Sie nennen sich „die Zukunft des Sports Entertainment“. Sie wollen gleich mit ihrer ersten Show WWE übertrumpfen. Und das Lineup, das sie aufbieten, ist durchaus beeindruckend.
Zahllose Ex-WWE-Stars: Neue europäische Wrestling-Liga WES hat große Pläne
Neue Wrestling-Liga mit großen Plänen
Am 4. Juni, dem Samstag in zwei Wochen, feiert eine neue Wrestling-Promotion namens WES (Wrestling Entertainment Series) ihr Debüt. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu WWE)
Sie operiert in Europa, die erste Show steigt in der Motorpoint Arena in Nottingham, einer Halle, die 10.000 Zuschauer fasst - WES will damit aus dem Stand mehr Fans anlocken, als WWE bei der größten Show der jüngsten Europatour in London geschafft haben soll (ca. 8000).
Dafür sorgen soll ein Duell zwischen dem früheren Braun Strowman und einem ehemaligen UFC-Schwergewicht sowie zahlreiche weitere Ex-WWE-Stars. Auch die Hintermänner der Liga sind bekannte Gesichter mit WWE-Vergangenheit.
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Braun Strowman trifft auf Lesnar-Bezwinger aus der UFC
Hauptkampf der ersten Show ist ein Duell des früheren WWE Universal Champions Adam Scherr (Strowman) mit dem in England geborenen Kampfsportler Alistair Overeem, der in der UFC unter anderem Brock Lesnar bezwungen hat. Der in England geborene Niederländer - früher auch Weltmeister im Kickboxen und Champion der MMA-Liga Strikeforce - bestreitet sein Wrestling-Debüt, Scherr und er ermitteln den ersten World Champion der Liga. Scherr war seit seinem unerwarteten WWE-Aus im vergangenen Sommer bisher nur selten im Einsatz, unter anderem für die von ihm selbst mitgegründete Liga CYN.
Auch zwei andere Titelmatches mit früheren WWE-Stars sind angekündigt: Ein Damenchampion wird zwischen CJ Perry (Lana) und Lina Fanene gekürt - der ehemaligen Nia Jax. Die Cousine von Superstar Dwayne „The Rock“ Johnson kehrt nach ihrem WWE-Aus im vergangenen Jahr also doch in den Ring zurück, nachdem sie das eigentlich danach als „höchst unwahrscheinlich“ bezeichnet hatte.
Einen Tag-Team-Titelkampf bestreiten Wesley Blake und Steve Maclin - zwei Drittel der Forgotten Sons - und Gzim Selmani and Sunny Dhinsa, die ehemaligen Authors of Pain, nun angekündigt als: The Legion of Pain.
Selmani und Dhinsa sind auch die Organisatoren der Veranstaltung.
Frühere Authors of Pain stehen hinter WES
Der in den Niederlanden geborene Kosovo-Albaner Selmani (bei WWE: Rezar) und der Kanadier Dhinsa (Akam) waren zwischen 2016 und 2020 bei WWE aktiv.
Die beiden schwergewichtigen Eigengewächse - ursprünglich begleitet von Paul Ellering, Manager der legendären Road Warriors (Legion of Doom) hielten bei WWE die Tag Team Tiel des NXT- und des RAW-Kaders und hatten ihre prominenteste Rolle als Vollstrecker von Seth Rollins. (Der tragische Mythos der verstorbenen Road Warriors)
Im September 2020 endete ihre von Verletzungspech beeinträchtigte WWE-Karriere mit einer überraschenden Entlassung, danach war es ruhig um sie geworden.
Nun haben sie das neue Projekt WES kreiert, mit von der Partie sind neben dem ebenfalls angekündigten Ellering noch zahlreiche weitere WWE-Weggefährten, teils mit ihren ersten Auftritten danach. Es gibt auch noch Matches zwischen Killer (Karrion) Kross, Samuray del Sol (Kalisto) und Jonah (Bronson Reed), Madison Rayne und Tenille Dashwood (Emma) gegen Deonna Purrazzo und Chelsea Green, Dean Muhtadi (Mojo Rawley) und Lince Dorado, Mike Bennett (Kanellis) und Biff Busick (Oney Lorcan) sowie Dirty Dango (Fandango) und Levis Valenzuela Jr. (No Way Jose). Als Kommentatoren sind ebenfalls frühere WWE-Männer angekündigt, Jonathan Coachman und Matt Rehwold (Aiden English).
Viele Ex-Stars von WWE - und wohl auch ähnliches Konzept
Die Liga, deren erste Show als Pay Per View auf der Plattform Fite vertrieben wird, setzt erkennbar stark auf WWE-Handschrift, auch das Vermarktungs-Stichwort „Sports Entertainment“ weist in die Richtung.
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Es erinnert an ähnlich konzipierte Ligen der Vergangenheit, etwa die italienische NWE (Nu-Wrestling Evolution), die ab 2005 auch diverse prominent besetzte Events in mehreren europäischen Ländern veranstaltete - und 2008 Aufsehen erregte, als sie den sechs Jahre danach tragisch verstorbenen Ultimate Warrior für ein letztes Match im spanischen Barcelona verpflichten konnte (Gegner damals: Orlando Jordan).
NWE ist seit 2013 Geschichte, wie tragfähig das Konzept des neuen Projekts ist, muss sich zeigen.