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WWE: Als der legendäre Undertaker nicht nur Wrestling-Fans verstörte

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WWE: Als der legendäre Undertaker nicht nur Wrestling-Fans verstörte

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Ein verstörender Undertaker-Auftritt

Heute vor 25 Jahren inszenierte WWE rund um den Undertaker eines der kontroversesten TV-Segmente der Ligageschichte - und handelte sich Ärger mit christlichen Verbänden ein.
Der Undertaker schockte Ende 1998 mit diesem Auftritt die WWE-Fans
Der Undertaker schockte Ende 1998 mit diesem Auftritt die WWE-Fans
© WWE
mhoffmann
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Er war einer der beliebtesten und am meisten respektierten Stars, die es im Wrestling je gab – aber an diesem Abend verstörte der Undertaker seine Anhänger heftig. Und nicht nur sie.

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Heute vor 25 Jahren ging einer der kontroversesten Momente der WWE-Geschichte über die Bühne: In einem bewusst auf viel Schockwirkung angelegten Segment inszenierte das Showkampf-Imperium eine Art Kreuzigung, die der legendäre „Dead Man“ an seinem Rivalen Stone Cold Steve Austin vollführte. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema WWE)

Das umstrittene Ende der TV-Show Monday Night RAW schlug einige Wellen - und rief auch christliche Verbände auf den Plan.

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Undertaker bei WWE 1998 als finsterer Bösewicht

Hintergrund der Aktion: WWE hatte den populären Taker im Zuge der Attitude Era im Jahr 1998 als Bösewicht neu erfunden.

Nach sechs Jahren als umjubeltes „Babyface“ überraschte die damalige WWF im Herbst mit einem „Heel Turn“ des Taker - in dem dieser laut Drehbuch sogar als Mörder entlarvt wurde. Er wandte sich damals gegen seinen Story-Bruder Kane und enthüllte, dass er derjenige gewesen wäre, der als Kind das Bestattungsunternehmen angezündet hätte und damit den Tod seiner Eltern und die angeblichen Brandnarben im Gesicht des maskierten Kane verursacht hätte.

Im Zuge seiner Verwandlung zum finsteren „Lord of Darkness“ legte sich der Taker ein düsteres neues Outfit zu, feierte eine Reunion mit seinem langjährigen, 2013 verstorbenen Manager und Wegbegleiter Paul Bearer und wurde zum Anführer einer Gruppierung namens Ministry of Darkness.

Austin, damals der große Publikumsliebling der Liga, wurde zur Hauptzielscheibe des Taker.

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Steve Austin wurde „gekreuzigt“

Am 13. Dezember 1998 gipfelte die Fehde vorläufig in einem „Buried Alive Match“, in dem die beiden auf einem nachgebauten Friedhof miteinander rangen. Als letzter Hype für das Pay-Per-View-Duell wurde für die „Go home Show“ von RAW das Schocksegment aufgezeichnet.

Nach dem Hauptkampf der Show – Austin und „Mankind“ Mick Foley trafen auf den Taker und den jungen, frisch zum Champion gekürten Dwayne „The Rock“ Johnson - wurde Austin vom Taker und einer Gruppe maskierter Helfer k.o. geprügelt. Die verhüllten „Druiden“ fesselten Austin dann an ein großes, mystisches Objekt und richteten es auf, während der Taker diabolisch lachte.

Die Inszenierung sollte offensichtlich Assoziationen zur Kreuzigung Jesu wecken - wenngleich WWE das Offensichtliche immer wieder dementiert hatte.

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Katholischer Verband: „Ungeheuerlich“

Das Segment verfehlte nicht sein Ziel, Aufmerksamkeit auch über WWE-Fankreise hinaus zu erregen. Schlagzeilen schrieb unter anderem ein öffentliches Scharmützel mit der Catholic League, einer katholischen Interessengruppe.

„Christus zu verhöhnen ist eine Überschreitung der akzeptablen Grenzen der Unterhaltung, auch im Wrestling. Speziell um diese Zeit des Jahres ist es ungeheuerlich“, schimpfte Verbandsvertreter William Donohue im TV Guide mit Blick auf die Ausstrahlung der Szene in der Vorweihnachtszeit.

Donohue berichtete, dass er von WWE versichert bekommen hätte, dass die Aktion keine „Kreuzigung“ hätte darstellen sollen und die Liga stattdessen „eine Art ägyptisches Symbol“ für den hohepriesterartigen Taker im Sinn gehabt hätte.

Letztlich bekundete der Funktionär, dass er mit WWE ein produktives Gespräch geführt hätte. Ergebnis: Er hätte geraten, dass das potenziell nächste Opfer des Taker seine Hände doch einfach nach oben statt wie Jesus an die Seite strecken sollte, um die christlichen Empfindungen weniger zu verletzen.

Nächste Neuerfindung als Biker

WWE ließ sich allerdings nicht davon abhalten, weitere Schocksegmente um den bösen Taker zu inszenieren: Unter anderem gab es noch eine angedeutete „schwarze Hochzeit“ mit der entführten und ebenfalls an das Symbol gefesselten Stephanie McMahon, Tochter von WWE-Boss Vince McMahon.

Dramaturgischer Höhepunkt der Ministry-Story war dann schließlich die Enthüllung einer mysteriösen „höheren Macht“, der der Taker gedient hätte. Die „Higher Power“ entpuppte sich als Vince McMahon persönlich – was im Kontext der vorherigen Ereignisse eher sinnentleert war.

Letztlich zeigte sich, dass die Verwandlung des Taker zum Superbösewicht nicht weiter auf die Spitze zu treiben war, nach einer Verletzungpause Ende 1999 / Anfang 2000 kehrte er wieder im neuen Gewand zurück, als nicht mehr übernatürlicher Biker mit Motorrad.

Im Jahr 2004 folgte die Rückverwandlungen in den alten „Deadman“-Charakter, mit der der heute 58-Jährige bis zu seinem späten Karriere-Ende 2020 noch viele Erfolge feiern sollte.