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Entmachtungen bei AEW? Das steckt dahinter

Entmachtungen bei AEW? Das steckt dahinter

Berichte um ein internes Beben beim WWE-Konkurrenten AEW sorgen für Wirbel. Ligachef Tony Khan stellt klar, dass die Machtverhältnisse sich schon vor längerer Zeit verändert haben.
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Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Hat der Boss des WWE-Rivalen AEW seine vier prominenten Co-Chefs entmachtet?

Es ist der Eindruck, der in den vergangenen Tagen durch einen Aufsehen erregenden Insider-Bericht bei vielen Wrestling-Fans entstanden ist.

Tony Khan, Präsident der Promotion, hätte alle kreative Macht an sich gerissen, so heißt es. Seine Mitgründer und geschäftsführenden Vizepräsidenten (EVPs) - die auch als Wrestler bei AEW aktiven Cody Rhodes, Kenny Omega, Nick und Matt Jackson (The Young Bucks) - seien „eigentlich nur noch auf dem Papier EVPs“. So berichtete es vor rund einer Woche das Portal Bodyslam.net und sorgte damit für einiges Aufhorchen.

Khan selbst hat sich inzwischen zu Wort gemeldet und auf ein wesentliches Detail hingewiesen: Die Veränderungen, von denen die Rede ist, sind schon seit langem vollzogen - haben sich aber offensichtlich noch nicht überall herumgesprochen.

Tony Khan übernahm schon Ende 2019 mehr Kontrolle

„Tatsächlich hat sich die Struktur Ende 2019 verändert“, stellte der Sohn des Milliardärs Shahid Khan in einem Interview mit dem Pro Wrestling Insider klar: „Ich hatte das Gefühl, übernehmen zu müssen und die Verantwortung als CEO und Booker an mich zu nehmen.“

Khan hätte zwar vorher schon „das letzte Wort gehabt“, aber: „Es gab wahrscheinlich zu viele Leute, die Input in Segmente gegeben haben und die Show war Ende 2019 nicht so organisiert, wie sie aus meiner Sicht hätte sein können.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten auch die Einschaltquoten geschwächelt, die letzte Dynamite-Episode 2019 verlor das Quotenduell mit der damals parallel gesendeten WWE-Show NXT in der Kernzielgruppe der 18- bis 49-Jährigen - als bis zuletzt einzige.

Er schreibe seitdem „jede Show per Hand“ und es habe sich für ihn als besser erwiesen, wenn nicht „fünf Leute in einem Raum zusammenkommen und ein Format erarbeiten, sondern wenn einer das tut“. Er sei federführend, habe aber weiter „viel tolle Hilfe, unter anderem von den Leuten, mit denen ich angefangen habe“. Neben den vier Vizes hob Khan auch Wrestler und Trainer QT Marshall, der ihm als Assistent dient, gesondert hervor.

Khan betonte, dass er auf diese veränderten Strukturen schon mehrfach hingewiesen hätte - und „unaufrichtig“ finde, wenn diese nun vermeldet würden, als wäre es eine neue Nachricht.

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AEW-Boss lässt Stars weiter mehr Freiheiten als WWE

Für viele Leser des Bodyslam-Berichts war die veränderte Machtbalance offensichtlich dennoch eine Neuigkeit: Noch immer missdeuten viele Fans die Rollenverteilung bei AEW - und gehen fälschlicherweise davon aus, dass Rhodes, Omega und die Jacksons als gelernte Wrestler den Kreativprozess mehr lenken würden als Geschäftsmann Khan, der auch im Management der von seinem Vater kontrollierten Jacksonville Jaguars (NFL) und des Londoner Fußballklubs FC Fulham sitzt.

Tatsächlich ist jedoch auch der 38 Jahre alte Khan ein absoluter Wrestling-Nerd und das Projekt AEW für ihn ein Lebenstraum. Und er war einige Monate nach dem Sendestart der Hauptshow Dynamite im Herbst 2019 zum Schluss gekommen, dass er ihn noch aktiver gestalten wollte als anfangs geplant.

Khan lässt den Wrestlerinnen und Wrestlern dabei weiterhin viele kreative Freiheiten - im eben veröffentlichten SPORT1-Interview mit dem Heelturn Wrestling Podcast hat CM Punk das explizit als großen Vorzug von AEW betont. Die ursprüngliche Sonderrolle der vier Vizes hat sich dennoch relativiert. Und nicht nur auf professioneller Ebene, wie es heißt.

Wrestling-Superstar CM Punk im großen Interview über WWE, AEW, die Pipe Bomb und die Serie Heels: Heelturn - der SPORT1 Wrestling Podcast - die aktuelle Folge auf SPORT1, Spotify, Apple Podcasts, Deezer und überall wo es Podcasts gibt

Der Bodyslam-Bericht kocht auch die seit langem kursierenden Gerüchte neu auf, dass sich Unstimmigkeiten unter den vier Vizes entwickelt hätten, die anfangs als verschworene Einheit aufgetreten waren.

Was ist los zwischen Cody Rhodes, Kenny Omega und den Jacksons?

Omega und die Jacksons - auch vor der Kamera Kollegen in der Gruppierung „The Elite“ - seien weiter befreundet, Rhodes pflege jedoch inzwischen „beinahe ein Nicht-Verhältnis“ zu dem Trio (Darum brach Cody Rhodes mit WWE).

Berichte, dass Rhodes‘ Beziehung zu den drei anderen EVPs sich abgekühlt hätte, gab es schon mehrfach und sie werden auch genährt dadurch, dass Rhodes sich kaum noch mit den einstigen Weggefährten aus dem Bündnis „Bullet Club“ sehen lässt (Wie der Bullet Club eine Entlassung bei WWE verursachte).

Rhodes hatte die Gerüchte um ein interne Eiszeit unter den EVPs bei einer Medienkonferenz im Mai dennoch dementiert: Er rede „täglich mit Nick und Matt und mit Kenny auch sehr oft. Ich unterstütze all ihre Projekte, sie unterstützen meine.“

Omegas Schwerpunkte neben dem aktiven Wrestling sind mittlerweile die Mitverantwortung für die Frauendivision und die Mitentwicklung der AEW-Videospiele, seine zweite große Leidenschaft neben dem Wrestling. Die Jacksons sollen fokussiert sein auf das Thema Merchandising und die Webshow „Being the Elite“.

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Rhodes, anfangs in ähnlichem Maße wie Khan das öffentliche Gesicht der Liga, trägt die Marke AEW derzeit vor allem durch diverse Wohltätigkeits- und Crosspromo-Projekte nach außen: Er ist Juror der US-Castingsendung „Go-Big Show“ und Hauptdarsteller der Realityserie „Rhodes to the Top“ mit seiner ebenfalls hinter den AEW-Kulissen aktiven Frau Brandi.

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