Hass in den sozialen Medien war ein Dauerthema, das die Olympischen Spiele 2026 leider intensiv begleitete. So auch die in dieser Hinsicht leidgeprüfte deutsche Biathletin Vanessa Voigt, die eine Einzelmedaille nur knapp verpasste.
Vanessa Voigt meldet sich zurück - mit einem Posting, das es in sich hat
Dieses Voigt-Statement hat’s in sich
Nach einem vierten Platz im Einzel hatte Voigt schon vor rund anderthalb Wochen angekündigt, eine Social-Media-Pause einzulegen, nachdem sie kritische Kommentare zu ihrer Lauf- und Schießzeit erhalten hatte. Jetzt ist die 28-Jährige wie angekündigt zurück. Mit ebenso kritischen wie eindringlichen Worten meldete sich Voigt bei Instagram zu Wort.
Biathlon-Ass Voigt: „Und dann reden plötzlich alle“
„Der Wert eines Menschen hat nichts mit Ergebnissen zu tun“, begann die Biathletin den Text unter einer Reihe von Olympia-Bildern und erklärte: „Bei Olympia platzen mehr Träume, als am Ende Medaillen vergeben werden. Der Platz auf dem Podest ist begrenzt und trotzdem haben so viele den Mut gehabt, überhaupt so groß zu träumen.“
Die Sportlerinnen und Sportler bei Olympia seien „auch nur Menschen“, die jedoch unfassbare Zeit in einen kurzen Zeitraum oder Moment investiert hätten, schrieb Voigt, ehe sie starke Kritik an den Kritikern äußerte.
„Und dann reden plötzlich alle. Menschen, die wahrscheinlich noch nie auf Ski gestanden haben. Menschen, die sich gegen Olympia in Deutschland entscheiden würden - aber in diesen zwei Wochen zu Bundestrainern jeder Sportart werden“, ärgerte sich die Bronzemedaillengewinnerin mit der Mixed-Staffel.
Weiter bemängelte Voigt: „Es wird kritisiert, bewertet, mit dem Zeigefinger auf andere gezeigt. Mehr als meckern ist es oft nicht. Selber machen? Nein danke.“
Viele Zuschauer würden lediglich gebannt auf das zweiwöchige Highlight schauen. „Die Jahre dahinter. Die Tränen. Die Zweifel. Die stillen Momente“ hingegen würden missachtet. Genau wie die vielen Sportler, die eine herbeigesehnte Olympia-Teilnahme verpasst haben.
Trotz verpasster Einzelmedaille: „Ich bin stolz“
Der deutliche Denkanstoß der Biathletin: „Vielleicht brauchen wir weniger Kritik - und mehr Respekt. Wir sollten anfangen, die Menschen zu unterstützen, die ihr Herz in ihren Traum stecken. Nicht nur, wenn Gold glänzt. Sondern auch, wenn es weh tut.“
Mit Blick auf ihre eigene Leistung wollte Voigt zudem keinesfalls davon sprechen, gescheitert zu sein. Neben dem Gewinn einer Bronzemedaille habe sie vor allem alles gegeben: „Und ich bin stolz – stolz auf meinen Weg, stolz auf das, was hinter diesen Momenten steckt.“
Abschließend bedankte sich Voigt noch einmal explizit bei den Leuten, die sie jederzeit lautstark unterstützt haben, und richtete sich mit aufmunternden Worten an alle aufstrebenden Sportler: „Ihr seid mehr als eure Ergebnisse. Mehr als jede Medaille. Träumt so groß ihr könnt – auch wenn es sich unmöglich anfühlt. Denn genau so entstehen großartige Geschichten“, schrieb die Thüringerin.
Voigt über Rückkehr in die sozialen Medien: „Da kommt man einfach nicht raus“
Dass Voigt überhaupt zurück in den sozialen Medien ist, ist derweil keine Entscheidung, die aus persönlichem Vergnügen gefallen ist. „Ich weiß, dass ich es (Instagram) mir jetzt wieder runterladen muss“, hatte Voigt schon nach dem letzten Rennen der Olympischen Spiele eingeräumt.
„Wahrscheinlich wird es mich erstmal komplett überfordern, aber jetzt kommen dann auch wieder die Sponsoren ins Spiel, das ist vertraglich alles festgelegt. Da kommt man einfach nicht raus als Sportler und das gehört auch zum Beruf dazu“, erläuterte Voigt, die allerdings weiterhin den einen oder anderen Kommentar „gern einfach nur überlesen“ würde.