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Poker-Skandal: Ein sie ein geniales Ass - oder eine dreiste Betrügerin?

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Poker-Skandal: Ein sie ein geniales Ass - oder eine dreiste Betrügerin?

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Geniales Ass oder dreiste Betrügerin?

Geniales Ass oder dreiste Betrügerin?

War ihre verblüffende Poker-Hand ein genial verwegener Coup? Oder bestätigt sich der Verdacht eines hollywoodreifen Schurkenstücks? Der Fall Robbi Jade Lew elektrisiert die Poker-Szene.
Im populären Livestream eines US-Casinos wurde Ende September eine Hand von Poker-Schönheit Robbi Jade Lew gespielt, die seitdem die Pokerwelt in Atem hält.
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann
Stefan Schnürle
Stefan Schnürle

Was für unglaubliche Monate in der Welt der von manchen als abseitig bis langweilig verschrienen Sportarten.

Innerhalb weniger Wochen haben nicht nur das Schach-Universum und das Angeln für filmreife Betrugs-Krimis gesorgt - auch die Poker-Szene bewegt aktuell eine Story, nach der sich die Studio-Bosse in Hollywood die Finger lecken werden. Mit einer Hauptdarstellerin, die man sich auch selbst gut auf der großen Leinwand vorstellen könnte.

Pokerspielerin Robbi Jade Lew hat Ende September eine Hand gespielt, die die Pokerwelt völlig geschockt hat - und damit eine Lawine turbulenter Ereignisse ausgelöst, die sich zu einem rätselhaften Kriminalstück entwickelt haben. Wobei es höchst gespaltene Meinungen gibt, wer darin der Bösewicht ist.

Robbi Jade Lew mit irrem Call - Glück oder Betrug?

Alles begann mit einer Live-Runde im „Hustler Casino“, bei der die US-Amerikanerin Lew einen Pot in Höhe von 269.000 US-Dollar einstrich, mit einem eigentlich aussichtslos anmutendem Blatt.

Leidtragender war der bekannte Profi und Landsmann Garrett Adelstein, der nach Lews Coup 90 Sekunden lang ohne Worte entgeistert dreinschaute.

Hatte Lew mit ihrem schneidigen Call Riesenglück? Oder ist Adelstein Opfer eines Betrugs geworden, in dem sich Lew auf verbotene Weise Einblick in sein Blatt verschafft hat? Das ist die große Frage, um die sofort Streit ausgebrochen ist, auch am Ort des Geschehens.

Mysteriöser Vorfall auch unmittelbar nach dem Spiel

Hinter den Kulissen sollen sich Adelstein und Lew um den Pot gezofft haben - mit dem Ergebnis, das Lew 120.000 Dollar in Chips an Adelstein überreichte. Aus Schuldbewusstsein? Oder aus Angst?

Letzteres ist die Darstellung von Lew und auch von Jacob „Rip“ Chavez, der zu Protokoll gab, dass Adelstein Lew gedrängt hätte, ihm das Geld zurückzugeben.

Unsinn, behauptete Adelstein später: Er hätte seinen verlorenen Anteil am Pot gar nicht zurückverlangt, die Rückzahlung sei ihm angeboten worden, er hätte das akzeptiert.

Siegerin Lew dagegen behauptet, unter furchteinflößenden Druck gesetzt worden zu sein: „Wenn er die Dreistigkeit besitzt, mir vor der Kamera den Todesblick zuzuwerfen, dann stellen Sie sich vor, wie es hinter der Kamera aussieht. Ich wurde aus dem Spiel gezogen und gezwungen, mit ihm in einem dunklen Gang zu sprechen.“

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Casino-Mitarbeiter stahl 15.000 Dollar - war er der Komplize?

Poker-Fans waren sofort gebannt von den Ereignissen, seitdem hat sich die Angelegenheit herumgesprochen und zieht weitere Kreise. Unter anderem hat Poker-Profi Haralabos Voulgaris, der zwischenzeitlich bei den Dallas Mavericks eine sehr umstrittene Rolle bekleidet hatte, eine Belohnung von 250.000 US-Dollar für mögliche Betrugsbeweise ausgelobt.

Was die Affäre noch wilder und mysteriöser machte: Nach dem Ende der Cashgame-Session fehlten beim Einlagern der Chips in den Tresor plötzlich 15.000 der von Lew gewonnenen 150.000 Dollar. Der Mann, der sie entwendete: Bryan Sagbigsal, ein Mitarbeiter des Produktionsteams der Livestream-Übertragung.

Ist er ein Komplize im Betrug, der Lew vorgeworfen wird? Könnte er durch die Kamerabilder Adelsteins Hand gesehen und ihr verdeckt übermittelt haben, dass ihr waghalsiger Call Erfolg haben würde? Und waren die 15.000 sein Anteil?

Poker-Kollege mit verdächtigem Fund

Adelstein ist sich da mittlerweile sicher: In einem großen Thread auf dem Poker-Forum TwoPlusTwo bezichtigte er Lew, Sagbigsal und auch den für Lew argumentierenden Chavez des Betrugs. Sie würden demnach einem großen „Cheating-Ring“ von mindestens drei Leuten angehören. Lew antwortete in einem Tweet darauf, dass der Post „voller Ungenauigkeiten und Vermutungen“ sei.

Adelsteins Theorie wird allerdings gestützt vom in dieser Angelegenheit sehr umtriebigen Pokerkollegen Doug Polk: Dieser hat den mutmaßlichen Tatort mittlerweile auf Einladung des Casinos in Augenschein genommen und auch Videos der Szenerie ausgewertet hat.

Was ihm aufgefallen sei: Vor Sagbigsals Schreibtisch sei ein Aktenschrank gestanden, der den Blick einer Sicherheitskamera auf ihn versperrt hätte. Wenige Wochen vorher sei der Schrank noch an einer Stelle gestanden.

Lews Reaktion auf Diebstahl schürt Spekulationen

Was Beobachter weiter stutzig werden ließ: Nach Bekanntwerden des Diebstahls verzichtete Lew zunächst darauf, Anklage zu erheben. Zwei Tage später kündigte sie daraufhin auf Twitter an, ihre Meinung geändert zu haben.

„Ich habe inzwischen neue Informationen erhalten, die mich veranlasst haben, meine frühere Entscheidung zu überdenken und das Verbrechen des Diebstahls, das an mir begangen wurde, weiter zu verfolgen“, begründete sie.

Sagbisal wurde inzwischen vom „Hustler Casino“ - das eine externe Untersuchung der Vorgänge veranlasst hat - gefeuert und wollte sich auf Anfrage von der Los Angeles Times-Reporterin Andrea Chang nicht äußern.

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Im TwoPlusTwo-Forum verteidigte sich Sagbigsal dagegen wortreich: Alle Vorwürfe seien Unsinn, er wäre doch nicht so „f**king stupid“, bei einem so wilden Betrug vor laufender Kamera mitzumachen. Und überhaupt: Wenn er so etwas tun würde - theoretisch - dann doch mit einem erfahrenen Profi als Komplizen und nicht mit Robbi Jade Lew.

Robbi Jade Lew: Schillernde Figur mit bunter Geschichte

Die in Saudi-Arabien und in Kalifornien aufgewachsene geborene Lew absolvierte gegen Adelstein ihren dritten Auftritt im „Hustler Casino“, sie hatte das Spiel erst vor vier Jahren mit einem Buch namens „Poker for Dummies“ gelernt.

Weitere Grundlagen ließ sie sich dann von ihrem Mann beibringen - der mit seiner Optik und seiner Vita auch gut in einem Guy-Ritchie-Film passen würde: Der in Schottland geborene Charles Lew arbeitete sich nach seiner Emigration vom Türsteher in Hollywood-Nachtlokalen zum Chef einer Anwaltskanzlei, Geschäftsmann und Lokalpolitiker hoch.

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Robbi Jade Lew kämpft nun an mehreren Fronten um ihren Ruf: Sie meldet sich immer wieder bei Twitter und Instagram zu Wort, hat auch einen Polygraphen-Test absolviert. Der „Lügendetektor“ fand in ihren Reaktionen auf die Fragen, ob sie betrogen hätte, keine körperlichen Anzeichen, dass sie die Unwahrheit von sich gegeben hätte.

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Auch in der vielbeachteten Story der L.A. Times versicherte sie: „Ich habe zu 100 % eindeutig nicht betrogen und ich warte nur darauf, dass die Untersuchung das zeigt.“

Als Unsinn weist sie auch die Unterstellung zurück, dass sie mit dem Poker-Betrug eine Boulevard-Karriere einleiten hätte wollen: „Es ist offensichtlich, dass ich einen bestimmten Fake-Hollywood-Look habe. Wenn ich berühmt werden wollen würde, gäbe es viel einfachere Wege als diesen.“