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"Er war der Beste, den ich je trainiert habe"

„Der Beste, den ich trainiert habe“

Antoine Semenyo wechselt zu Machester City. Auf dem Weg an die Weltspitze musste der Flügelspieler aber einige Umwege gehen.
Antoine Semenyo läuft künftig für Manchester City auf
Antoine Semenyo läuft künftig für Manchester City auf
© IMAGO/Every Second Media
Antoine Semenyo wechselt zu Machester City. Auf dem Weg an die Weltspitze musste der Flügelspieler aber einige Umwege gehen.

Es war ein märchenhafter Abend für Antoine Semenyo. In der Partie zwischen dem AFC Bournemouth und Tottenham Hotspur war die Nachspielzeit bereits im vollen Gange, ehe der Mann der Stunde für einen goldenen Moment sorgte. Beim Stand von 2:2 bekam Semenyo rund 20 Meter vor dem Tor der Spurs zu viel Platz, zögerte nicht lange und versenkte einen Distanzschuss im Netz.

Die Bedeutung des 3:2-Siegtreffers könnte dabei kaum größer sein. Semenyo beendete an seinem 26. Geburtstag nicht nur eine Serie von elf Premier-League-Spielen ohne Sieg, sondern feierte damit auch einen krönenden Abschied aus Bournemouth.

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Denn was sich bereits seit Tagen abzeichnete, wurde am Freitag offiziell bekanntgegeben. Der Flügelspieler wechselt zu Manchester City. Mit einer kolportierten Ablösesumme von über 70 Millionen Euro ist er der erste Mega-Transfer dieses Winters.

Semenyo und sein märchenhafter Abschied: „Niemand hat es mehr verdient“

Die Fans in Bournemouth boten Semenyo am Mittwochabend dennoch einen dankbaren Abschied und sorgten bei seiner Auswechslung wenige Sekunden vor dem Abpfiff für einen Gänsehautmoment. Sowohl Spieler als auch die Fans zollten mit Applaus einander Respekt.

„Wenn das sein letzter Einsatz für Bournemouth gewesen sein sollte, gibt es keinen besseren Weg, ihn zu beenden. Das ist Stoff, den man in Filmen schreibt – und niemand hat ihn mehr verdient als er“, schwärmte Teamkollege Marcus Tavernier nach der Partie bei Sky Sports und meinte: „Er wird uns mit seiner Qualität fehlen, aber auch als Persönlichkeit in der Kabine. Wenn das sein letzter Moment gewesen sein sollte, müssen wir definitiv vorne neue Lösungen finden.“

Tatsächlich legte Semenyo in dieser Saison bereits zehn Tore und drei Vorlagen auf. Damit war er an fast 40 Prozent der Treffer seines Teams beteiligt. Entsprechend groß war auch das Lob von Trainer Andoni Iraola: „Er war – wenn nicht der beste – dann einer der besten Spieler, die ich trainiert habe. Er hat sich in jeder einzelnen Saison verbessert. Er hat zehn Tore in einer halben Saison erzielt und ist nicht einmal eine klassische Nummer neun.“

Die Treffer seien laut Iraola aber nicht allein für den Erfolg des ghanaischen Nationalspielers verantwortlich. „Es sind nicht nur die Zahlen, sondern viele andere Dinge: seine Physis, die Kopfballduelle, die Defensivarbeit. Er wird sehr fehlen“, erklärte der Spanier.

Über die sechste Liga zu Guardiola und City

Doch die Karriere von Semenyo verlief nicht immer so steil wie in der jüngeren Vergangenheit. Mit 15 Jahren wurde der Premier-League-Star bereits von zahlreichen Jugendakademien abgewiesen. Darunter Arsenal, Chelsea, Fulham, Tottenham und zuletzt auch Crystal Palace.

Laut der englischen Boulevardzeitung The Sun hatte Semenyo deshalb eigentlich mit seiner Karriere schon abgeschlossen und stellte sich darauf ein, mit seinen Freunden Basketball zu spielen. Ein Wendepunkt sorgte jedoch dafür, dass seine Karriere über Umwege doch noch einmal Fahrt aufnahm.

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Mit 16 Jahren nahm Semenyo an einem Probetraining des ehemaligen Leeds-Trainers Dave Hockaday teil, der ihn davon überzeugte, nach Swindon zu ziehen und zu studieren, während er versuchte Fußballer zu werden. Es sollte kein ganzes Jahr dauern, bis Semenyo in die Akademie von Bristol City aufgenommen wurde.

Geradlinig verlief die Karriere des City-Neuzugangs aber weiterhin nicht. 2018 wurde Semenyo an den Sechstligisten Bath City ausgeliehen, um als Spieler zu reifen. Dennoch habe man in Bristol das Talent stets erkannt.

Stürmer Nakhi Wells erinnerte sich bei The Sun an die damalige Zeit und erklärte: „Viele Leute sagten früher zu mir: ‚Wer ist dieses Kind?‘. Er war etwas unberechenbar. Er kam nicht durch eine Jugendakademie, daher war er etwas roh. Aber er war schnell, er war stark, er hatte zwei Füße, die gleichgut waren. Er ist ein phänomenaler Finisher. Er gehört zu den besten Finishern, die ich je gesehen habe.“

Nach weiteren Leihstationen bei Newport County und dem AFC Sunderland ist Semenyo inzwischen an der Weltspitze angekommen, die harte Arbeit hat er aber weiterhin nicht eingestellt. Im Sommer nahm er deshalb Kontakt zu dem bekannten Individualtrainer Saul Isaksson-Hurst auf, der schnell von den Fähigkeiten des Spielers begeistert war.

„Ich sagte zu Antoine: ‚Du bist ein Champions-League-Spieler. Du solltest in der Champions League spielen‘“, sagte er im Gespräch mit The Sun und ergänzte: „Er könnte für jeden Klub auf dieser Welt spielen. Er hat noch viel mehr Potenzial und hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht.“

Wie der BVB von einem Rekord-Abgang profitieren könnte

Der Weg dorthin führt Semenyo nun zu Manchester City und macht ihn zum Rekord-Abgang bei Bournemouth, die in den vergangenen Jahren schon Topspieler wie Ilya Zabarnyi (Paris Saint-Germain), Dean Huijsen (Real Madrid) oder Milos Kerkez (FC Liverpool) hervorbrachten.

Einfluss könnte der Transfer zudem auf Borussia Dortmund haben, die nach SPORT1-Informationen an einer Leihe mit Kaufoption von City-Talent Oscar Bobb arbeiten. Die Verpflichtung eines direkten Konkurrenten dürfte die Tür für einen Wechsel von Bobb endgültig aufstoßen.

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Semenyo selbst veröffentlichte bei Instagram am Donnerstag ein Highlight-Video des Spiels gegen Tottenham und kommentierte darunter: „Die Kirsche auf der Torte.“

Bereits zum Jahreswechsel zeigte sich der Flügelspieler dankbar und schrieb: „2025, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll; die Liebe war grenzenlos. Diese Bilder erzählen nicht einmal die ganze Geschichte, aber ich danke dir, Gott, für deinen Schutz, deinen Segen und dein Wirken in meinem Leben. 2026, auf geht’s!“