Emma Aichers Traum von einer weiteren Medaille war nach nicht einmal einer Minute des olympischen Super-G ausgeträumt. Die Zweite der Abfahrt und der Team-Kombination fuhr nach einem Fehler auf der Tofana in Cortina d’Ampezzo an einem Tor vorbei. Auch Kira Weidle-Winkelmann schied wie weitere Favoritinnen aus.
Olympia: Aichers Gold-Traum geplatzt - Rivalin macht Märchen wahr!
Aichers Gold-Traum geplatzt
„Es ärgert mich schon ein bisschen. Mit Nummer sieben darf so etwas nicht passieren“, sagte Aicher auf SPORT1-Nachfrage. „Ich kann es auf niemand anderen schieben als auf mich heute.“
Weidle-Winkelmann sprach von einem „taktischen Fehler“ und meinte: „Meine Devise war voll zu riskieren, es gab keine Kompromisse. ‚All in or nothing‘ - das wurde einfach nicht belohnt.“
Gold gewann die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin Federica Brignone, die ihr persönliches Skimärchen schrieb: Die 35 Jahre alte Italienerin hatte erst Mitte Januar ihr Comeback gefeiert.
315 Tage vor ihrer Triumphfahrt hatte die Riesenslalom-Weltmeisterin bei einem schweren Unfall bei den italienischen Meisterschaften einen mehrfachen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss erlitten.
Hundertstel-Drama um Rädler: „Tut sehr weh“
Zu Silber fuhr überraschend Romane Miradoli aus Frankreich (+0,41 Sekunden). Bronze ging an Cornelia Hütter aus Österreich (+0,53), die eine Hundertstelsekunde vor Teamkollegin und Team-Kombi-Olympiasiegerin Ariane Rädler lag.
„Das ist gerade echt das Bitterste“, erklärte Rädler, angesprochen auf ihren vierten Platz. „Am Anfang habe ich es noch gar nicht so realisiert. Dann habe ich gecheckt: Es ist nur eine Hundertstel. Das tut natürlich sehr weh.“ Dafür freue sie sich umso mehr für Teamkollegin Hütter.
Mehrere Medaillenanwärterinnen scheiden aus
Brignone war mit Startnummer sechs direkt vor Aicher ins Rennen gegangen. Unmittelbar nach der deutschen Hoffnungsträgerin schieden zwei weitere Medaillenanwärterinnen aus: Ester Ledecka (Tschechien), die Olympiasiegerin von 2018, und Sofia Goggia (Italien), Abfahrts-Olympiasiegerin von 2018. Auch Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson (USA) kam nicht ins Ziel.
„Die Tore kommen sehr schnell, sei bereit!“, wurde Aicher vom Team noch nach oben an den Start gefunkt. Ganz oben war sie einen Hauch schneller als Brignone, doch schon bei der zweiten Zwischenzeit hatte sie fast eine halbe Sekunde Rückstand. Als Aicher kurz darauf ausgehoben wurde und aus dem Kurs fuhr, gab es im Ziel aufmunternden Applaus.
In Speed-Queen Lindsey Vonn (USA), die seit ihrem Sturz in der Abfahrt mit einem Unterschenkelbruch im Krankenhaus liegt, und Peking-Siegerin Lara Gut-Behrami (Schweiz/Kreuzbandriss) fehlten zwei Topfavoritinnen. Weltmeisterin Stephanie Venier (Österreich) hatte ihre Karriere nach dem Titel 2025 beendet.
Der SPORT1-Ticker zum Nachlesen:
+++ Brignone vor dem großen Coup +++
Was wäre das für eine Story! Lange war nach ihrer schweren Verletzung und anhaltenden Schmerzen überhaupt nicht klar, ob Federica Brignone hier starten kann. Roberta Melesi stand schon als Ersatzfrau bereit. Dann schmeißt sich Brignone aber doch aus dem Häuschen, trotzt dem Schmerz und der schwierigen Strecke und steht nun kurz vor einem sensationellen Triumph. Die Italienerin führt den Super-G vor Miradoli und Hütter weiter an.
+++ Weidle-Winkelmann: „Ein taktischer Fehler“ +++
Während die Top-Favoritinnen schon alle durch sind, hat sich Kira Weidle-Winkelmann zu ihrem Lauf und der Vielzahl an Ausfällen geäußert: „Eigentlich dachten wir erstmal, dass es nicht so ein komplizierter Super-G wäre. Aber mit den Wellen ist es schon einfach ein bisschen tricky da runter. Plus: Die Schneeverhältnisse sind auch einfach relativ feucht und warm. Sobald man von der Linie abkommt, ist es weich. Aber wie gesagt, das war eher ein taktischer Fehler jetzt in dem Fall. Aber bei Olympia musst du halt einfach direkt fahren.“
+++ Nächster Sturz +++
Nächste Starterin aus den USA, nächster Sturz: Mary Bocock hebelt es bei einer Welle im Mittelabschnitt aus. Im Fallen überschlägt sie sich noch, steht aber danach direkt wieder. Es scheint erneut glimpflich ausgegangen zu sein.
+++ Abfahrtssiegerin stürzt! +++
Abfahrtssiegerin Breezy Johnson erwischt es ebenfalls. Die US-Amerikanerin wird bei der ersten Welle ausgehebelt und nimmt ein Tor mit. Sie kracht anschließend in den Fangzaun, steht aber schon wieder. Sie scheint jedoch keine schlimmeren Verletzungen davongetragen zu haben.
+++ Französin fährt auf Rang zwei +++
Und wieder ändert sich etwas auf den Medaillen-Rängen! Die Französin Romane Miradoli fährt mit einer starken Leistung auf Rang zwei, 0,41 Sekunden trennen sie von der Führenden Federica Brignone. Besonders bitter für Ariane Rädler: Die Österreicherin liegt nun nur eine Hunderstel hinter Bronze.
+++ Zwei Österreicherinnen auf Podest-Kurs +++
Bei den Österreicherinnen läuft es in diesem Super-G! Für Ariane Rädler geht es mit nur einer Hundertstel hinter Cornelia Hütter auf Rang drei. Laura Pirovano ist runter vom Podest.
+++ Ein Ausfall nach dem anderen! +++
Der olympische Super-G verlangt den Frauen heute alles ab! Mittlerweile haben sich zehn Athletinnen versucht und nur fünf sind ins Ziel gekommen. Federica Brignone führt weiterhin, mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Cornelia Hütter aus Österreich.
+++ Goggia ebenfalls ausgeschieden +++
Die Italienerin Sofia Goggia geht als eine der Top-Favoritinnen voll ins Risiko – das wird bestraft, auch sie scheidet im Mittelteil aus. Bis dahin lag sie klar auf Bestzeitkurs.
+++ Auch Aicher ist raus! +++
Was für ein Desaster für das deutsche Team! Nach Kira Weidle-Winkelmann kann auch Emma Aicher ihren Super G nicht ins Ziel bringen! Nach einem Wackler im oberen Teil fehlt der 22-Jährigen im Mittelteil so ein wenig der Rhythmus und auch der Mut. Bei einer Welle und anschließendem Linksschwung gibt die Deutsche zu spät Richtung und verpasst das Tor.
+++ Brignone setzt Bestzeit +++
Die Italienerin Federica Brignone lässt vor heimischem Publikum nichts anbrennen und setzt sich mit einem Vorsprung von fast einer Sekunde an die Spitze. Landsfrau Laura Pirovano ist Zweite.
+++ Weidle-Winkelmann scheidet aus +++
Ist das bitter! Kira Weidle-Winkelmann startet sehr ordentlich, leistet sich dann aber einen folgenschweren Fehler kurz vor der Einfahrt in den Mittelteil. Nach einer Welle ist Weidle-Winkelmann etwas zu früh dran für ihren Richtungswechsel und muss noch einmal nachkorrigieren. Das gelingt nicht und so kommt die Deutsche zu weit heraus und scheidet aus.
+++ Der Wettbewerb läuft +++
Die Schweizerin Malorie Blanc hat bei leichtem Schneefall den Anfang gemacht und mit 1:24.65 Minuten die erste Zeit des Tages gesetzt.
Olympia heute live: So können Sie den Super-G der Frauen ab 11.30 Uhr im Free-TV verfolgen
- TV: ZDF, Eurosport
- Stream: sportschau.de, sportstudio.de, hbomax.com
- Ticker: SPORT1.de und SPORT1 App
+++ Dann starten die Deutschen +++
Ab 11:30 Uhr werden 43 Fahrerinnen die neue Olympiasiegerin ermitteln. Den Auftakt macht die Schweizerin Malorie Blanc. Kira Weidle-Winkelmann folgt als dritte Athletin, Emma Aicher geht als siebte an den Start.
+++ Die weiteren Favoritinnen +++
Neben Aicher wird sich auch Abfahrtssiegerin Breezy Johnson Hoffnungen auf eine weitere Medaille machen. Wie auch die Italienerin Sofia Goggia, die in der Olympia-Abfahrt Dritte wurde. Die Schweizerin Malorie Blanc sollte man ebenfalls im Blick haben. Die 22-Jährige gewann den letzten Super-G vor den Olympischen Spielen in Crans-Montana und feierte damit ihren ersten Weltcupsieg. Sie gilt als aufstrebendes Talent des Schweizer Skiverbandes.
+++ Weidle-Winkelmann darf ebenfalls hoffen +++
Wenn sie all ihr Potenzial abrufen kann, hat auch die zweite DSV-Starterin, Kira Weidle-Winkelmann, Chancen auf eine Top-Platzierung. Im letzten Super-G vor Olympia erreichte sie außerdem den fünften Platz.
+++ Aicher in Topform +++
Die deutsche Skirennfahrerin Emma Aicher konnte bei diesen Olympischen Spielen bereits zwei Silbermedaillen gewinnen. In der Abfahrt gewann sie mit nur vier Hundertsteln Rückstand Silber hinter der Amerikanerin Breezy Johnson. Zwei Tage später holte sie in der Teamkombination, gemeinsam mit Kira Weidle-Winkelmann, mit nur fünf Hundertsteln Rückstand die zweite Silbermedaille. Aicher fuhr dort den schnellsten Slalom-Lauf des Wettbewerbs.
+++ Titelverteidigerin aus Peking nicht dabei +++
Die Olympiasiegerin aus Peking, Lara Gut-Behrami, wird ihren Titel nicht verteidigen können. Die Schweizerin stürzte im Training des Super-G im November schwer und zog sich einen Kreuzbandriss sowie einen Innenbandriss im linken Knie zu. Ebenfalls fehlen wird ihre Teamkollegin Michelle Gisin, Olympia-Dritte aus Peking. Auch sie stürzte in einem Trainingslauf im Dezember schwer und entkam nur knapp einer Querschnittslähmung. Die Silbermedaillengewinnerin aus Peking steht dagegen am Start. Miriam Puchner wird alles versuchen, um ihre Medaille zu verteidigen.
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Mt Sport-Informations-Dienst (SID)