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Olympia 2026: Skispringen - FIS führt Überraschungs-Kontrollen ein

Deutliche Warnung an Skispringer

Die FIS greift bei den Olympischen Spielen zu neuen Maßnahmen, um mögliche Betrüger im Skispringen abzuschrecken. Renndirektor Sandro Pertile möchte damit einen fairen Wettkampf ermöglichen.
Der Anzug-Skandal im norwegischen Team bei der Nordischen Ski-WM 2025 wirkt immer noch nach. Die DSV-Adler um Andreas Wellinger, Pius Paschke und Philipp Raimund sowie Bundestrainer Stefan Horngacher blicken nach wie vor mit Skepsis auf dieses Thema.
Die FIS greift bei den Olympischen Spielen zu neuen Maßnahmen, um mögliche Betrüger im Skispringen abzuschrecken. Renndirektor Sandro Pertile möchte damit einen fairen Wettkampf ermöglichen.

Die Skisprungwelt verlor in den letzten Monaten immer mehr an Glaubwürdigkeit. Immer wieder tauchten neue Skandale und Regelverstöße auf, die die Leistung der Sportler unglaubwürdig erscheinen ließen. Um weitere Skandale bei den Olympischen Spielen zu vermeiden, sollen nun verstärkte Kontrollen durchgeführt werden, mit denen Athleten zu jedem Zeitpunkt überrascht werden können.

Bisher wurden die Anzüge einmal vor dem Sprung und einmal nach dem Sprung kontrolliert. Nun soll es aber insgesamt sechs Kontrolleure geben, die auch während des Wettkampfes immer und überall Kontrollen durchführen dürfen.

Konkret geht es um die zugelassene Anzugsgröße der Springer. Denn schon wenige Millimeter größere und damit von der Norm abweichende Anzüge können für deutlich längere Sprünge sorgen.

FIS will Überraschungsmomente nutzen

„Wir wollen die Athleten überraschen, denn dies ist ein wichtiger Schritt für uns, um alles unter Kontrolle zu halten“ warnte FIS-Renndirektor Sandro Pertile beim norwegischen Sender NRK.

Grundlegendes Ziel dahinter sei, „Spekulationen zu vermeiden und zu verhindern, dass Athleten und Teams die Regeln nicht einhalten“, fügte der Skisprung-Renndirektor hinzu.

Hintergrund für die verstärkten Kontrollmaßnahmen sind auch die zahlreichen Disqualifikationen beim Mixed-Team-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen 2022. Damals wurden gleich vier Nationen disqualifiziert und der Wettkampf verlor damit deutlich an Spannung.

Auch bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Trondheim überschatteten vor allem norwegische Skandale die sportlichen Leistungen. Pertile bezeichnete diese Wettkämpfe als „dunkle Ereignisse für unseren Sport“. Solche Dinge sollen in Zukunft vermieden werden, vor allem im Blick auf sportliche Großereignisse. Einen ersten Versuch dazu stellen nun die verstärkten Kontrollen dar.

Alle Nationen unter gleichem Verdacht

Vor allem die Norweger stehen nach den jüngsten Ereignissen unter Generalverdacht, da der Betrug bei den Weltmeisterschaften kein Einzelfall, sondern ein ganzes Mannschaftswerk darstellte.

Diese Vorurteile möchte die FIS in ihren Kontrollen nun aber beiseite schieben: „Hier starten alle auf dem gleichen Niveau, und wir beobachten alle mit den gleichen Augen. Wir haben nie jemanden bevorzugt, wir wollen nur einen fairen Sport“, betonte Pertile.

Nach den nun mehrfach aufgekommenen Regelverstößen will die FIS damit ein Zeichen setzen und einen sportlich fairen Wettbewerb gewährleisten.