LeBron veralbert Wade: "Scher dich weg!"
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München - Am Tag der Trade Deadline wirbeln LeBron James und die Cavs die NBA durcheinander. SPORT1 zeigt, wie der "King" durch die Deals die Weichen für seine Zukunft stellt.

Die Trade-Deadline hat für ein Beben in der NBA gesorgt - besonders der radikale Umbruch bei den Cleveland Cavaliers! Satte sechs Spieler verließen das Team, vier neue stießen hinzu.

Voll im Fokus: Die Gegenwart und Zukunft von LeBron James. SPORT1 zeigt, was die Moves für die Cavs bedeuten, welche Rolle LeBron dabei spielt und wie dieser das Machtgefüge in der Liga verändern könnte (Der Deadline-Ticker zum Nachlesen).

Wer wurde getradet?

In einem Deal mit den Utah Jazz und den Sacramento Kings erhielten die Cavs die Guards George Hill (Kings) und Rodney Hood (Jazz). Dafür verließen Jae Crowder, Derrick Rose (beide nach Utah), Iman Shumpert und ein Zweitrundenpick aus dem Jahr 2020 (beide zu Sacramento) Cleveland. Die Kings bekamen noch Utahs Joe Johnson.

In einem weiteren Trade mit den Los Angeles Lakers trennten sich die Cavs nach nur 15 Spielen vom letztjährigen MVP-Kandidaten Isaiah Thomas, den sie erst im Sommer im Mega-Deal um Kyrie Irving geholt hatten. Mit auf die Reise schickten sie Channing Frye und den eigenen Erstrundenpick im kommenden Draft. Im Gegenzug darf LeBron Jordan Clarkson und Larry Nance Jr. als neue Teamkollegen begrüßen.

Zu guter Letzt wurde Dwyane Wade für einen Zweitrundenpick aus dem Jahr 2024 zurück nach Miami gesendet.

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Was bringt der Trade den Cavs?

Im Endeffekt hat Cleveland aus Kyrie Irving wenig gemacht. Nance, Hood, Clarkson sind nette Rotationsspieler, mehr nicht. Wichtig allerdings, dass die Franchise den Erstrundenpick der Nets, den man im Irving-Deal erhielt, zur Trade Deadline nicht verschiffte. Blickt man allerdings auf die aktuelle (sportliche) Situation, hat General Manager Koby Altman viel richtig gemacht.

Die Cavaliers taumelten zuletzt. Vor LeBrons Show gegen die Timberwolves hatte Cleveland böse Klatschen kassiert, die Teamchemie war im Eimer.

Thomas war lange verletzt, lieferte nach seiner Rückkehr nicht auf dem erhofften Niveau ab. Neben seiner offensichtlichen Defensivschwäche wurde er außerdem zum Sündebock für die schlechte Stimmung in Cleveland - teils zu Recht, teils zu Unrecht.

Rose hat nichts mehr mit dem früheren MVP zu tun, Crowder wenig mit seiner starken Boston-Version. Shumpert und Frye waren kaum noch Teil der Rotation. Auch Wades Abgang ist aus sportlicher Sicht zu verschmerzen, wenngleich er LeBrons Buddy ist. Auch seine drohende Degradierung hätte der Stimmung in der Kabine nicht gut getan.

Der Trade spült motivierte, teils frischere Kräfte nach Ohio. Der erfahrene Hill hatte bei den Kings zwar überhaupt keinen Nutzen, nennt aber einerseits die aktuell beste Dreierquote der Liga sein Eigen. Zudem kann er zwei Positionen verteidigen und damit zwei mehr als Thomas. Der zurückhaltende Hill passt auch von seiner Spielweise besser zu LeBron als sein balldominanter Vorgänger.

Alley-Oop und Dunk: Utah lässt es krachen

Die Combo-Guards Hood und Clarkson sind potente Scorer und mit 25 Jahren noch längst nicht am Ende ihrer Entwicklung angelangt. Nance als energiegeladener und spielintelligenter Big Man tut den Cavs ebenfalls gut.  

Allerdings ist keiner der Neuzugänge in der Lage, in der entscheidenden Phase Verantwortung zu übernehmen, wie es Irving tat und Thomas hätte tun sollen. Eine Serie mit den Celtics oder Raptors in einem möglichen Ost-Finale könnte eine zu hohe Hürde sein, von einem Final-Matchup mit den Warriors ganz zu Schweigen.

Was bedeutet der Trade für LeBron?

Der komplette Trade-Wahnsinn dreht sich um LeBron, den mächtigsten Superstar der NBA, der bei Personalentscheidungen in Cleveland ein gewichtiges Wort mitreden dürfte. Ohne den "King" geht nichts bei den Cavs.

Und so haben die Moves nicht nur Auswirkungen auf die aktuelle Konkurrenzfähigkeit und die Zukunft der Cavs, die bald womöglich ohne ihren Superstar auskommen müssen - sondern eben auch auf die Aussichten von LBJ. Zufall? Wohl eher nicht. 

LeBron sei begeistert über die Moves, zitierte ESPN eine dem Superstar nahe stehende Person. Der Stimmung sollte der Umbau allemal behilflich sein, auch sportlich war es wohl ein Schritt nach vorn - wenngleich die "neuen" Cavs trotzdem nicht auf dem Level des letztjährigen Finalisten sind.

Der berüchtigte Experte Stephen A. Smith vermutet gar, es käme LeBron nicht ungelegen, dass die Cavs nicht mehr die ganz große Qualität haben. So würde das Team in den Playoffs womöglich in der zweiten oder dritten Runde scheitern und LeBron somit um seine sechste Finalniederlage drum herum kommen. Denn dass die Über-Warriors ihrem Gegner in den Finals kaum eine Chance lassen werden, bezweifelt kaum ein Experte.

Insgesamt hat LeBron Größeres im Sinn und hält die Tür für seinen Abgang weiter geöffnet. Das Fundament für den Umbruch in Cleveland ist mit Hood, Clarkson, Kevin Love und dem Nets-Pick gelegt, sodass LeBron keinen Scherbenhaufen hinterlässt, wie das noch nach der Decision 2010 der Fall war. "Sie bereiten sich auf ein Leben ohne ihn vor", sagte ein Verantwortlicher eines Ost-Teams Bleacher Report.

Besonders ein wichtiges Detail des Tauschgeschäfts mit den Lakers dürfte LeBron gefallen: Diese schaufelten durch die Deals in L.A. 70 Millionen Dollar an Gehaltsspielraum für den Sommer frei.

Die Lakers haben damit in der Free Agency 2019 Platz für zwei Maximal-Verträge, können also zwei Superstars holen. Einer davon könnte Paul George sein, der andere – richtig: LeBron James.

Mit einem Wechsel nach Hollywood wird er immer wieder in Verbindung gebracht - und passenderweise hatte er sich dort zuletzt eine Luxus-Villa gegönnt.

"Ich hätte die Moves nicht gemacht, wenn ich nicht optmistisch wäre", sagte Klub-Präsident Johnson vielsagend: "Ich will den nächsten Schritt gehen."

Am Ende lässt sich festhalten: Durch das Trade-Beben gewinnen alle: Die Cavs sind revitalisiert und haben selbst bei einem LeBron-Abgang eine echte Zukunft, die Lakers haben Platz für zwei Superstars - der größte Gewinner ist aber nicht ganz zufällig LeBron.

Für den Anflug des Superstars ist die Landebahn bei den Lakers jetzt bestens präpariert - gleichzeitig hinterlässt er in Cleveland dieses Mal nicht nur verbrannte Erde. Nicht ganz unwichtig für die Außendarstellung des selbsternannten Königs.

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