Gold-Hoffnung Dreßen exklusiv über den Druck bei Olympia
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Pyeongchang - Thomas Dreßen verpasst trotz furioser Abfahrt eine Medaille in der Kombination, setzt aber ein Ausrufezeichen. Marcel Hirscher holt die ersehnte Goldmedaille.

Thomas Dreßen hat sein erstes Rennen bei Olympischen Spielen mit einem respektablen neunten Rang beendet (Der LIVETICKER zum Nachlesen).

Während Überflieger Marcel Hirscher aus Österreich endlich sein erstes Gold auf der größten aller Bühnen gewann, konnte sich der 24 Jahre alte Triumphator von Kitzbühel immerhin über den "Halbzeitsieg" in der Kombination freuen. Platz eins in der Kombinationsabfahrt ist außerdem ein Ausrufezeichen mit Blick auf die Spezialabfahrt am Donnerstag.

Ansage für die Abfahrt

"Ich kann das Positive mitnehmen, dass es in der Abfahrt gepasst hat. Die Erkenntnis ist, dass der Plan, den ich grundsätzlich habe, gut ist. Im ersten Moment wurmt es mich, aber die Abfahrt ist meine Hauptdisziplin", sagte Dreßen.

Will heißen: Wenn am Donnerstag die am Sonntag abgesagte Spezialabfahrt ausgetragen wird, gehört er auf jeden Fall zum Kreis der Medaillenanwärter. Dreßens Fahrt, merkte sein im Slalom wie Andreas Sander nicht angetretener Teamkollege Josef Ferstl an, sei "ein Ausrufezeichen" für die Spezialabfahrt am Donnerstag (11.00 Uhr OZ/3.00 Uhr MEZ im LIVETICKER).

Dreßen: "Das nervt ein bisschen"

Etwas Enttäuschung war nach dem Abrutschen auf den neunten Rang dennoch vorhanden. "Mit der Abfahrt bin ich zufrieden, mit dem Slalom nicht so. Ich hab mir schon vorgenommen, dass ein besseres Resultat rausspringt", sagte er. "Ich bin im Training besser gefahren, das nervt mich ein bisschen", fügte er bei Eurosport hinzu.

"Es sei mal dahingestellt", ergänzte er, "ob es sich für das Podium ausgegangen hätte, aber ein bisschen weiter nach vorne wäre schon gegangen." Immerhin: Es war die beste deutsche Platzierung in der Kombination seit dem fünften Rang von Markus Wasmeier 1992 in Albertville, und auch Dreßen kam schnell zu der Erkenntnis, dass es so schlecht dann doch nicht war (SERVICE: Der Olympia-Zeitplan).

Erste Goldmedaille für Hirscher

Wenig erfreulich war am Dienstag freilich die Entscheidung der Rennjury, wegen des starken Windes die Abfahrt zu verkürzen und zusätzlich zu entschärfen.

Die Slalom-Spezialisten waren dadurch eindeutig im Vorteil, was sich auch in den Medaillengewinnern widerspiegelte: Neben Hirscher, der bislang bei Olympia allein Silber 2014 in Sotschi gewonnen hatte, standen die Franzosen Alexis Pinturault (+0,23 Sekunden) und Victor Muffat-Jeandet (+1,02) auf dem Podium (Medaillenspiegel der Olympischen Spiele).

Marcel Hirscher (M.) gewann vor Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet
Marcel Hirscher (M.) gewann vor Alexis Pinturault und Victor Muffat-Jeandet © Getty Images

Als Dreßen die Ziellinie in Jeongseon überquerte, fiel Hirscher ein Stein vom Herzen. Der einzige Makel in seiner Bilderbuch-Karriere ist nun getilgt.

Hirscher vermisst Lederhose

Nach sechs Titeln bei Weltmeisterschaften, nach sechs Siegen nacheinander im Gesamtweltcup endlich der erste Olympiasieg für den Außerirdischen - und der erste in der Kombination für Österreich seit 20 Jahren.

"Bis jetzt fühlt sich der Sieg nicht anders an", sagte Hirscher kurz nach dem Rennen und bekannte, dass ihm ein wichtiges Kleidungsstück für die Siegerehrung fehle: "Schade ist, dass ich meine Lederhose vergessen habe."

Im Zielraum gab es dafür ein Küsschen von Freundin Laura - und einen ehrlichen Glückwunsch vom ein wenig enttäuschten Dreßen.

Für eine Schrecksekunde sorgte Matthias Mayer. Der Drittplatzierte der Abfahrt fädelte bei seinem Slalom-Lauf ein, stürzte und rutsche in einige Kameraleute und Streckenposten rein. Linus Straßer schied nach Rang 39 in der Abfahrt im Slalom aus.

Rebensburg als Topfavoritin

Nach der wegen des Winds geradezu verstümmelten Abfahrt - auf der um rund 20 Fahrsekunden verkürzten Strecke wurden auch die Sprünge entschärft - sonnte sich der mit der Nummer eins ins Rennen gestartete Dreßen rund eine Stunde lang auf dem Sitz für den Führenden.

"Das war cool", sagte er mit einem verschmitzten Lächeln. Dabei fuhr er "hier und da ein bisschen die weitere Linie", wie er selbst berichtete. Seine Stärke, das gefühlvolle Fahren, spielte er in Abwesenheit nur des Topfavoriten für die Abfahrt, Beat Feuz (Schweiz), aber voll aus.

Am Donnerstag bieten sich damit zwei Chancen auf deutsche Alpin-Medaillen, sogar eine realistische auf Gold. Um die Abfahrt der Männer herum haben die Organisatoren den von Montag verschobenen Riesenslalom der Frauen gelegt (10.00/13.45 Uhr OZ, 2.00/5.45 Uhr MEZ).

Viktoria Rebensburg geht als Topfavoritin in das Rennen von Yongpyong. "Die Form passt definitiv", sagt die Olympiasiegerin von 2010, "ich bin sehr zuversichtlich."

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