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Rollins enthüllt Backstage-Zoff mit WWE-Boss

Rollins enthüllt Backstage-Zoff mit WWE-Boss

„Ich war bereit, Vince McMahon zu erwürgen. Das ist kein Witz“: WWE-Star Seth Rollins leuchtet aus, wie er nach seinem größten Debakel vor zwei Jahren wieder in die Spur fand.
Bei WWE Hell in a Cell 2019 setzte Seth Rollins seinen Universal Title gegen The Fiend aufs Spiel. Eine kleine Kostprobe des Duells im Video ...
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann
von Martin Hoffmann

In 11 Jahren bei WWE hat er alles gewonnen, was es bei der weltgrößten Wrestling-Liga zu gewinnen gibt - und auch keine Scheu mehr, dem mächtigsten Mann im Unternehmen die Stirn zu bieten.

In einem aufschlussreichen Interview mit Legende „Stone Cold“ Steve Austin hat Seth Rollins Einblicke in die Entwicklung seines aktuellen Charakters als „Visionary of Drip“ gegeben und dabei auch Konflikte mit dem Unternehmensboss Vince McMahon ausgeleuchtet.

Darunter auch einen, der nach Rollins‘ Darstellung fast in Handgreiflichkeiten geendet wäre.

Seth Rollins spricht über das Debakel gegen The Fiend 2019

Der 35-Jährige enthüllte in den zu Beginn der Woche auf dem Streaming-Portal WWE Network veröffentlichten Broken Skull Sessions mit Austin seine Sicht auf sein womöglich größtes Karriere-Debakel: das mit vernichtender Kritik bedachte Universal-Title-Match gegen „The Fiend“ Bray Wyatt bei Hell in a Cell 2019 (Diese Fehler ruinierten das WWE-Match Seth Rollins - The Fiend).

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Das Käfig-Match gegen die Monsterfigur verärgerte die Fans durch überdrehte Effekthascherei und das Fehlen eines klaren Ergebnisses - und Rollins verhehlt nicht mehr, dass auch er sich den Kampf völlig anders vorgestellt hatte.

„Meine Vision für dieses Match wäre etwas ganz anderes gewesen als das, was wir letztlich tun mussten“, meinte Rollins, ohne diesen Punkt näher auszuführen. Der in diesem Sommer entlassene Wyatt und er hätten versucht „das Beste daraus zu machen“, dennoch sei Rollins hinterher stinksauer gewesen.

Bei WWE Hell in a Cell 2019 setzte Seth Rollins seinen Universal Title gegen The Fiend aufs Spiel. Eine kleine Kostprobe des Duells im Video ...
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Rollins vs. Fiend: Dieser Stomp reichte nicht

„Ich war bereit, Vince McMahon zu erwürgen“

„Als ich hinterher durch den Vorhang gegangen, war ich bereit Vince McMahon zu erwürgen. Das ist kein Witz“, schilderte Rollins. Der inzwischen als Backstage-Producer agierende Ex-Wrestler TJ Wilson (Tyson Kidd, Natalyas Ehemann) hätte ihn zurückhalten müssen: „Ich habe Vince in die Augen geschaut, er hat mir in die Augen geschaut, wir haben kein einziges Wort gesagt und er ist gegangen.“

Vince McMahon ist seit den achtziger Jahren Chef bei WWE
Vince McMahon ist seit den achtziger Jahren Chef bei WWE

Rollins hätte dann das Gespräch mit dem damaligen Kreativdirektor Paul Heyman gesucht und am Tag darauf - als die Gemüter sich beruhigt hatten - auch mit McMahon. Rollins hätte sicherstellen wollen, dass die richtigen Schlüsse aus dem Match gezogen würden, „denn so etwas durfte nicht noch einmal passieren“.

Heute hat Rollins - aktuell in einer Fehde mit Legende Edge - einen anderen Blickwinkel auf die Situation, sie sei der Ursprung seines „Heel Turns“ und der Neuerfindung als „Monday Night Messiah“ gewesen, aus dem sich mittlerweile seine aktuelle Rolle entwickelt hat, „ein Segen im Gewand eines Fluchs“.

Becky Lynch half bei Seth Rollins‘ aktueller WWE-Rolle

Mit diesem Charakter - von Austin als „weltklasse“ geadelt - fühle sich Rollins wohler denn je. Er habe das Gefühl, eine Rolle entwickelt zu haben, die legendär unterhaltsamen Vorbildern wie dem „Nature Boy“ Ric Flair gerecht werde.

Zum Vorbild hätte er sich „Fernsehprediger und verschiedene Kult-Anführer“ genommen, eine wesentliche Rolle spiele auch ein in der gemeinsamen Babypause von seiner frisch angetrauten Ehefrau Becky Lynch vermittelter Stylist, der sich für die modisch extravaganten Anzüge Rollins‘ verantwortlich zeichne (“Sie kleidet sich in ihrer Freizeit wie ein Psychopathin“).

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Rollins habe die Anregung, mit dem Stylisten zu arbeiten, aufgegriffen, es hätte gepasst zu seinem Gedanken, den Messiah-Charakter in eine neue Richtung zu entwickeln, auf Grundlage der Idee: „Was würde Seth Rollins tun, wenn er völlig den Verstand verloren hätte?“

Rollins: Man muss dem WWE-Boss Kontra geben

Der einstige Shield-Gefährte von Roman Reigns nannte auch weitere Konflikte, die er in der Vergangenheit mit der WWE-Führung gehabt hätte, etwa nach seinem Kreuzbandriss 2015, nach dem er gern als umjubeltes „Babyface“ gekommen wäre, WWE ihn allerdings damals noch weiter als „Heel“ einsetzen wollte.

Auch 2017 hätte es Stunk gegeben, als McMahon ihn in seinem Büro zur Rede gestellt hätte mit den Worten: „Was ist mit Seth Rollins passiert? Ich will ihn wiederhaben, ich will sein Feuer zurück!“

Rollins hätte sich nach eigenen Angaben nicht einschüchtern lassen und geantwortet, dass McMahon ihm auch eine faire Chance geben müsste, das Beste aus sich herauszuholen - aus diesem Gespräch hätte sich seine damals vielgelobte Regentschaft als Intercontinental-Champion entwickelt, in der er mit exzellenten Ringleistungen aus seiner damaligen Krise herausfand und sich für die große Main-Event-Fehde mit Brock Lesnar empfahl.

Generell sei es wichtig, so Rollins, McMahon hinter den Kulissen auch mal Kontra zu geben: „Er respektiert, wenn man für sich einsteht. Ab einem gewissen Punkt muss man das tun, um voranzukommen - wenn er bestimmte Dinge nicht von dir hört, wird er es auch von keinem anderen tun.“

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