Er hat das bislang größte Match seit seinem Sensations-Comeback hinter sich gebracht - und danach gingen die Emotionen mit ihm durch.
CM Punk mit Tränen-PK nach AEW Revolution - und Stichen gegen WWE
Punk mit Tränen-PK: Das steckt dahinter
Der frühere WWE-Champion CM Punk ist bei einer Pressekonferenz nach dem Pay Per View AEW Revolution in Tränen ausgebrochen, die Umstände seines Matches gegen den hoch gehandelten Jungstar MJF (Maxwell Jacob Friedman) überwältigten den oft als kühl verschrienen „Straight Edge Superstar“.
Auch der jüngste große Business-Schachzug von AEW - der Kauf von Punks früherer Liga Ring of Honor (ROH) - spielte dabei eine entscheidende Rolle.
Nebenbei gab es bei dem „Media Scrum“ auch Neuigkeiten zu dem ROH-Beben - und Sticheleien von Punk gegen Ex-Arbeitgeber WWE und Altstar Bill Goldberg sowie eine emotionale Würdigung von Idol Bret „Hitman“ Hart.
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CM Punk mit altem ROH Entrance
Für Punk fügte sich das Match gegen MJF und der ROH-Kauf zu einer Gefühlsachterbahn: Punk hatte seinen Ruhm noch vor seiner Unterschrift bei WWE 2006 bei ROH begründet und in der Fehde mit MJF gab es diverse Rückgriffe und Anspielungen darauf.
Bei Revolution trieb Punk den Nostalgie-Trip auf die Spitze: Er trug für das blutige Dog Collar Match sein altes ROH-Outfit - und zog ein zu seinem alten ROH Entrance Theme, dem Song „Miseria Cantare“ der Alternative-Rockband AFI.
Bei der PK verriet Punk, dass er schon beim Anblick seines alten Ringgear in Tränen ausgebrochen sei, vor den Reportern wiederholte es sich, als er auf den ROH-Kauf zu sprechen kam.
Punk weint vor Glück über sein „Baby“
„Ich habe ROH so sehr geliebt“, führte Punk nach langem Stocken auf eine Frage zum Thema aus: „Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich bin, das mein Videomaterial von damals jetzt in guten Händen ist.“
Punk deutete auf den neben ihm sitzenden Ligaboss Tony Khan und meinte, dass er sich fühle wie der Vater „eines Babys, das nun woanders gut aufgehoben ist, jemandem, der es gut aufziehen wird - und nicht zu irgendeinem Tab in einer ‚beschissenen, verwirrenden und schwer zu navigierenden App‘ machen wird.“
Der vom Weinen ins sarkastische Lachen wechselnde Punk spielte damit auf das WWE-Streamingportal WWE Network und dessen US-Dachdienst Peacock an, den er offensichtlich benutzerunfreundlich findet. Er sei erleichtert, dass AEW und nicht WWE ROH gekauft hätte, bei seiner alten Liga - von der er in bitterem Streit geschieden war - lägen schon zu viele seiner Bildrechte, „für die ich keine Tantiemen kriege“.
Tony Khan: ROH soll als Liga intakt bleiben
Khan enthüllte derweil bei der PK, dass seine Planungen mit ROH weiter gehen würden als eine bloße Auswertung der Videorechte: Er wolle den Betrieb von ROH aufrechterhalten, einen neuen Kader aufbauen und neue Shows gestalten.
Der Sohn von Milliardär und Jacksonville-Jaguars-Besitzer Shahid Khan sagte nicht direkt, dass ROH eine Aufbauliga wie NXT für WWE sein soll, vieles deutet nun aber in die Richtung.
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Khan stellte auch klar, dass er der kreativ verantwortliche Booker von ROH sein werde - und dementierte damit Spekulationen, dass der womöglich geplatzte Wechsel von Cody Rhodes zu WWE mit dem ROH-Kauf zusammenhängen könnte und er das Projekt an seinen früheren Co-Geschäftsführer übergeben könnte.
Verneigung vor Bret Hart - Stichelei gegen Bill Goldberg
Punk wurde derweil nochmal emotional, als er auf sein Vorbild Bret Hart zu sprechen kam: Er sei dankbar, dass er nun die Chance habe, in den Ring zurückzukehren - was Bret seinerzeit nach dessen unrühmlichem, verletzungsbedingtem Aus nicht möglich gewesen sei.
Punk ergänzte, dass er das bis heute als Ungerechtigkeit empfinde und er mit Hart tauschen würde, wenn er könnte. Harts Karriere-Schicksal sei „eine gottverdammte Tragödie. Es gibt jetzt Leute, die in Saudi-Arabien Millionen für Nostalgie-Matches verdienen und Bret sollte derjenige sein“.
Dieser Kommentar war offensichtlich auf Bill Goldberg gemünzt, der in den vergangenen Jahren ein spätes WWE-Comeback gefeiert hatte. Goldberg hatte Ende 1999 mit einem missglückten Kopftritt gegen Hart zu dessen Karriere-Ende beigetragen.