison 2020/21 nicht anknüpfen.
Der 29-Jährige tat sich besonders unter Niko Kovac schwer. Nach dem Trainerwechsel jedoch steigerte sich der Ex-Leverkusener und spielte im letzten Saison-Drittel richtig stark auf. Letztlich kam der Allgäuer auf 20 Scorer-Punkte in 34 Liga-Spielen.
Monaco-Stars ohne WM-Chancen in Katar
Auch in der kommenden Saison wird Volland unter dem belgischen Coach Philippe Clément eine Schlüssel-Rolle einnehmen. Dass er einen Anruf von Hansi Flick bekommt, steht momentan nicht auf der Agenda des Bundestrainers.
Auch wenn er meistens auf der Bank saß, gilt Ismail Jakobs als der 12. Mann im Monaco-Kader. Fast in jeder Partie wurde der linke Schienenspieler eingewechselt und kam letztlich auf 28 Liga-Einsätze bei einer Vorlage.
An der Côte d´Azur fühlt sich der 22-Jährige wohl, auch wenn der Ex-Kölner sich mehr Spielanteile erhofft hatte. Im zweiten Auslandsjahr sollte es besser laufen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)
Draxler vor PSG-Abschied - Kehrer überzeugt
Ein Jahr nach seiner Vertragsverlängerung bis Juni 2024 kam Julian Draxler bei Paris Saint-Germain über seine andauernde Reservistenrolle erneut nicht hinaus.
Nur fünf Mal stellte ihn PSG-Coach Mauricio Pochettino in der Ligue 1 von Beginn an auf, insgesamt waren es 18 Partien, die er absolvierte (zwei Tore, ein Assist) und seit sieben Wochen ist der 28-Jährige mit einer Knie-Verletzung außer Gefecht.
Um sich Chancen auf die WM in Katar 2022 zu erhoffen, muss der offensive Mittelfeldspieler sich definitiv neu orientieren. In der französischen Hauptstadt hat Draxler keine Zukunft. Die PSG-Bosse würden ihn für 15 Millionen Euro ziehen lassen.
Etwas anders die Lage bei Thilo Kehrer. Auch wenn der vielseitige Abwehrspieler nicht gesetzt ist, hat er in dieser Spielzeit deutlich mehr die Erwartungen erfüllt (27 Liga-Spiele) - und war konstanter als in den Jahren zuvor. Der 25-Jährige erzielte sogar zwei Liga-Treffer innerhalb einer Woche im Januar.
Kehrer hat seinen Berater gewechselt und sich Dirk Hebel angeschlossen, der unter anderem auch die BVB-Stars Marco Reus und Salih Özcan berät. Nach SPORT1-Informationen denken beide Seiten - sowohl der Defensiv-Star als auch Paris Saint-Germain - über einen Tapetenwechsel nach.
So oder so - Flick ist mit seiner Entwicklung sehr zufrieden.
Ein Jahr zum Vergessen für Boateng
Bei Jérôme Boateng handelt es sich nach einem knappen Jahr bei Olympique Lyon um ein Missverständnis. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Ligue 1)
Nach einem vielversprechenden Start, wo er sofort die Chefrolle in der Abwehr einnahm, kam der 33-Jährige mit manchen seiner Mitspieler nicht mehr klar. Auch rein sportlich betrachtet konnte Boateng sein altes Niveau keineswegs erreichen.
In der Rückrunde wurde der Ex-Bayern-Star kaum noch eingesetzt, und wenn er mal startete, war nach maximal einer Stunde immer Schluss, weil Boateng mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte.
Bei OL läuft sein Vertrag zwar noch ein Jahr, nach SPORT1-Informationen ist Boateng jedoch offen, den Verein vorzeitig zu verlassen und in der kommenden Saison eine neue Herausforderung anzugehen. Sein Management sondiert bereits den Markt. Bei einem Freigabe-Wunsch Boateng würde Lyon ihm keine Steine in den Weg legen.