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Formel 1: Zoff bei Red Bull, Comeback von Mercedes - Kohl-Kolumne zum Brasilien-GP

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Formel 1: Zoff bei Red Bull, Comeback von Mercedes - Kohl-Kolumne zum Brasilien-GP

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Bei Red Bull sieht es düster aus

In seiner SPORT1-Kolumne zum Grand Prix von Brasilien widmet sich Peter Kohl dem Zoff bei Red Bull und einem gefährlichen Manöver gegen Sebastian Vettel.
Das vorläufige Formel-1-Aus von Mick Schumacher ist beschlossene Sache, bei Haas hat er keine Zukunft. Dennoch gibt es Optionen für die kommende Saison.
Peter Kohl
Peter Kohl

Hallo liebe F1 Fans.

da ist er also dann doch noch, der erste Mercedes-Sieg der Saison. Nach 343 Tagen. Der erste Doppelsieg nach zwei Jahren. Congratulation George Russell. (STIMMEN: Tränen nach Chaos-GP - Vettel im Pech)

Der erste Grand-Prix-Triumph ist für viele ein echter Karriere-Booster gewesen. Für den Fahrer die Bestätigung, dass er in der Lage ist, die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen. Überragend, wie er Verstappen im Sprint eingeheizt hat. Das ist wieder der Russell aus der ersten Saisonhälfte. Sein zwischenzeitliches Tief scheint er überwunden zu haben. Ein wichtiger Lernprozess für den jungen Engländer. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Er hat diese Saison gesehen, dass er als Fahrer eines Top-Teams permanent auf höchstem Niveau agieren muss, wenn er sein Standing im Team heben will. Es wird nicht sein letzter bleiben. Russell hat das Format, ein echter Titelanwärter zu werden. Sao Paulo hat gezeigt, dass es sich lohnt, permanent dranzubleiben.

Anders als im vergangenen Jahr. Denn da wusste jeder, dass ein neues Reglement kommt. Jetzt bringt jede Weiterentwicklung auch eine Verbesserung für die kommende Saison.

Mercedes zumindest wieder die Nummer zwei

Ich bleibe dabei, was ich zuletzt gesagt habe. Mercedes ist an Ferrari vorbeigezogen. Der Trend ist aktuell Mercedes-Friend. Vor allem psychologisch wichtig so kurz vor der Winterpause. Die Truppe von Toto Wolff wird mit sehr positiven Gefühlen in die Vorbereitung auf die kommende Saison gehen. Die Schultern werden wieder breiter. (NEWS: Mercedes mit ehrlicher Fehler-Beichte)

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Bei Red Bull sieht die Welt deutlich düsterer aus. Pervers angesichts der Tatsache, dass man beide Titel bereits in der Tasche hat. Aber Egomane Verstappen sorgt dafür, dass der Haussegen gewaltig schief hängt. Für den Titelverteidiger läuft im Sprint schon vieles schief. Gegen Sainz agiert er zu aggressiv, rasiert sich seinen Frontflügel. Dass er im Sprintfinish aufgefressen wird, liegt an der falschen Reifenwahl.

Red Bull und der Zoff mit Ankündigung

Teamkollege Perez, der hinter ihm fährt, und der jeden Punkt im Duell gegen Leclerc benötigt, lässt er nicht durch. Im Rennen negiert er die klare Ansage, Perez durchzulassen, damit der Platz zwei in der Fahrerwertung verteidigen kann. Er verweigert damit demjenigen die Unterstützung, der ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Niederländer beim Saisonfinale von Abu Dhabi 2021 seinen ersten Titel einfahren konnte. Er widersetzt sich einer Teamansage. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Dr. Helmut Marko weiß in den Interviews nach dem Rennen gar nicht, wie er das erklären soll. Perez ist megasauer. Verständlicherweise. Der Champion hat es verpasst, Champion-Größe zu zeigen. Egal was vorher teamintern vorgefallen sein mag. Ob der Monaco-Crash im Qualifying von Perez Absicht war, um in der Startaufstellung vor dem Teamkollegen zu stehen oder nicht. Immerhin hat sich Perez damit im Fürstentum den Sieg geholt. Verstappen hat das nicht vergessen. (NEWS: Chaos-Quali in Monaco!)

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Aber die Aktion in Sao Paulo hat ihm beim Publikum viele Sympathien gekostet. Auch 2023 wird Perez sein Teamkollege sein. Unterstützung als Wingman wird der Mexikaner Verstappen mit Sicherheit nicht mehr freiwillig geben. Das Verhältnis der beiden ist vergiftet. Red Bull wird immer zu Verstappen stehen. Dank dessen Leistungen und seinem langjährigen Vertrag bis 2028. Sollte Ricciardo tatsächlich Ersatzfahrer bei Red Bull werden, hat man die Option, die Fahrer zu tauschen. Gefährlich für Perez. Aus Eigeninteresse tut er gut daran, den Ball flach zu halten. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Ferrari-Piloten müssen sich zusammenraufen

Auch bei Ferrari sorgt eine vor dem Rennen erfolgte Teamabsprache, die nicht eingehalten wird, für reichlich Frust und Ärger bei Charles Leclerc. Er wird nicht an Sainz vorbeigewunken, der Spanier darf seinen Podiumsplatz behalten, was Leclerc im Duell mit Perez um Platz zwei in der Fahrerwertung benachteiligt. Das Team erklärt nachvollziehbar, warum man sich so entschieden hat. Leclerc tut sich schwer, das zu schlucken. Aber mit ein bisschen Abstand wird er es verstehen und akzeptieren. Da wird kein Sprengsatzpotenzial zurückbleiben. Ferrari braucht zwei topmotivierte Fahrer, die zusammenarbeiten, damit Mercedes im Saisonfinale nicht die 19 Punkte Rückstand gegenüber den Roten aufholen kann. (NEWS: Unfassbares Ferrari-Fiasko)

Querulanten-Gehabe auch bei Esteban Ocon? Teamkollege Alonso liegt in der Schlussphase des Rennens nach einem Boxenstopp mit frischen Soft-Reifen hinter dem Franzosen. Der will beim anstehenden Restart aber erstmal selbst Vettel bügeln, um dann den Spanier durchzulassen. Und genau so kommt es auch. Zuvor hat Ocons Renningenieur sehr eindeutige Funksprüche an seinen Fahrer abgegeben. Die Antworten schienen darauf hinzudeuten, dass Ocon keine Lust hatte, zu gehorchen.

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Im Rennen hat sich dann aber gezeigt, dass seine Einschätzung richtig war. Erst Vettel, dann den Vorteil von Alonso anerkennen. Nachvollziehbar. Kein Grund für teaminternen Knatsch. Wiedergutmachung auch für eine dumme Kollision der beiden im Sprint, die dem Team Punkte gekostet hat. Es macht keinen Sinn, da ein Fass aufzumachen. Denn die Wege der beiden trennen sich 2023 durch den Wechsel von Alonso zu Aston Martin sowieso. Freunde werden die beiden auf jeden Fall nicht mehr. Gilt wohl auch für das Aston-Martin-Duo.

Bedenklich, wie Stroll seinen Noch-Teamkollegen Vettel im Sprint im Highspeed-Bereich ins Grün drückt. Hätte schwer ins Auge gehen können. Unnötig wie ein Kropf. Die 10-Sekunden-Strafe, die er für die dumme Aktion kassiert, ist mehr als verdient. So geht man mit einem Teamkollegen nicht um!

Der Sprint hat sich bewährt

Generell hat man gesehen, dass ein Sprint am Vortag des Rennens eine echte Bereicherung sein kann. Sao Paulo ist das beste Beispiel dafür. Action pur von vorne bis hinten. Für McLaren bringt er noch Sonnenschein. Die Jockeys in den Papaya-Orangen holen da doppelt so viele Punkte, wie die französische Konkurrenz von Alpine im Kampf um Platz 4 in der Konstrukteurswertung. Durch den Doppelausfall im Rennen verlieren sie aber in Summe an diesem Wochenende 10 Punkte. Bedeutet vor dem Finale in Abu Dhabi, dass Andreas Seidl und die Seinen 20 Punkte mehr holen müssen als Alonso und Ocon. Es geht um etliche Millionen aus dem Prämientopf. Bei McLaren muss man darauf hoffen, dass Lando Norris sich körperlich fängt. In Brasilien ist er so krank, dass er etliche Kilo verliert, kaum Nahrung aufnehmen und behalten kann. Soll der Coup von Abu Dhabi klappen, braucht McLaren einen topfitten Norris. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Alle Fitness hilft Mick Schumacher nicht mehr. Wie SPORT1 weiß, ist er sein Cockpit bei Haas für 2023 los. Nico Hülkenberg wird sein Nachfolger. Unter der Woche soll die Entscheidung bekannt gegeben werden. (NEWS: Mick über F1-Aus informiert)

In Abu Dhabi werden wir damit das (vorerst) letzte Rennen von einigen Fahrern sehen: Daniel Ricciardo, Nicholas Latifi, Sebastian Vettel und Mick Schumacher. Dazu die Teamwechsel von Pierre Gasly und Fernando Alonso. Mal sehen, ob es eine Abschieds-Gala wird.

Bis dahin PEDAL TO THE METAL, bleiben Sie gesund,

Ihr Peter Kohl

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