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München - Andre Iguodala wechselt nach seiner Auszeit kurz vor Ende der Trade-Deadline zu den Miami Heat. Der Routinier hat plötzlich Chancen auf den Titel - und viel Geld sicher.

Am Mittwochabend zog Andre Iguodala ein paar Schuhe aus seiner Sporttasche, zog sie an und ging an die Arbeit. Nach mehr als einem halben Jahr Pause hat der 36-Jährige wieder ein konkretes Ziel vor sich: Die NBA ruft.

Laut seinem Vertrag hätte "Iggy" eigentlich mitten im Playoff-Kampf mit den Memphis Grizzlies stecken müssen, wohin er nach drei Meistertiteln mit den Golden State Warriors im vergangenen Sommer wechselte.

Für die Grizzlies lief der Routinier aber niemals auf - und wird es auch nicht mehr: Iguodala wurde kurz vor dem Ende der Trade-Deadline zu den Miami Heat verfrachtet. Außerdem unterschrieb er bei seinem neuen Team einen Zweijahresvertrag, der ihm 30 Millionen Dollar garantiert.

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Small Forward Justise Winslow geht dafür als Teil eines Pakets zu den Grizzlies, die Heat tauschen also einen talentierten 23-Jährigen mit einem Altmeister, der sein letztes NBA-Spiel im vergangenen Juni absolvierte.

Rückkehr zu den Warriors im Gespräch

Anstatt sein Sabbatical zu genießen und sich wie bisher eigenständig fit zu halten, wartet nun also der Meisterkampf auf Iguodala, mit den Heat ist er als derzeit Vierter im Osten ein ernstzunehmender Kandidat auf den Conference-Sieg. (SERVICE: NBA-Tabelle)

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Im jungen Team der Heat dürfte Iguodala nach einer Eingewöhnungszeit regelmäßig Minuten bekommen, auch wenn er vorerst nicht als Starter zum Einsatz kommen wird.

"Ich muss etwas Gewicht zulegen, normalerweise ist es umgekehrt. Ich habe viel Boxtraining gemacht und war nur ein bisschen auf dem Court. Ich habe intelligent gearbeitet und nicht so hart, um auf ein hohes Level im Basketball zu kommen. In Sachen Kondition bin ich aber soweit", erklärte er bei The Undefeated.

Dabei hätte er mehrere Möglichkeiten gehabt, auch das Auslaufen seines Vertrags wäre möglich gewesen. Als Free Agent hätte er im Sommer dann erneut bei den Warriors unterschreiben können, die im Gegensatz zum vergangenen Jahr auch das Geld gehabt hätten, Iguodala zu bezahlen.

"Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht. Man versucht herauszufinden, was das für dich und die Familie bedeutet. Man schaut sich die Salary Caps jedes Teams an. Man macht seine Hausaufgaben und bespricht sich mit seinem Berater. Das spielt alles eine Rolle", erklärt der Small Forward.

Teamkollegen in Memphis verärgert

"Der Kader der Heat hat viel damit zu tun. Wir haben viele junge Talente, viele Spieler haben keine Angst zu spielen." Er könne den Spielern dabei helfen, ihr Potential auf den Platz zu bringen. "Ich kann es ihnen entweder auf dem Court oder in einem Video zeigen oder einfach, indem ich mich jeden Tag mit ihnen beschäftige."

Vor allem defensiv sehe er noch Potential bei Miami, offensiv seien Jimmy Butler und Co. dagegen schon auf gutem Weg.

Bei seinen alten Teamkollegen hat Iguodala dagegen viel verbrannte Erde hinterlassen. "Ein Typ, der in unserem Team ist, will nicht in unserem Team sein. Ich kann es nicht erwarten, einen Weg zu finden, ihn zu traden. Dann können wir gegen ihn spielen und ich zeige ihm, für was Memphis steht", erklärte Memphis-Guard Dillon Brooks nach Bekanntwerden der Trade-Gerüchte.

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Ein direktes Duell ist in dieser Saison nicht mehr möglich, höchstens in den NBA-Finals wäre ein pikantes Aufeinandertreffen zwischen Iguodalas altem und neuem Team theoretisch noch möglich.

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Iguodala vergleicht sich mit Managern

Iguodala selbst sieht seine Auszeit sowieso nicht als Fehler, vielmehr vergleicht er sich mit erfolgreichen Managern.

"Wenn die Entscheidung gefallen und der Deal unterschrieben ist, sagen die Leute: Das ist ein großartiger Business-Mann. Er gewinnt immer. Schau auf den Deal, den er abgeschlossen hat", erklärt der NBA-Star. "Wenn Athleten in dieser Situation sind, dann sind mehr Gefühle im Spiel. Ich bin bereit, den Ärger abzukriegen und standhaft zu bleiben."

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Manchmal müsse man egoistisch sein, um seine Ziele zu erreichen.

"Die letzten sechs Jahre waren verrückt"

Iguodala verwies auch auf die Verletzungsprobleme, die durch regelmäßige NBA-Spiele auftreten. "Das Gehirn muss immer aktiv sein und das war es auch. Es (die Auszeit, Anm. d. Red.) war ein Segen, den Beinen mal etwas Pause zu gönnen. Die letzten sechs Jahre waren verrückt. Nur einer von uns sechs Spielern, Draymond Green, spielt im Moment Basketball. Und er spielt nur in einem von drei Spielen."

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Seine weiteren Ex-Teamkollegen bei den Warriors wie Stephen Curry, Kevin Durant und Klay Thompson seien dagegen seit langer Zeit verletzt. "Daran denkt überhaupt niemand. Wir haben eine Menge Basketball gespielt. Das zeigen die Verletzungen, die passiert sind."

Iguodala gönnte seinem von 15 NBA-Jahren geschundenen Körper dagegen eine Pause und konzentrierte sich auf die Zusammenarbeit mit verschiedenen Agenturen. Die Timeline seines Twitter-Accounts erinnert mehr an einen Unternehmer als an einen Sportler, das dürfte sich nun ändern.

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Rechtzeitig zur wichtigen Saisonphase ist er bereit für die Rückkehr auf den Court.

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