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München - Für Zion Williamson geht die Zeit am College mit einer herben Enttäuschung zu Ende. Nun steht für das Supertalent der NBA-Draft an - auch die Dallas Mavericks hoffen.

Völlig frustriert und mit leerem Blick saß Zion Williamson zwischen seinen Teamkollegen und starrte auf den feiernden Gegner.

Der große Traum des Wunderkindes - geplatzt. Topfavorit Duke scheiterte sensationell im Elite Eight der March Madness und musste Michigan State den Vortritt im Final Four lassen. Die Erfolgsstory der Blue Devils, des vielleicht besten, mit Sicherheit aber aufsehenerregendsten College-Teams der letzten Jahre um Wunderkind Williamson, ist jäh beendet. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

"Wenn man sich in der Kabine umschaut und seine Teamkollegen ansieht, seine Brüder - und dann darüber nachdenkt, dass diese Gruppe wahrscheinlich nie wieder zusammen spielen wird...", fing der 18-Jährige an und nannte das fehlende Wort nicht: Grausam? Traurig? Unerklärlich?

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Williamson winkt fürstlicher Ausrüster-Deal

Tatsächlich ist Williamsons erste Saison am College mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch schon seine letzte. Dieses Vorhaben bestätigte er nach der Niederlage in Gespräch mit Reportern.

Der Forward hat mit seiner unglaublichen Athletik, seiner Produktivität und den passenden basketballerischen Fähigkeiten Maßstäbe in der NCAA gesetzt, die ihn zum sicheren Nummer-1-Pick beim NBA-Draft am 20. Juni machen sollten.

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LeBron James ("Ich liebe alles an ihm") oder Stephen Curry ("Er spielt in jeder Aktion hart") loben den Youngster schon jetzt in den Himmel, der 2,01-Meter-Mann gilt als Superstar der Zukunft in der NBA. Laut Marc Stein von der New York Times ist Williamson sogar ein Kandidat für das US-Team bei der Basketball-WM in China, die am 31. August beginnt.

Wie ESPN berichtet, buhlen gleich sechs Ausrüstermarken um seine Dienste - Williamson, der sich während der Saison verletzte, weil ihm sein Nike-Schuh brach, dürfte den am höchsten dotierten Vertrag bekommen, den je ein Rookie erhalten hatte.

Draft Lottery spannend wie nie

Spannender als die Wahl seines zukünftigen Ausrüsters ist aber die Wahl seines ersten Arbeitgebers in der NBA. Die Anzahl der Teams, die im Tank-Modus sind, also Niederlagen zumindest in Kauf nehmen, wirkt so hoch wie selten. Auf Twitter hat sich der Hashtag "nottryinforzion" etabliert, seit LeBron James gab es wohl noch nie einen solchen Hype um einen baldigen Rookie.

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Denn durch die neu eingeführten Regeln in der Draft Lottery hat nicht mehr allein das am schlechtesten platzierte Team der NBA die höchste Chance auf den ersten Draftpick in der Lottery. Statt Chancen von 25 Prozent (aktuelles Schlusslicht New York Knicks), 20 Prozent (Vorletzter Phoenix Suns) oder 16 Prozent (Drittletzter Cleveland Cavaliers) haben die letzten Drei der NBA-Tabelle nun nur noch eine jeweils 14-prozentige Wahrscheinlichkeit auf den Top-Pick im Draft. (SERVICE: Die NBA-Tabellen)

Anschließend nimmt der Wert kontinuierlich ab. Die Dallas Mavericks als derzeit sechstschlechtestes Team der Liste stehen laut der zugehörigen Liste bei ESPN derzeit bei neun Prozent. Sie können sich also zumindest kleine Hoffnungen auf den Hauptpreis machen.

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Die Chance, unter den ersten Fünf zu landen, wurde von ESPN am Montag auf 33,3 Prozent beziffert - was aber sehr wichtig wäre.

Mavs schulden Hawks Pick

Denn da die Mavs den Atlanta Hawks aufgrund des Trades für Luka Doncic aus dem vergangenen Jahr noch einen Erstrunden-Pick "schulden", würde Dallas im Draft nur zuschlagen können, falls sie einen der ersten fünf Picks bekämen.

In diesem Fall würde der Pick für die Hawks auf die Saison 2020/21 verschoben werden. Sollte Dallas aber bei den ersten vier Positionen bei der Lottery, die am 14. Mai in Chicago stattfindet, leer ausgehen, würde der Erstrunden-Pick der Texaner nach aktuellem Stand direkt zu den Hawks wandern, da anschließend die Teams absteigend nach ihrer Saisonbilanz geordnet werden - und da stehen die Hawks im "Zion-Ranking" vor Dallas.

Deswegen waren die Erfolge des Teams von Dirk Nowitzki gegen die Oklahoma City Thunder und die Philadelphia 76ers zumindest für die Zukunftsaussichten nicht unbedingt förderlich. Die Hawks (28 Siege - 49 Niederlagen) werden wohl in den verbleibenden Spielen hinter Dallas (31-46) bleiben. Es besteht auch die "Gefahr", dass die Texaner noch die Memphis Grizzlies (31-46) und die New Orleans Pelicans (32-46) überholen.

Auf dem Basketball-Feld sieht man Williamson dann wohl in der Summer League der NBA zum nächsten Mal. Bis dahin müssen die Kellerkinder der NBA möglichst viele Spiele verlieren - und natürlich hoffen.

Der 14. Mai wird ein entscheidendes Datum für die Machtverhältnisse in der NBA sein - und vielleicht auch für Nowitzkis Zukunftsplanungen. Denn mit einem weiteren Top-Talent würde der Erfolg eher früher als später nach Dallas zurückkehren. Wer weiß, ob Nowitzki in dem Fall nicht doch noch eine Saison dranhängt.

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