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"Braucht kein Mensch": Vanessa Voigt wird deutlich

„Braucht keiner“: Voigt deutlich

Vanessa Voigt spricht nach dem Massenstart in Antholz über ihre Entscheidung, aufgrund von Hassnachrichten eine Social-Media-Pause einzulegen. Der deutsche Biathlon-Star findet dabei klare Worte und erklärt, warum sie dennoch zurückkehren muss.
Vor dem letzten Karriererennen von Franziska Preuß äußert sich Teamkollege Philipp Horn zum Biathlon-Star. Das deutsche Team will die "Legende" gebührend verabschieden.
Vanessa Voigt spricht nach dem Massenstart in Antholz über ihre Entscheidung, aufgrund von Hassnachrichten eine Social-Media-Pause einzulegen. Der deutsche Biathlon-Star findet dabei klare Worte und erklärt, warum sie dennoch zurückkehren muss.

Nach dem letzten Rennen bei den Olympischen Spielen hat sich Biathletin Vanessa Voigt mit deutlichen Worten zu Hasskommentaren in den Sozialen Medien geäußert. „Ich war die letzten Tage wirklich die glücklichste Person. Dieses Instagram, das braucht einfach kein Mensch“, sagte die DSV-Athletin nach Platz sieben im Massenstart.

Voigt hatte vor anderthalb Wochen angekündigt, eine Social-Media-Pause einzulegen, nachdem sie nach Platz vier im olympischen Einzel kritische Kommentare zu ihrer Lauf- und Schießzeit erhalten hatte.

Nach Hass-Kommentaren: Biathletin Voigt löscht Instagram

„Am liebsten hätte ich so eine Karriere wie der Arnd (Peiffer, Anm. d. Red.) gehabt ohne dieses Social Media“, sagte Voigt weiter, die die App für die letzten Rennen in Antholz sogar komplett von ihrem Handy löschte.

Dabei wisse sie, dass „es nur Kommentare“ seien und die meisten wären auch „wirklich lieb und positiv“ – aber dennoch würden am Ende eher die negativen Nachrichten hängen bleiben, „auch wenn es nur drei, vier sind“.

Über Hassnassrichten im Netz sprach vor wenigen Tagen auch Felix Bitterling. Der Biathlon-Sportdirektor des DSV hatte den Umgang mit den Athletinnen und Athleten in den Sozialen Netzwerken nach den insgesamt unzufrieden stellenden Leistungen bei den Olympischen Spiele stark angeprangert.

„Ob man deswegen jemanden persönlich beleidigen, ihm erzählen muss, er hätte kein Recht zu leben, und so weiter, das glaube ich nicht. Ich hoffe sehr, dass dies irgendwann auch strafrechtlich verfolgt wird“, fand Bitterling auf SPORT1-Nachfrage klare Worte.

„Da kommt man nicht raus“

Voigt wollte so lange nicht warten und zog lieber direkt den Stecker. „Man hat jetzt auch wieder gesehen, dass ich mich voll und ganz auf meine Rennen konzentrieren konnte, ich konnte das andere einfach ausblenden“, stellte die 28-Jährige fest, die immerhin eine Bronze-Medaille aus der Mixed-Staffel mit nach Hause nimmt.

Die App dauerhaft vom Handy runterzuwerfen, sei allerdings keine Option: „Ich weiß, dass ich es (Instagram) mir jetzt wieder runterladen werden muss.“ Die Entscheidung fällt allerdings nicht aufgrund von persönlichem Vergnügen.

„Wahrscheinlich wird es mich erstmal komplett überfordern wieder, aber jetzt kommen dann auch wieder die Sponsoren ins Spiel, das ist vertraglich alles festgelegt. Da kommt man einfach nicht raus als Sportler und das gehört auch zum Beruf dazu“, erläuterte Voigt, die allerdings weiterhin den einen oder anderen Kommentar „gern einfach nur überlesen“ würde.