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Formel 1: Beim künftigen Audi-Team klemmen nicht nur die Radmuttern

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Formel 1: Beim künftigen Audi-Team klemmen nicht nur die Radmuttern

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Pleiten, Pech und Pannen

Für das zukünftige Audi-Team Sauber ist der Saisonstart in der Formel 1 zu einer Pannenserie geworden. Sowohl Valtteri Bottas als auch Zhou Guanyu stehen noch ohne WM-Punkt da.
Albtraum-Rennen für Lewis Hamilton sowie Max Verstappen - und ein heftiger Unfall von George Russell. Beim Großen Preis von Australien ging es rund. Am Ende jubelt die Scuderia.
Ralf Bach
Ralf Bach

Die Macher von Audi haben im Moment ein Problem: Noch steckt die DNA „Vorsprung durch Technik“ nicht in den Innereien des Sauber-Formel-1-Autos, aber dafür steht der Name quasi schon drauf. Nach der Bekanntgabe des Automobilkonzerns aus Ingolstadt, 100 Prozent des Schweizer-Teams übernommen zu haben, werden alle Ergebnisse in der Königsklasse des Automobilsports schon jetzt Audi zugerechnet - auch wenn der offizielle Einstieg der bayrischen VW-Tochter erst 2026 erfolgt, wenn ein neues Motorreglement kommt.

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Doch die ersten drei Rennen des in dieser Saison noch giftgrünen Autos waren ein Sammelsurium aus Pleiten und Pannen. Schlimmer noch: Die beiden Piloten, der finnische Ex-Mercedes-Fahrer und GP-Sieger Valtteri Bottas (34) und der Chinese Zhou Guanyu (24), stehen noch ohne WM-Punkt da.

Sauber: Skurriles Problem mit Boxenstopps

Am meisten fiel das zukünftige Audi-Team Sauber durch verpatzte Boxenstopps auf. Allein beim letzten Rennen in Australien misslangen drei der vier Boxenstopps. Die Radmuttern, die sich auch schon bei den ersten beiden Events beharrlich weigerten, sich locker schrauben zu lassen, sorgten für Mitleid mit den Piloten, die zum Teil 30 Sekunden warten mussten, bevor sie wieder losfahren durften.

Das Problem: Der gut gemeinte Versuch der Schweizer Ingenieure, auch im kleinen Detail einen Vorsprung durch Technik zu erlangen, ging schief. Sie designten in der Fabrik in Hinwil die Radnaben neu. Aber die werden jetzt zu heiß und deshalb klemmen die Radmuttern. Erst beim nächsten Rennen in Suzuka übernächste Woche sollen neu konstruierte Teile das Problem beheben.

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„Wir haben feststellen müssen, dass es einen Unterschied zwischen den Tests in der Fabrik und den Rennen gibt, was auch mit den Temperaturen zusammenhängt“, erklärt Bottas.

Allein: Die Radmuttern sind nicht das einzige, was beim zukünftigen Audi-Team klemmt. SPORT1 erfuhr: Die Fahrer sind nicht konstant schnell genug. Analysen ergaben, dass Bottas und Zhou, quasi als Altlasten von Sauber und Ex-Sponsor Alfa Romeo in die Saison 2024 übernommen, besonders im Qualifying immer wieder Fehler einbauen.

Bessere Fahrer für Audi ein Muss

Spezialisten bei der Jagd nach der bestmöglichen einen Runde bekommen ihre Sektorenzeiten zusammen. Bottas und Zhou aber schafften es nie, ihre optimalen Sektorenzeiten in einen Umlauf zu packen. In einem Mittelfeld, das von der Leistung her extrem eng zusammenhängt, kann das einen Unterschied von bis zu sechs Startplätzen ausmachen.

Mit Top-Piloten wie Max Verstappen oder Qualifying-Spezialisten wie dem Deutschen Nico Hülkenberg, da ist man in der Chefetage überzeugt, wären regelmäßig Startplätze unter den Top Ten möglich und damit schon eine gute Basis für Punkte gesorgt.

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Allein: Wichtig sei es jetzt, Ruhe zu bewahren. Die Ingolstädter Macher rund um den niederbayrischen Projektleiter Andreas Seidl wissen das. Sie müssen jetzt stetig die Technik verbessern, um die Fahrer zu von sich zu überzeugen, die nach SPORT1-Informationen auf der Wunschliste ganz oben stehen: den im nächsten Jahr arbeitslosen Spanier Carlos Sainz, der gerade mit Ferrari den GP von Australien gewonnen hat, und den Deutschen Nico Hülkenberg, dessen Vertrag bei Haas ausläuft.

Audi muss ihnen schmackhaft machen, 2025 mit den vier Ringen den nächsten Schritt zu machen. Und der heißt: ein Auto für 2026 zu entwickeln, das gleich um Podiumsplätze kämpfen kann.