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Druck auf deutsche Skisprung-Stars wächst: Youngster lassen Wellinger und Geiger zittern

Druck auf Geiger und Wellinger steigt

Ein furioser Doppelsieg bringt frischen Wind ins deutsche Skisprung-Team. Droht den beiden einstigen Parade-Fliegern Karl Geiger und Andreas Wellinger nun sogar das Weltcup-Aus?
Beim Skispringen leben die Athleten den Traum vom Fliegen - insbesondere auf den ganz großen Schanzen. Inzwischen sind Sprünge auf weit über 200 Meter möglich. SPORT1 zeigt die Entwicklung des Weltrekords.
Ein furioser Doppelsieg bringt frischen Wind ins deutsche Skisprung-Team. Droht den beiden einstigen Parade-Fliegern Karl Geiger und Andreas Wellinger nun sogar das Weltcup-Aus?

Kommt jetzt endlich Bewegung ins deutsche Skispringen? Seit Saisonbeginn springen die einstigen Vorflieger Karl Geiger und Andreas Wellinger hinterher. Ins Weltcup-Aufgebot haben es die beiden Routiniers - ausgenommen einer Trainingspause vor der Tournee - trotzdem immer geschafft.

Hauptgrund dafür: das Schwächeln der deutschen Nachwuchs-Hoffnungen und der Athleten aus der zweiten Reihe. Diese haben aber nun beim COC in Zhangjakou (zweite Liga im Skispringen) für einen doppelten Paukenschlag gesorgt.

Am Dienstag flogen der 25 Jahre alte Luca Roth und der 21 Jahre alte Ben Bayer zu einem furiosen Doppelsieg. Ein Tag später gewann Roth erneut, während Youngster Bayer den vierten Platz belegte.

Dabei bezwangen die DSV-Adler unter anderem Clemens Aigner, der beim abschließenden Tournee-Springen auf Platz elf landete, und Robin Pedersen, der Wellinger in Garmisch-Partenkirchen im K.o.-Duell bezwingen konnte.

Skispringen: Deutsche Talente mit Auferstehung nach heftiger Kritik

Resultate, die einer Auferstehung gleichen, nachdem Ex-Springer- und Kommentator Gerd Siegmund erst vor einer Woche noch von einem „Totalschaden“ im deutschen Skispringen sprach und insbesondere die Nachwuchsarbeit scharf kritisierte.

Verdenken konnte man Siegmund die deutlichen Worte nicht, zumal die Ergebnisse des COC-Teams zuvor komplett ernüchternd waren. Bei den Springen in Ruka landete der beste DSV-Adler auf Platz 18 und war damit schwächer als der 53 Jahre alte Skisprung-Dino Noriaki Kasai.

Bei der Vierschanzentournee starteten Roth, Bayer und Co. zunächst in der nationalen Gruppe, konnten aber weder in Oberstdorf noch in Garmisch-Partenkirchen punkten. Skisprung-Legende Sven Hannawald kritisierte anschließend, dass „eine gewisse Gemütlichkeit oder Zufriedenheit“ die jungen deutschen Springer ausbremse.

Aufgrund der enttäuschenden Leistungen der Youngster durften Geiger und Wellinger die Tournee überhaupt zu Ende springen. Die jüngsten Resultate in Zhangjakou könnten jetzt allerdings so einiges durcheinanderwirbeln.

Fliegen Skisprung-Stars Geiger und Wellinger jetzt aus dem Team?

Klar ist, dass der Druck auf die etablierten Springer deutlich gestiegen ist. Aus dem Team werden sie vorerst aber wohl kaum fliegen.

Zunächst steht der Weltcup in Sapporo (LIVETICKER) an, bei dem Geiger die letzte Chance erhält, sein Olympia-Ticket zu sichern - und Wellinger, der die Norm schon hat - seinen Platz verteidigen muss, da neben Raimund, Hoffmann und Paschke nur ein weiterer DSV-Adler mitfahren darf.

Nach dem Sapporo-Weltcup steht die Skiflug-WM an, bei der Stefan Horngacher wohl nicht auf seine Routiniers verzichten wird.

Bewegung im deutschen Team dürfte es also erst beim Heim-Weltcup in Willingen unmittelbar vor den Olympischen Spielen geben. Geiger und Wellinger könnten aber davon profitieren, dass Deutschland voraussichtlich mit sechs anstelle von fünf Athleten antreten wird.

Bayer und Roth stehen schließlich unmittelbar davor, durch die COC-Ergebnisse einen Bonus-Startplatz für die kommende Weltcup-Periode (30. Januar bis 1. März) zu sichern. Es droht also nur einem der beiden Routiniers das Aus beim Heim-Weltcup.