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München - Max Kepler steuert in der MLB mit den Minnesota Twins auf eine historische Saison zu. Mit der Teilnahme am All-Star Game könnte er seine Leistungen krönen.

Ein legendäres Spiel gegen einen legendären Kontrahenten - und der deutsche MLB-Profi Max Kepler in der Hauptrolle.

Der 26-Jährige befindet sich mit den Minnesota Twins auf dem Höhenflug, der epische 4:3-Erfolg nach 17 (!) Innings gegen die namhaften Boston Red Sox war ein weiterer Höhepunkt, möglich gemacht in erster Linie von Kepler.

Mit einem Single glich der Deutsche im achten Inning zum 2:2 aus, im 13. Abschnitt gelang ihm ein Homerun zum 3:3 - und schließlich sorgte er im 17. Inning mit einem weiteren Single für den entscheidenden Run.

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Minnesota Twins bestes Team der MLB

Mit 48 Siegen bei nur 24 Niederlagen befinden sich die Twins in der American League Central aktuell an der Tabellenspitze und sind das beste Team der gesamten MLB. Die Statistiken sprechen für sich: 138 Homeruns verbuchte das Team von Coach Rocco Baldelli in 72 Spielen. Das ist Ligaspitze - die Seattle Mariners stehen mit 133 aus bereits 77 Partien dahinter.

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Zur besseren Einordnung der Leistung: Der Vereinsrekord von Minnesota liegt bei 225 Homeruns, den MLB-Rekord halten die New York Yankees mit 266. Können die Twins an die bisherigen Leistungen weiter anknüpfen, würden sie bei 162 Spielen in einer Saison beide Rekordmarken also locker knacken.

Kepler mischt Baseball-Elite auf

Die Minnesota Twins haben sich in einen Rausch gespielt und profitieren dabei ausgerechnet auch von ihrem deutschen Outfielder. Von den 137 Homeruns gehen alleine 18 auf Keplers Konto. "Er ist ein Typ, der ein außerordentliches Talent hat. Und er hat einen wirklich guten Kopf auf seinen Schultern", lobte Baldelli, der Kepler vor der Saison zum ersten Schlagmann beförderte.

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Die Entscheidung hat sich ausgezahlt: Der 26-Jährige steuert auf seine beste Saison zu. Für seinen bisherigen Bestwert sorgte Kepler mit 20 Homeruns ein Jahr zuvor. Nun fehlen nur noch drei Stück, um den nächsten Meilenstein zu erreichen - und das in seiner erst dritten vollen Spielzeit in der MLB. Zuletzt wurde Kepler nach drei Homeruns, zehn Punkten und zehn RBI ("Runs batted in" - Treffer, die zu Punkten führen) binnen sieben Tagen zum Spieler der Woche in der American League gekürt.

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Nicht nur deshalb spielt Kepler eine historische Saison. Einen Deutschen, der die wohl amerikanischste aller Sportarten aufmischt - das hatte es in der langen Geschichte der MLB noch nicht gegeben.

Kepler auf dem Weg zum All-Star?

Und die nächste Auszeichnung könnte schon bald folgen. Die Wahl für das All-Star Game am 9. Juli in Cleveland ist bereits in vollem Gange - mit einem veränderten Wahlsystem. Bis Freitag, 21. Juni, haben Fans in einer ersten Phase der Wahl - der sogenannten "Primary Selection" - online unter https://www.mlb.com/all-star/ballot die Möglichkeit, für ihre Favoriten aus der American und National League abzustimmen. Pro Person sind innerhalb von 24 Stunden fünf Abstimmungen möglich.

Stand Dienstag lag Kepler mit 435.789 Stimmen auf dem zehnten Platz bei den Outfieldern der American League, der neunte Platz (Josh Reddick von den Astros) war etwa 75.000 Stimmen entfernt.

Die Top drei auf jeder Position bzw. die besten neun für die drei Outfield-Spots kommen in die nächste Runde mit dem Titel "Starters Election". Diese Wahl dauert 28 Stunden und bestimmt die Starter für das All-Star Game.

Rekord: Drei Homeruns gegen Cleveland

Für Kepler würde eine Nominierung für das All-Star Game nicht nur eine große Ehre, sondern auch die Rückkehr ins Progressive Field in Cleveland bedeuten, wo er Anfang des Monats Geschichte schrieb. Im Spiel gegen die Indians erzielte der Berliner drei Homeruns und führte sein Team zu einem 5:4-Erfolg. So viele Volltreffer in einem Spiel waren ihm bis dato nur einmal gelungen - im August 2016 ebenfalls gegen Cleveland.

In der Geschichte der MLB schaffte zuvor nur der legendäre Ted Williams von den Boston Red Sox mehrere Spiele mit drei Homeruns gegen die Indians.

Grund genug für Twins-Trainer Baldelli, seinen Schützling in den höchsten Tönen zu loben: "Du bekommst nicht immer die Ergebnisse, die du willst, aber heute Abend hat Max es geschafft und uns wirklich vorangetrieben. Er hat ein Händchen dafür, das genau richtige Timing zu haben und gute Schläge zu machen."

Was er in der laufenden Saison bereits mehr als ein Mal unter Beweis gestellt hat.

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