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Der tiefe Fall eines deutschen Sensationsteams

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Der tiefe Fall eines deutschen Sensationsteams

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Der tiefe Fall eines Sensationsteams

Mit der Auflösung des TTC Neu-Ulm geht ein Tischtennis-Märchen zu Ende. Unverhofft entstanden, etablierte sich der Klub ganz oben in der Szene. Doch ein Streit und Regeländerungen stoppen das Projekt.
Dimitrij Ovtcharov spielte für den TTC Neu-Ulm
Dimitrij Ovtcharov spielte für den TTC Neu-Ulm
© IMAGO/Nordphoto
SPORT1
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von SPORT1

Am 22. Mai 2019 begann die Reise des damals neu gegründeten TTC Neu-Ulm mit der Erteilung der Lizenz für die Tischtennis-Bundesliga (TTBL).

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Am Ostersonntag 2024 beendet das Champions-League-Halbfinale das Projekt. In den fast fünf Jahren dazwischen schrieben die Neu-Ulmer eine Tischtennis-Geschichte, die ihresgleichen sucht.

Der Macher hinter dem Projekt war Florian Ebner, ehemaliger Präsident des Fußballvereins SSV Ulm 1846 und ein erfahrener Sportmanager. Ebner hatte eigentlich die Idee, den Verein nach sich zu benennen: TTC Ebner Ulm. Letztlich startete der Verein aber als TTC Neu-Ulm in die Bundesliga.

Ulm startet mit Ovtcharov durch

Die Erteilung der Lizenz war umstritten – nur weil kein berechtigter Zweitligist aufsteigen wollte und so die Sollstärke von zwölf Mannschaften nicht erreicht wurde, fiel die Entscheidung pro Ulm aus. Die bayrischen Schwaben beendeten die Premierensaison 2019/20 als Achter. Es folgte ein fünfter Platz und die Teilnahme an der Champions League – wiederum nicht sportlich verdient, sondern dank einer Wildcard.

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Im April 2022 startete Neu-Ulm durch und holte mit Dimitrij Ovtcharov ein namhaftes Zugpferd. Dazu gesellten sich Tomokazu Harimoto, einst als Tischtennis-Wunderkind gefeiert und kurz nach seinem Wechsel die Nummer zwei der Weltrangliste, sowie der damalige Vize-Weltmeister Truls Möregardh und Lin Yun-Ju aus Taiwan.

2023 holte Neu-Ulm den deutschen Pokal und erreichte das Halbfinale der Champions League.

Entscheidung gegen Ulm

Das Projekt Neu-Ulm kratzte an der Vormachtstellung von Borussia Düsseldorf. Im Februar 2023 folgte dann der Knall: TTBL-Aufsichtsratschef Andreas Preuß, zugleich Manager bei Düsseldorf, sperrte die Neu-Ulmer Spieler Harimoto, Möregardh und Lin, weil sie im Januar und Februar im Ausland gespielt hatten, wegen des Pokalfinals Anfang Januar allerdings zunächst auf einen Wechsel verzichteten.

Hinzu kam eine Geldstrafe über 20.000 Euro und eine Spielsperre für zehn Partien, die später aufgehoben wurde.

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Ebner hatte da aber schon kapituliert und bekannt gegeben, dass Neu-Ulm nicht mehr in der Bundesliga spielen werde. „Irgendwann muss man akzeptieren, dass sie uns nicht haben wollen“, konstatierte Ebner.

Nach Regeln gehandelt

Preuß und die TTBL wehrten sich damals gegen die Vorwürfe: „Unsere Regeln sind nicht willkürlich zu beugen oder gar zu brechen. Das TTBL-Reglement hat nicht die Funktion, Ambitionen einzelner Vereine auf willfährige Weise zur Durchsetzung zu verhelfen.“ Fortan lag der Fokus von Ebners Team auf der Champions League. Und dort setzte Neu-Ulm die Erfolgsgeschichte fort.

Da die TTBL mittlerweile ihre Regeln geändert hat und eine Teilnahme an der Champions League nur für Teams möglich ist, die auch in der Bundesliga spielen, war das Osterwochenende mit der Champions-League-Endrunde der letzte Akt für die Neu-Ulmer.

Im Halbfinale unterlag Neu-Ulm gegen den 1. FC Saarbrücken mit 2:3, Ovtcharov verlor das entscheidende Spiel gegen Darko Jorgic klar mit 0:3 und trug den TTC Neu-Ulm zu Grabe. Im Finale hätte pikanterweise Borussia Düsseldorf auf Neu-Ulm gewartet. Doch dieses Mal reichte es sportlich nicht.

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Mit SID (Sport-Informations-Dienst)