Die deutschen Tennis-Frauen blicken bei den Australian Open auf einen ernüchternden Turnierverlauf zurück, die entscheidenden Partien in den kommenden Tagen finden abermals ohne DTB-Beteiligung statt.
Australian Open: Kerber zeichnet düsteres Bild vom deutschen Tennis
Kerber zeichnet düsteres Tennis-Bild
Zwischen 2016 und 2018 feierte Angelique Kerber mit drei Grand-Slam-Siegen bei den Damen die letzten großen Erfolge für Deutschland. „Wir brauchen uns nicht anzulügen. Das war nicht optimal. Klar hatte man sich da mehr erhofft. Gut war es auf jeden Fall nicht“, kritisierte die 38-Jährige nun die Auftritte ihrer Nachfolgerinnen beim Turnier in Melbourne.
Von insgesamt nur vier deutschen Spielerinnen im Hauptfeld schaffte es einzig Laura Siegemund in die zweite Runde, wo sie jedoch der Australierin Maddison Inglis mit 4:6, 7:6 (7:3), 6:7 (7:10) unterlag. Tatjana Maria und Ella Seidel waren wie auch die deutsche Nummer eins Eva Lys schon zum Turnierauftakt ausgeschieden. Die 24 Jahre alte Hamburgerin hatte jedoch mit einer Knieverletzung zu kämpfen und muss nun wochenlang pausieren.
Kerber mahnt: „Müssen Geduld haben“
Sowohl in der Spitze als auch in der Breite weist der DTB bei den Frauen deutliche Probleme auf, zumal dem deutschen Quartett mit der 37-jährigen Siegemund und der 38-jährigen Maria die beiden ältesten Spielerinnen aus den Top 100 angehören.
Mit Blick auf eine möglicherweise positivere Entwicklung in der Zukunft mahnte Kerber deshalb: „Wir müssen da definitiv Geduld haben. Wie viel Geduld, das steht in den Sternen. Ich denke, dass einige Junioren nachkommen werden, aber das liegt nicht in meinen Händen, sondern es müssen alle Parteien mitspielen.“
Neben Lys (24) und Seidel (20) stehen jedoch bereits einige aufstrebende Talente in den Startlöchern. Die 15-jährige Ida Wobker ist die jüngste Spielerin unter den Top 1000 der Welt, und auch Tina Manescu (15) sowie Mariella Thamm (16) gelten als große Talente.
Kerber bleibt bei Zverev zuversichtlich: „Wird sich auszahlen“
Der einzige deutsche Tennisstar in der Weltspitze findet sich derweil bei den Männern wieder. Alexander Zverev hofft vor dem Halbfinale gegen Carlos Alcaraz weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel.
„Ich mache mir um Alexander gar keine Sorgen. Ich weiß, dass er irgendwann ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird. Dafür trainiert er zu hart und gibt alles dafür. Das wird sich irgendwann auszahlen“, war sich Kerber sicher und führte aus: „Mal gucken, ob es dieses Jahr schon klappen wird, aber ich bin mir sicher, dass er irgendwann definitiv ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird – oder vielleicht sogar mehr.“
In Bezug auf den 28 Jahre alten Zverev zog Kerber auch eine Parallele zu ihren eigenen Erfolgen und stellte heraus, dass sie ihren ersten Grand-Slam-Titel ebenfalls erst mit 28 Jahren gewinnen konnte.